Handball-EM in Polen Deutschland zieht ins Finale ein

Von red/dpa 

Die deutschen Handballer ziehen bei der EM in Polen ins Finale ein. Foto: dpa
Die deutschen Handballer ziehen bei der EM in Polen ins Finale ein.Foto: dpa

Die deutsche Handball-Nationalmannschaft zieht mit einem denkbar knappen Sieg in der Verlängerung gegen Norwegen in das Finale der Handball-EM ein.

Krakau - Jetzt greifen Deutschlands neue Handball-Helden bei der EM nach Gold. Nach dem 34:33-Krimi mit Verlängerung gegen Norwegen steht das junge Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson im Finale der Europameisterschaft in Polen und ist nur noch einen Sieg vom ersten Titel seit dem WM-Triumph 2007 entfernt. Matchwinner für die DHB-Auswahl war am Freitagabend vor rund 7500 Zuschauern in Krakau neben dem zehnfachen Torschützen Tobias Reichmann Nachrücker Kai Häfner, der kurz vor Schluss das Siegtor erzielte. Damit ist schon jetzt die direkte Qualifikation für die WM 2017 in Frankreich perfekt, beim Titelgewinn wäre auch das Olympia-Ticket gelöst.

Im zweiten Halbfinale standen sich anschließend Spanien und Kroatien gegenüber. Zuvor hatte der Gastgeber im letzten Spiel des Deutschen Michael Biegler als Nationaltrainer Polens in Breslau das Spiel um Platz sieben mit 26:24 (12:12) gegen Schweden gewonnen.

Im ersten Halbfinale der neuformierten deutschen Mannschaft, die mit einem Altersschnitt von 24,6 Jahren eher wie einer verstärkte Junioren-Auswahl die EM bestritt, blieb sie ihrer Linie treu. Vor allem der coole Siebenmeter-Schütze Reichmann und der erneut starke Keeper Andreas Wolff hielten die Norweger in Schach.

Das Finale steigt am Sonntag

Dank einer Zwei-Mann-Überzahl konnte sich der WM-Siebte zur Mitte der ersten Hälfte bis auf 9:5 absetzen. Grundlage dafür war eine exzellente Deckung, in der Abwehrriese Finn Lemke und die Zwei-Meter-Männer neben ihm Schwerstarbeit verrichteten.

Die Norweger bewiesen aber, dass sie nicht umsonst erstmals in der Geschichte ihres Verbandes im Halbfinale standen. Nervenstark hielten sie Anschluss. Allerdings verpasste es die DHB-Sieben auch durch einige leichtfertig vergebene Chancen, den klaren Vorsprung zu wahren. 14:13 hieß es zur Pause. „Es fühlt sich so an, dass wir höher führen müssten. Wir müssen noch etwas cleverer sein“, sagte der verletzte Kapitän Steffen Weinhold dem ZDF.

In Hälfte zwei machte sich die DHB-Auswahl jedoch das Leben weiter durch leichte Ballverlutse schwer. So konnten die Norweger sogar in Unterzahl mit 17:16 in Führung gehen. In dieser Phase wirkte die Sigurdsson-Schützlinge plötzlich gehemmt in ihren Aktionen und taten sich schwer im Angriff. Beim Stand von 17:19 drohte der deutschen Mannschaft die Partie kurz zu entgleiten.

Aber auch die Norweger konnten lange nicht an ihre bemerkenswerten Leistungen der vergangenen Tage anknüpfen und verpassten es, sich entscheidend abzusetzen. Sogar eine 27:25-Führung genügte nicht, Rune Dahmke rettete die deutsche Mannschaft mit einem Treffer acht Sekunden vor Schluss in die Verlängerung.

Und dort zeigte das DHB-Team dann erneut seine Willensstärke erkämpfte sich die Führung und gab diesen Vorteil nicht mehr her. Häfner machte mit seinem Treffer in allerletzter Minute alles klar.

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