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Häussler rechnet Keine Wohnungen, keine Villa

Josef Schunder, vom 27.02.2010 19:00 Uhr
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Klicken Sie sich durch unsere Bilderstrecke. Foto: Abbildung: Häussler/Behnisch Architekten
Klicken Sie sich durch unsere Bilderstrecke. Foto: Abbildung: Häussler/Behnisch Architekten

Stuttgart - Die Wohnungsbaupläne von Rudi Häussler im Park der Villa Berg stehen auf der Kippe. Wenn der Gemeinderat ihn nicht bauen lässt, will Häussler auch nicht die historische Villa retten. Müsste die Stadt einspringen, würde sie das Engagement in Villa und Park etwa 35 Millionen Euro kosten, warnt er jetzt.

Für den von Rudi Häussler geplanten Bau von rund 60 Wohnungen im Park bei der Villa gibt es möglicherweise keine Genehmigung durch den Stuttgarter Gemeinderat. Viele Stadträte wollen zwar auch die alten Fernsehstudios des Südwestrundfunks (SWR) abreißen, aber nicht durch Wohnbauten ersetzen, sondern wieder Parklandschaft herstellen. Der Preis dafür wäre allerdings hoch. Wie hoch, hat Häussler nun erstmals vorgerechnet.

Er selbst möchte zehn bis zwölf Millionen Euro. So viel habe er ausgegeben. Dabei geht es um Zahlungen an den SWR für die Villa (500.000 Euro) und für die Studios (5,8 Millionen Euro), um Steuer- und Notariatskosten sowie um Aufwendungen für Personal, Planung und Fremdfinanzierung.

Wenn dann die Stadt oder - wie Bezirksvorsteher Martin Körner (SPD) anregte - das Land die Villa sanieren soll, müsste mit Gesamtkosten von rund 35 Millionen Euro gerechnet werden, glaubt Häussler. Der Grund: Die Sanierung würde noch einmal 15 Millionen Euro kosten, der Abriss der Studios etwa fünf bis sechs Millionen, die Umwandlung der Brache in Parklandschaft zwei bis drei Millionen. Noch nicht berücksichtigt sei das Altlastenrisiko. Am Schluss müsste die Stadt oder das Land auch noch einen Pächter suchen. Die Villa allein bringe aber nicht genug Leben in den Park, um dort die Drogenszene und den Vandalismus zurückdrängen zu können. "Das sind die Realitäten, nicht Träumereien von Politikern", sagt Häussler. Er beharre nicht auf dem Projekt. Er steige aus - "wenn es eine bessere Lösung für die Villa gibt". Stadt und Land wollten aber schwerlich so viel investieren - und schon 2004 habe sich bei der europaweiten Ausschreibung der Liegenschaften durch den SWR nur einer gemeldet: er, Häussler.

Kommentare (3)
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FEB
28
07:34 Uhr, geschrieben von Stefan Kaiser
Legitim
Wenn Häussler seine Ausgaben ersetzt haben möchte, dann ist das verständlich. Wenn unsereiner ein bebautes Grundstück erwirbt und auf der gleichen Grundfläche ein neues Gebäude erstellen will dies aber nicht darf, würde ich genau so reagieren. Warum durfte eigentlich der SDR dort bauen? Das man für alles Geldgeber benötigt ist leider ein notwendiges Übel. Natürlich kann Vater Staat, Land, Stadt ,... für alles einstehen, da diese ja unendlich Geld haben und wenn es ausgeht können sie es ja von den bösen Geldgebern / Steuerzahlern holen. Aber unter OB Palmer wird alles besser.
FEB
27
10:08 Uhr, geschrieben von Stuttgarter
Stuttgarter Visionen: Wer Geld mitbringt, darf alles.
Man hat es erst kürzlich wieder auf dem Messegelände Killesberg gesehen: Statt die zusammenhängende große Fläche und die Hallen zu nutzen, indem man dort zukunftsfähige Bereiche etabliert, die der Stadt helfen, vorwärts zu kommen (z.B. einen Umwelt-/Medizin- und Biotechnologie-Forschungspark), baut man ein Altersheim und ein Modeorderzentrum. Weil halt grad jemand da war, der das Geld dafür in den Taschen hatte. Wäre es ein Wurstfabrikant gewesen, der als erster mit dem Geld gewinkt hätte, würde dort nun eine Wurstfabrik stehen. Man kann nur hoffen, dass sich die Grünen auf Ihre Wahlkampfaussage erinnern, dass das Stadtbild in Stuttgart nicht mehr durch private "Investoren" geprägt werden darf.
FEB
26
22:00 Uhr, geschrieben von Anonymer Benutzer
Stuttgarter
Schon wieder ein Park, der verbaut werden soll... mein Beileid, Stuttgart. Und, Herr Häusler: Wenn es nicht anders klappt, dann versucht man es halt mit Erpressung, gell? (So nennt man dieses "entweder, oder", mir fällt dazu kein anderer Begriff ein). Die Stadt sollte sich jedoch nicht verrückt machen lassen. Jede Lösung, die den Park unberührt lässt, ist besser als die Pläne von Häussler. Geld für die sofortige Sanierung der Villa ist vorhanden, wenn man auf das Immobilienprojekt S21 verzichtet.


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