|
|
Bild 1 von 23 |
|
Stuttgart - Die Wohnungsbaupläne von Rudi Häussler im Park der Villa Berg stehen auf der Kippe. Wenn der Gemeinderat ihn nicht bauen lässt, will Häussler auch nicht die historische Villa retten. Müsste die Stadt einspringen, würde sie das Engagement in Villa und Park etwa 35 Millionen Euro kosten, warnt er jetzt.
Für den von Rudi Häussler geplanten Bau von rund 60 Wohnungen im Park bei der Villa gibt es möglicherweise keine Genehmigung durch den Stuttgarter Gemeinderat. Viele Stadträte wollen zwar auch die alten Fernsehstudios des Südwestrundfunks (SWR) abreißen, aber nicht durch Wohnbauten ersetzen, sondern wieder Parklandschaft herstellen. Der Preis dafür wäre allerdings hoch. Wie hoch, hat Häussler nun erstmals vorgerechnet.
Er selbst möchte zehn bis zwölf Millionen Euro. So viel habe er ausgegeben. Dabei geht es um Zahlungen an den SWR für die Villa (500.000 Euro) und für die Studios (5,8 Millionen Euro), um Steuer- und Notariatskosten sowie um Aufwendungen für Personal, Planung und Fremdfinanzierung.
Wenn dann die Stadt oder - wie Bezirksvorsteher Martin Körner (SPD) anregte - das Land die Villa sanieren soll, müsste mit Gesamtkosten von rund 35 Millionen Euro gerechnet werden, glaubt Häussler. Der Grund: Die Sanierung würde noch einmal 15 Millionen Euro kosten, der Abriss der Studios etwa fünf bis sechs Millionen, die Umwandlung der Brache in Parklandschaft zwei bis drei Millionen. Noch nicht berücksichtigt sei das Altlastenrisiko. Am Schluss müsste die Stadt oder das Land auch noch einen Pächter suchen. Die Villa allein bringe aber nicht genug Leben in den Park, um dort die Drogenszene und den Vandalismus zurückdrängen zu können. "Das sind die Realitäten, nicht Träumereien von Politikern", sagt Häussler. Er beharre nicht auf dem Projekt. Er steige aus - "wenn es eine bessere Lösung für die Villa gibt". Stadt und Land wollten aber schwerlich so viel investieren - und schon 2004 habe sich bei der europaweiten Ausschreibung der Liegenschaften durch den SWR nur einer gemeldet: er, Häussler.