Gudrun und Werner Schretzmeier, Peter Grohmann Drei, die Stuttgart braucht

Von Nikolai B. Forstbauer 

Werner und Gudrun Schretzmeier, Peter Grohmann. Foto: Theaterhaus
Werner und Gudrun Schretzmeier, Peter Grohmann.Foto: Theaterhaus

Jürgen Walter (Grüne), Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, hat im Theaterhaus Stuttgart Werner Schretzmeier, Gudrun Schretzmeier und Peter Grohmann mit der Staufermedaille des Landes ausgezeichnet.

Leidenschaft – Werner Schretzmeier spricht dieses Wort aus wie eine Verpflichtung. Seine Sätze haben etwas ­Unbedingtes, verraten aber auch die ­Bereitschaft zur Kurskorrektur. Eines verteidigt Schretzmeier: die Mischung im Programm des Theaterhauses Stuttgart. „Ich gehe immer noch davon aus“, sagt Schretzmeier, „was wir – Gudrun Schretzmeier, Peter Grohmann und ich – uns 1985 geschworen haben: In dem Moment, wo das Theaterhaus ein ­Gemeindehaus wird, hören wir auf. Man darf nicht ,closed society’ spielen. Schon in der Manufaktur ging es darum, dass ­etwas geöffnet wird, und dieses Öffnen hat sich über die Jahre qualifiziert und ­differenziert“.

Widerspruch gab es genügend. „Ich stehe jetzt seit der Eröffnung der ­Manufaktur am 10. Februar 1968 im Wind“, sagt Schretzmeier. „Und ich war immer bereit, höchstes Risiko zu übernehmen. Ich habe immer bei Null angefangen und mit etwas Mühe und Hartnäckigkeit das eine oder andere erreicht. Und ich hoffe, dass man über all die Jahre auch in der Politik gemerkt hat, hier ist einer, auf den man sich verlassen kann. Man muss vorher wissen, was man anstiftet, darf niemals mit der Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern spielen.“ Die Politik hat das Vertrauen in Schretzmeier – parteiübergreifend. Weil da einer ist, den Stuttgart braucht. Wie auch Gudrun Schretzmeier – vordergründig „nur“ als Bühnen- und Kostümbildnerin im Theaterhaus tätig, tatsächlich aber bis heute untrennbar mit der Entwicklung verbunden. Wie auch Peter Grohmann, der sich über seinen Verein Anstifter etwa für die Aufarbeitung der SS-Morde im italienischen Dorf Sant’ Anna di Stazzema engagiert, die Erinnerung an vertriebene und ermordete jüdische Mitbürger in Stuttgart mit wachhält und bei aktuellen Diskussionen hoch engagiert ist.

Staufermedaille für das Gründertrio des Theaterhauses

Am Donnerstag hat die Landesregierung ihre Hochachtung noch einmal offiziell bestätigt. Jürgen Walter (Grüne), Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, war ins Theaterhaus gekommen, um dem Gründertrio Werner Schretzmeier, Gudrun Schretzmeier und Peter Grohmann die Staufermedaille zu übergeben. Mit der durch den Ministerpräsidenten verliehenen Ehrung „würdigt das Land herausragende Leistungen, die insbesondere im politischen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Bereich dem Wohl der Allgemeinheit dienen“.

 

Bewerten
Wie hat Ihnen der Artikel gefallen? Vielen Dank für Ihre Bewertung!
1 Stern 2 Sterne 3 Sterne 4 Sterne 5 Sterne 4.0
Foodblogger in Stuttgart Im Test: Stuttgarts teuerste Burger

Von 24. Juli 2016 - 6:00 Uhr

Vier Foodblogger wollen wissen, ob Burger über 15 Euro in Stuttgart ihr Geld wert sind. Wir berichten, was die Blogger auf ihrer Burgersafari herausfinden.