Stuttgart - Sie waren die Lieblingsband all jener, die sich Ende der 1990er Jahre laute, harte und zupackende Partymusik aus Deutschland wünschten. Genau dieses Publikum, mit den Musikern gereift, füllt am Samstagabend nun auch das LKA. Es schaut auf eine Bühne, die mit den Bildern riesenhafter Affenköpfe abgehängt ist, vor denen die Guano Apes spielen – Bass, Gitarre, Schlagzeug und Frontfrau Sandra Nasic.
Nach vorübergehender Trennung versuchte die Göttinger Band bereits 2009, ins Rampenlicht zurückzukehren. Im April 2011 erschien dann ihr viertes Album „Bel Air“ – und enttäuschte, weil es die einstige Energie der Band vermissen ließ. Restlos ausverkauft ist das LKA dennoch, und die Fans, das ist klar, wollen die alten Stücke der Guano Apes hören und feiern.
Sie bekommen ihre Highlights: „Open Your Eyes“, der große Hit des Jahres 1997, an vierter Stelle, „Quietly“, „You Can’t Stop Me“ und „Pretty In Scarlet“, sämtlich aus dem Jahr 2003, in der ersten Hälfte des Konzertes. Aber auch nahezu vollständig das Comeback-Album, bei dessen Stücken man das Publikum zunächst ratlos sieht – Stimmung will sich hier erst einmal nicht so recht einstellen.
Später dann lassen sich die Fans vom neuen Material doch noch mitreißen. Songs wie „She’s A Killer“, „All I Wanna Do“ und „Fanman“ folgen in der zweiten Hälfte des Konzertes nahtlos aufeinander – und da die Guano Apes ihren klaren, harten Sound mit viel Energie auf die Bühne bringen, gelingt es ihnen dann auch zu überzeugen.
Freilich ist das vor allem das Verdienst der dynamischen blonden Sängerin Sandra Nasic mit ihrer mächtigen Stimme, die nichts von ihrer Kraft verloren hat, die ihre Songs wie früher noch immer wild in die Menge hinausfaucht.
Als die Band in der Zugabe zu ihren alten Hits „Big in Japan“ und „Lords Of The Boards“ zurückkehrt, ist der Jubel natürlich dennoch ungleich größer.