Grundlagen im Fotorecht Immer auf der sicheren Seite

Von FotoTOTAL GmbH, INFOMAX21 GmbH 

 Foto: pexels.com
Foto: pexels.com

Fremde Fotos verbreiten: Entgegen dem allgemein gültigen Glauben ist ein Bild „aus dem Internet“ nicht im gesamten Internet frei nutzbar. Ganz im Gegenteil - man kann sich strafbar machen. Wir geben Informationen zum Thema Fotorecht.

Das Urheberrecht

Das wohl bekannteste Recht rund um die Fotografie ist das Urheberrecht – also das Recht, welches jeder Fotograf an seinem eigenen Werk hat. Klingt zunächst völlig logisch, sorgt aber dennoch jedes Jahr für die meisten Abmahnungen.

Denn entgegen dem allgemein gültigen Glauben ist ein Bild „aus dem Internet“ nicht im gesamten Internet frei nutzbar, im Gegenteil: Wenn Sie auf ihrer Homepage Fotos von anderen Webseiten verwenden ist das zunächst immer kritisch – außer Sie haben das Foto erworben. Umgekehrt gilt das aber auch, Fotos oder Videos, die Sie ins Netz stellen, darf niemand einfach weiter verwenden, zumindest nicht öffentlich. Es gibt auch die sogenannte Private Kopie, wenn Sie also ein Bild aus dem Netz ausdrucken und im Wohnzimmer aufhängen, ist das privat. Stellen Sie den Ausdruck aber bei Ebay zu Verkaufen, ist es öffentlich. Überhaupt – machen Sie Ebay-Fotos immer selber, auch wenn das Bild vom Hersteller viel schöner aussieht.

Überlegen Sie bei jedem Verbreiten fremder Bilder, ob das erlaubt ist. Und wenn jemand Ihre Fotos nutzt: Erst ansprechen, im Zweifelsfall dann zum Anwalt.

Abmahnungen

Wenn Sie eine Abmahnung erhalten, egal ob per Brief oder Mail, gilt es: prüfen und reagieren. Entgegen zahlreicher Internet-Mythen kommt Ignorieren Sie teuer zu stehen. Sprechen Sie mit einem Anwalt, ob die Höhe gerechtfertigt ist.

Das Persönlichkeitsrecht

Menschen auf offener Straße dürfen Sie ablichten auch Kinder. Aber veröffentlichen dürfen Sie das nicht, egal ob auf Ihrer Homepage, Facebook oder in Ihrem Flyer. „Normale“ Menschen haben ein Recht am eigenen Bild.

Einzige Ausnahme: Personen der Zeitgeschichte, also Politiker, Sportler, Prominente, die grade im Dienst sind.

Models

Wenn Sie sich mit einem Model zum Shooting verabredet haben, bringen Sie einen sogenannten „Model-Release“ mit (gibt es im Internet). Bevor der unterschrieben ist, brauchen Sie mit dem Fotografieren gar nicht anzufangen, denn das Model hat sonst alle Rechte an den Bildern und Sie schauen in die Röhre. Bewahren Sie den Vertrag auf, auch Jahre später können Modelle sonst die Löschung verlangen („mein neuer Freund will das nicht...“), unabhängig von Ihrer Gegenleistung.

Das Markenrecht

Bestimmte Logos oder Marken sollten Sie beim fotografieren vermeiden – insbesondere, wenn Sie die Fotos kommerziell nutzen möchten. Dazu gehören Nike, Adidas, CocaCola, die Post und viele mehr. Verkaufen Sie ein solches Bild, können Sie sich auf saftige Schadenersatzklagen gefasst machen, auch Nutzungen auf der eigenen Homepage sind tabu.

Die Panoramafreiheit

In Deutschland dürfen Sie über Straßen und Plätze schlendern und Gebäude oder Kunst fotografieren, wie Sie es sehen – Panoramafreiheit nennt man das. Die gilt nicht, wenn Sie von Privatgelände aus oder mit Hilfsmitteln (Leiter, Drohne) fotografieren. Übrigens auch nicht, wenn das Objekt, wie etwa der Eiffelturm bei Nacht, ein temporäres Kunstobjekt ist. Das erstreckt sich auch auf Straßenmalerei und Graffiti. Ist der Künstler oder Architekt schon 70 Jahre tot, erlischt das Urheberrecht.