Grünen-Landesparteitag in Böblingen Özdemir und Andreae sind Spitzenkandidaten der Südwest-Grünen

dpa/lsw, 01.12.2012 12:17 Uhr

Böblingen - Die Südwesten-Grünen haben einen Eklat wie vor vier Jahren vermieden und ziehen geschlossen in den Bundestagswahlkampf. Die Delegierten stimmten für den Realo Cem Özdemir als Spitzenkandidat - vor der vorigen Wahl hatten sie ihm einen sicheren Listenplatz noch verweigert. Auch bei der weiblichen Spitzenposition setzte sich beim Landesparteitag am Samstag mit Kerstin Andreae eine Realpolitikerin durch.

Nach der erfolgreichen Landtagswahl 2011 und der Wahl von Fritz Kuhn zum Stuttgarter Oberbürgermeister zeigten sich die Grünen in Böblingen zuversichtlich, Schwarz-Gelb im September 2013 aus dem Sattel zu heben. Sie sprachen von einer „Chaosregierung“ in Berlin.

Bei den Kampfkandidaturen für die ersten beiden Plätze der Landesliste unterlagen die Atomexpertin Sylvia Kotting-Uhl und der Finanzfachmann Gerhard Schick. Sie werden dem linken Lager zugerechnet. Beobachter sprachen im Laufe der Wahlversammlung von einer gut gemischten Liste, in der sich Realos und Linke die Waage hielten. Insgesamt wollten die Delegierten 38 Plätze auf der Landesliste besetzen. Derzeit hat die Landesgruppe der Südwest-Grünen elf Abgeordnete. Nach der Wahl könnten es 14 oder mehr sein.

Die Südwest-Grünen sollen das Zugpferd im Bund sein

Özdemir beteuerte in seiner Bewerbungsrede, er wolle eine „tolle Landesliste mit tollen Leuten“ und unterschiedlichen Flügeln. „Wer vorne antritt, der vertritt keinen Flügel, sondern Bündnis 90/Die Grünen.“ 2013 werde es nur dann einen Regierungswechsel im Bund geben, wenn die Grünen in Baden-Württemberg das Zugpferd seien. „Wir müssen jede Stimme mobilisieren“, rief Özdemir den Delegierten zu.

Mit dem Rückenwind aus der Wahl als Spitzenkandidat sieht der 46-Jährige noch bessere Chancen, bei der Bundestagswahl ein Direktmandat in Stuttgart zu holen.

Die grüne Spitzenkandidatin im Bund, Katrin Göring-Eckardt, hatte die rund 200 Delegierten zum Auftakt des Treffens unter dem Motto „Grün setzt sich durch“ am Freitag auf den Wahlkampf eingestimmt. Sie erwarte ein „großartiges Ergebnis“ der Südwest-Grünen bei der Bundestagswahl.

Andreae, Vize-Fraktionschefin im Bundestag aus Freiburg, erhielt am Samstag 108 von 201 abgegebenen Stimmen, Özdemir 115 von 202 abgegebenen Voten. Kotting-Uhl, Bundestagsabgeordnete aus Karlsruhe, und ihr Kollege Schick aus Mannheim landeten auf den sicheren Listenplätzen drei und vier.

 
 
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Kommentare (6)
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DEZ
02
Beobachter, 20:52 Uhr

Großer Unterschied

Anders als Schäuble ist Özdemir aber immer dabei sich die EIGENEN Taschen zu füllen. Das ist schon ein großer Unterschied! Merken sie den Unterschied?

DEZ
02
Egiosit Brown ehemals Bertram Dünnhautgasse, 16:37 Uhr

rien nes vas plus

Stuttgarter Roulette ---Alles auf die Null ---- So gesehen haben die Grünen das verdient was Schwarz verursacht hat und somit in die Nesseln von anderen gesetzt , eigenverantwortliches Handeln ist Pflicht in der heutigen Zeit wo nur der Montägliche Schabbernacki in Stuttgart stolziert ! Schuld sind immer die anderen

DEZ
02
C. Saeftel, 09:12 Uhr

Schwarzgeld-Schäuble

darf ja auch Finanzminister sein. Basst scho!

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