Gründerpreis Mit Edelrollator zum Gründerwettbewerb

Von Sascha Maier 

Die Entwickler eines intelligenten Rollators haben den Publikumspreis gewonnen und halten eine Grafik ihres Produkts hoch – das Design ist noch verbesserungsfähig. Foto: Piechowski
Die Entwickler eines intelligenten Rollators haben den Publikumspreis gewonnen und halten eine Grafik ihres Produkts hoch – das Design ist noch verbesserungsfähig. Foto: Piechowski

Am 3. Juli wird in Karlsruhe der baden-württembergische Gründerpreis verliehen. Aus Stuttgart werden zwei Teilnehmer mit pfiffigen Ideen an den Start gehen.

Am 3. Juli wird in Karlsruhe der baden-württembergische Gründerpreis verliehen. Aus Stuttgart werden zwei Teilnehmer mit pfiffigen Ideen an den Start gehen.

Stuttgart - Clemens Walter hat ein Leuchten in den ­Augen, als er am Freitag seine Snackbox auf dem sogenannten Elevator Pitch Baden-Württemberg vorstellt. Er überzeugt. Später wird er für den baden-württembergischen Gründerpreis nominiert. Walter erhält sein Ticket von der Jury für seine Heimliefer-Snackbox – das zweite Ticket nach Karlsruhe als Publikumspreis heimst ein Jungunternehmen ein, das einen intelligenten Rollator entwickelt hat.

Snackbox für die Couch

Der Gründer überzeugte mit seiner Knabberbox die Jury etwas mehr als die neun ­Mitbewerber und darf die Box nun am 3. Juli bei der Veranstaltung „Gründerzeit“ in Karlsruhe feilbieten, bei der der baden-württembergische Gründerpreis verliehen wird. Dieser ist mit 3000 Euro dotiert. Wichtig sei vor allem aber die Wirkung in der ­Öffentlichkeit, die man damit erziele, findet Clemens Walter. Auch beim Elevator Pitch BW, der mit 500 Euro dotiert ist, sind 120 Zuschauer gekommen, um die Drei-Minuten-Präsentationen der Start-up-Unternehmen mit anschließender Fragerunde mitzuerleben.

„Das ist natürlich ein enormer Vertriebsaufwand“, sagt Walter, „die Unternehmen für Social-Media-Marketing zu begeistern.“ Social-Media-Marketing, weil die Überraschungsbox, die direkt nach Hause geliefert wird und deren Inhalt im Supermarktregal um die 30 Euro kosten würde, im Nachhinein auf der Webseite bewertet wird. Dadurch können die Süßigkeiten- und Knabbereien-Hersteller Rückmeldungen zu ihren Produkten abrufen, und dies im Kontext mit den Mitanbietern. So sparen sie sich den hohen Aufwand für Marktstudien. „Die ersten zwei Chargen waren sofort ausverkauft“, freut sich Walter.

Rollator der Zukunft

Eine ganz andere Zielgruppe spricht der e-buddy, ein intelligenter Rollator, an. „Unser Produkt erleichtert alten Menschen das Leben“, sagt Daniel Reiser, der als Zweitplatzierter und Publikumsliebling ebenfalls eine Wildcard für Karlsruhe ergattern konnte. Der Rollator ist im Design noch überarbeitungsbedürftig, aber dank Sensoren, elektrischem Antrieb, intelligenter Steuerung und einer App, die das Verhalten des Rollatorbenutzers auswertet, besonders komfortabel für den Seniorenalltag.

Spiele fürs Smartphone

Den dritten Platz konnte das Unternehmen Daogames für sich beanspruchen, eine Online-Plattform für Spieleentwickler, um Multiplayer-Games für Smartphones oder Tablets ohne großen technischen Aufwand zu programmieren. Neu daran ist, dass besonders Kreativität belohnt wird – oft sind die Online-Games grafisch aufgehübschte Kopien von alten Spielen, die nach dem­selben Prinzip funktionieren.

Klar ist: Verheißungsvolle Start-up-Unternehmen wie die zehn, die sich auf der Online-Ausschreibung zum Elevator Pitch BW durchsetzen konnten, kommen kaum ohne Apps aus. Alles wird geteilt. Der eine stellt sein Bahnsharing-Projekt vor, der andere eins, bei dem Fahrgemeinschaften für den Weg zur Arbeit gebildet werden und somit Sprit und Parkplätze spart. Der nächste Gründer will Veranstaltern die Möglichkeit geben, dass Besucher beim Programm mitdiskutieren, andere gehen noch weiter und wollen allen Unternehmen einen Direktkanal zu ihren Kunden liefern und sogenannte Social-Media-Redaktionen – Redaktionen, die ausschließlich soziale Netzwerke betreuen – gleich ganz ersetzen.

Facebook-Gründer Marc Zuckerberg ist hier überall präsent. Die Gründer von heute tragen nicht Anzug, sondern dicke Hornbrillen.Und es scheint fast, als wollte man es mit einer simplen, aber genialen Idee Jan Koum gleichtun, dem Gründer des kostenlosen Chats WhatsApp, der sein Unternehmen für 19 Milliarden Euro an den Internetriesen Facebook verkaufte. Also warum es nicht mal mit Zucker probieren?

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