Stuttgarter Frühlingsfest

Graffiti beim Stuttgarter Frühlingsfest Ein Sprayer-Gruß an die Wasengäste

Von bec 

Deutlicher geht’s nicht: Ein Sprayer sprüht „Fuckwasen“ an eine Wand der Hall of Fame. Foto: Screenshot  Twitter @Reimi0501
Deutlicher geht’s nicht: Ein Sprayer sprüht „Fuckwasen“ an eine Wand der Hall of Fame. Foto: Screenshot Twitter @Reimi0501

In der Hall of Fame an der Stadtbahn-Haltestelle Mercedesstraße hat ein Sprayer seinem Groll gegen den Wasen freien Lauf gelassen. An einer Wand prangt ein Graffiti mit einer deutlichen Botschaft.

Stuttgart - Wasengäste, die mit der Stadtbahn zum Frühlingsfest fahren und an der Haltestelle Mercedesstraße aussteigen, werden neuerdings in der Hall of Fame in Stuttgart mit einem charmanten Graffiti begrüßt. „Fuckwasen“ prangt dort nicht zu übersehen in weißen Großbuchstaben auf einer Wand. Ergänzt wird die unmissverständliche Botschaft mit den Worten: „Sprühen statt Wasen.“

Offenbar hat dort ein Sprayer seinem Groll gegenüber dem Wasen freien Lauf gelassen. „Das ist ein klares Statement“, sagt Patrick Klein. Er ist der Besitzer vom Thirdrail, einem Laden für Graffiti-Sprühdosen, und bietet in der Hall of Fame Workshops für Sprayer an. Wer das Graffiti an die Wand gesprüht hat, weiß er nicht, aber er kann die Beweggründe nachvollziehen: „Immer während der Wasenzeit werden Sprayer von Betrunkenen angepöbelt. Oft urinieren sie gegen die Wände, und am Ende fällt alles auf die Sprayer zurück.“

Graffiti ist alles andere als erfreulich

„Ich bin kein Feind des Wasens“, sagt Klein, „Aber das Verhalten mancher Wasengäste fällt eben negativ auf.“ Viele Sprayer meiden laut Klein deshalb die Hall of Fame während der Festzeit, was aber keine angemessene Lösung sei, weil die Unterführung an der Stadtbahnhaltestelle Mercedesstraße der einzige Ort in Stuttgart ist, an dem Sprayer legal sprühen dürfen.

Jörg Klopfer von der in.Stuttgart Veranstaltungsgesellschaft, die sich unter anderem verantwortlich für das Frühlingsfest zeigt, ist alles andere als erfreut über das Graffiti. Er kündigt an, dass „es so nicht stehen bleiben wird.“ Das Graffiti sei alles andere als erfreulich, aber noch könne er nicht sagen, was daraus gemacht wird.