Göppingen Heftige Prügelei mit Neonazis vor Zirkus

Von kas 

Der Zirkusdirektor Roman Zinnecker und zwei der drei Zirkuselefanten Foto: Horst Rudel
Der Zirkusdirektor Roman Zinnecker und zwei der drei Zirkuselefanten Foto: Horst Rudel

Zwischen Artisten und Neonazis, die sich als Tierschützer versuchten, ist es zu einer gewalttätigen Auseinandersetzung gekommen. Die Polizei hat zunächst nicht über den Vorfall berichtet.

Göppingen - Die Polizei ist immer noch dabei zu ermitteln, was genau passiert ist. Klar ist: Am Sonntag sind Mitglieder der rechtsextremen Kleinstpartei der Dritte Weg und Mitarbeiter des Zirkus’ Belly Wien, der über Ostern im Stauferpark gastierte, aneinandergeraten – vor den Augen schockierter Familien, die eigentlich die Zirkusvorstellung besuchen wollten. Es gab einen Schwerverletzten im Alter von 23 Jahren. Drei Männer im Alter von 18, 21 und 54 Jahren erlitten leichte Verletzungen. Die Vorstellung fiel aus.

Unstrittig ist bisher offenbar nur, dass die Neonazis Flugblätter vor dem Zirkus verteilt hatten, auf denen sie die Haltung von Wildtieren – drei Elefanten und mehreren Dromedaren und Lamas – in dem Betrieb anprangerten. Was dann geschah, schildern die beiden Parteien aber völlig unterschiedlich. Die Zirkusmitarbeiter berichten, die Neonazis seien auf sie losgegangen und hätten ihnen Pfefferspray in die Augen gesprüht. Die Neonazis hingegen verbreiten im Internet, die Zirkusleute hätten enthemmt und brutal auf zwei der Demonstranten eingeschlagen. Dabei seien einem ein Gesichtsknochen und die Nase gebrochen worden. Was tatsächlich passiert ist, versuchen die Ermittler nun herauszufinden.

Die Polizeisprecherin Claudia Kappeler bestätigt bisher nur, dass es die Schlägerei gegeben hat und dass mehrere Zirkusmitarbeiter sowie einer der Neonazis verletzt worden seien und dass ein Pfefferspray eingesetzt worden sei. Die Polizei hatte nicht – wie sonst bei solchen Vorfallen üblich – über die Schlägerei berichtet. Erst auf Nachfrage bestätigte sie, dass es den Vorfall im Stauferpark gegeben hat. Erst nach mehreren Presseanfragen gab sie am Donnerstagnachmittag eine Mitteilung heraus.

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