Global Campus Hohenheim Das Ziel ist eine fairere Welt

Von Sandra Hintermayr 

Dennis Jung vor einem der drei Hohenheimer Fair-o-maten Foto:  
Dennis Jung vor einem der drei Hohenheimer Fair-o-matenFoto:  

Die drei Fair-o-maten auf dem Hohenheimer Campus sind nur ein Beispiel dafür, wie die Studentengruppe die Welt ein Stückchen besser machen möchte. Neuerdings kümmern sich die Studierenden auch um Flüchtlinge.

Hohenheim - Die Globalisierung sei ein unumkehrbarer Prozess, dem begegnet werden müsse, und sie biete sowohl Gefahren als auch Chancen, lautet das Credo der Studenteninitiative Global Campus. Sie wurde 2012 an der Uni Hohenheim gegründet. Rund 25 Studenten aus verschiedenen Fachrichtungen treffen sich regelmäßig, um zu überlegen, wie auf die Globalisierung reagiert und die Welt ein bisschen fairer gestalten werden kann. „Eines der Highlights in diesem Jahr war unser Beitrag zu den vom Umweltministerium ausgerichteten Nachhaltigkeitstagen im Sommer“, sagt Dennis Jung von Global Campus.

Zusammen mit der Gruppe Fresh, die sich auch aus Hohenheimer Studenten zusammensetzt und sich für Nachhaltigkeit in Sachen Lebensmittel und Ernährung einsetzt, haben die Global Campus-Mitglieder ein großes Essen organisiert. „Wir haben am Hohenheimer Schloss Menüs für 400 Menschen gekocht“, so Jung. Zusammen mit einem Koch der Speisemeisterei. Flüchtlinge halfen bei den Vorbereitungen. „Kochen fürs Klima“ hieß die Veranstaltung. „Die Zutaten wurden vom Bioladen gesponsort, der sie sonst hätte wegwerfen müssen, und mit dem gemeinsamen Kochen mit den Flüchtlingen haben wir auch etwas für das soziale Klima getan“, sagt Dennis Jung.

Lob vom Umweltminister

Zu der Aktion kam auch der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller. Er lobte das Engagement der Studenten und begutachtete die Fair-o-maten, von denen seit 2014 drei Stück auf dem Campus stehen. An diesen Snackautomaten sind fair gehandelte Schokolade, Gummibärchen, getrocknete Mangostreifen und mehr erhältlich. Zu finden sind die Automaten in der Zentralbibliothek, der Bereichsbibliothek und normalerweise in der Phytomedizin. Letzterer jedoch ist derzeit an das Umweltministerium ausgeliehen. „Das Ministerium möchte selbst einen Fair-o-maten aufstellen und mit unserer Leihgabe ein bisschen Werbung dafür machen“, sagt Jung. Auch faire Kondome sind an den Automaten zu bekommen – wenn sie nicht gerade ausverkauft sind. Die Uni Hohenheim hat nämlich einen Kooperationsvertrag mit dem Berliner Start-Up-Unternehmen Einhorn unterzeichnet, das Kondome aus nachhaltig angebautem Kautschuk herstellt.

Für ihr Engagement haben die Studenten von Global Campus Mitte Dezember den Förderpreis „Welt-Weit-Sicht“ des ökumenischen Zentrums auf dem Uni-Campus Stuttgart-Vaihingen bekommen. Das Projekt Fair-o-maten wollen die Studenten weiter vorantreiben und bekannter machen. „In den Ländern, aus denen die fairen Waren kommen, möchten mehr Bauern und Produzenten am Netzwerk teilnehmen, aber der Absatz bei uns ist zu gering“, sagt Jung.

Gerne helfen die Studenten anderen (Hoch-)Schulen oder Firmen, die sich einen fairen Snackautomaten anschaffen wollen. Die Automaten laufen ohne Strom. Um an das Wunschprodukt zu kommen, muss der Käufer Geld in die vorgesehenen Münzschlitze werfen und an der Kurbel drehen, bis das Produkt in den Ausgabeschacht fällt. „Die Fair-o-maten sind eine einfache Sache. Sie machen nicht viel Arbeit, wenn sie einmal aufgestellt sind“, sagt Jung. „Und sie setzen ein Zeichen für den fairen Handel.“

Sprachtandems für Flüchtlinge

Die drei Fair-o-maten an der Uni wurden von der ökumenischen Hochschulgemeinde (ÖHG) finanziert, die einmal wöchentlich in der Mensa einen Eine-Welt-Stand aufstellt. Global Campus bestellt bei der ÖHG mit und bestückt die Automaten mit Produkten, die auch am Eine-Welt-Stand zu bekommen sind.

Global Campus organisiert während dem Semester viele Veranstaltungen, Vorträge und Diskussionen zu globalen Themen wie Welternährung, Klimawandel, Menschenrechte und fairer Handel.

Auch am Thema Flüchtlinge kommen die Studenten nicht vorbei. Sie haben Sprachtandems organisiert, bei denen sich die Teilnehmer gegenseitig ihre Sprache beibringen. Eine Internetseite zur besseren Organisation der Tandems ist derzeit in Arbeit. Damit soll laut Angaben von Global Campus ein deutschlandweites Netzwerk aufgebaut werden.

Redaktion Plieningen

Ansprechpartnerin
Eveline Blohmer
plieningen@stz.zgs.de

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