Stuttgart - Innerhalb der Region Stuttgart sind die Berufstätigen im Kreis Esslingen sowie in Stuttgart am seltensten krank. Dies geht aus dem Gesundheitsreport 2010 der DAK hervor. Ein häufiger, aber vielfach unbeachteter Grund für Arbeitsunfähigkeit sind Folgekrankheiten akuter Schlafstörungen.
In der Landeshauptstadt und im Kreis Esslingen lag der Krankenstand im Jahr 2009 bei 2,5 Prozent: Das entspricht 9,1 Kalendertagen. Im Kreis Ludwigsburg und im Rems-Murr-Kreis waren es 2,7 Prozent (9,9 Tage), im Kreis Göppingen, der zusammen mit dem Ostalbkreis erhoben wird, 3,0 Prozent (11 Tage). Für den Landkreis Böblingen hat die DAK keinen Gesundheitsreport erstellt. Die Region liegt demnach unter dem Landesdurchschnitt, wo der Krankenstand 2009 um 0,1 Prozent auf 2,8 Prozent (10,2 Tage) kletterte.
Schlafstörungen führen zu Unfällen
Keine Erklärung hat Joachim Grün, Leiter des DAK-Servicezentrums Esslingen, dass dort sowie in Stuttgart und im Rems-Murr-Kreis Atemwegserkrankungen wie Bronchitis und Mandelentzündungen entgegen dem Landestrend zugenommen haben und die Liste der Krankheiten anführen. Sie machen rund 22 Prozent aus, gefolgt von Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems, also Rückenschmerzen, Bandscheibenproblemen oder auch Kniegelenkbeschwerden. Im Kreis Esslingen gingen die psychischen Erkrankungen um 39 Prozent zurück. Sie waren mit 129 Fällen im Jahr 2008 aber auch besonders häufig.
Dass sich die Arbeitnehmer 2009 seltener krankgemeldet haben als in den Jahren vor 2003, wertet Matthias Leschke, Chefarzt für Innere Medizin und Kardiologie am Klinikum Esslingen, nicht als Beweis, dass die Menschen heute gesünder sind. Im Gegenteil: Es sei aus Studien bekannt, dass gerade die Sorge um die Sicherheit des Arbeitsplatzes auch kranke Menschen in die Firmen treibt. Am seltensten fallen Beschäftigte von Banken und Versicherungen sowie im Bereich Bildung, Kultur und Medien aus, am häufigsten sind Mitarbeiter von Gesundheitszentren und öffentlichen Verwaltungen krankgeschrieben.