Irgendwann waren die Kisten voll. Jahrelang hatte Andreas Stiene Zeitungsartikel über Kernen gesammelt. Die Artikel, die bis ins Jahr 2000 zurück reichten, raubten ihm den Platz in der Wohnung. Dann kam die Idee: Die Presse muss systematisch raus. "Ich wollte mein privates Archiv öffentlich machen", sagt der Gemeinderat der OGL. Zweieinhalb Jahre später ist es soweit: Seit Freitag stehen 55 Ordner im Museum unter der Y-Burg, die mit 9000 Zeitungsartikeln bestückt sind.
Ohne die ehrenamtliche Hilfe von Sonja Zelano und Margarete Oberkirch wäre das Pressearchiv des Vereins für Heimat und Kultur Kernen bis heute nicht fertig. Die beiden Frauen haben mit Schere, Papier und Geduld Ordnung geschaffen. Ständig gab es Nachschub. "Wir haben so gearbeitet, dass man jetzt bequem durchs Archiv blättern kann", sagt Sonja Zelano. Und Margarete Oberkirch fügt hinzu: "Auch ein Fremder, der sich mit der Ablage nicht auskennt, findet alles sofort."
Insgesamt gibt es 14 Hauptthemen, die von der Gemeinde Kernen über die Diakonie Stetten bis zu den Vereinen reichen. Diese sind dann nochmal spezifischer unterteilt. So gibt es etwa unter dem Stichwort Einzelbauten unter anderem Artikel zu den Themen Bürgerhaus, Pfarrhof, Glockenkelter und Gasthaus Pfeffer zu lesen. "Unser Angebot richtet sich nicht nur an historisch Interessierte und Schulen, sondern an jeden, der Informationen aus Kernen sucht", sagt Stiene.
Aber ist es in Zeiten des Internets nicht bequemer, einfach eine Suchmaschine zu bemühen? Davon hält der Beisitzer des Vereins für Heimat und Kultur wenig: "Das Internet ist gut, wenn man etwas spezielles sucht, aber um einen Überblick über ein bestimmtes Thema zu bekommen, ist unser Pressearchiv besser", sagt Stiene.
Auch der Vorsitzende des Vereins freut sich über den Inhalt der 55 Ordner: "Das Archiv passt gut zu unserer Präsenzbücherei und ist eine interessante Recherchemöglichkeit", sagt Klaus Häcker. Doch er weiß auch, dass mit fast jeder Zeitungsausgabe der Bestand an Artikeln wächst. "Irgendwann müssen wird dann am Museum anbauen", sagt Häcker augenzwinkernd.
Das Pressearchiv erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, sagt Stiene. Vor allem Zeitungsartikel, die älter als fünf Jahre alt sind, fehlten häufiger. Manche Themen wie beispielsweise der Weinbau seien gut besetzt, andere wiederum wie etwa Friedhof, Wasser, Energie oder Naturschutz seien noch ausbaufähig. "Wer Artikel über Kernen gesammelt hat, kann sie uns gerne vorbei bringen", sagt Stiene.
Info: Das Pressearchiv im Museum unter der Y-Burg ist immer sonntags in der Zeit von 15 bis 18 Uhr sowie auf Absprache zugänglich. Wer helfen möchte, das Archiv weiter zu pflegen, kann sich bei Klaus Häcker, Telefon 0 71 51 / 4 13 00 melden.