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Geschichte Zigeunerhäusle in Waldmössingen

Michael J. H. Zimmermann, vom 16.12.2011 13:15 Uhr
  Foto: dpa
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Stuttgart - Heute ein geschichtlicher Text, der ein ernstes Thema behandelt:

„Waschechte Schwaben“ sind sie mit dunklerem Teint und einer zweiten Muttersprache, dem Romanes: die Sinti, die seit sechs Jahrhunderten in der Region Schwarzwald-Baar zu Hause sind und am oberen Neckar. Dank junger Bürger vor dem Abriss bewahrt, erinnert das über 200 Jahre alte „Zigeunerhäusle“ in Waldmössingen an ihr Schicksal.

Es zeugt von Verfolgung und Vernichtung der Sinti, aber auch von ihrer Heimattreue, ihrer Sesshaftwerdung, ihrer Eingliederung ohne kulturelle Selbstaufgabe: 72 Jahre nach Festsetzung der Sinti und ihrer damals bevorstehenden „Verwertung in Lagern und dergleichen“ eingeweiht, ist es zum Regionalmuseum für diese nationale Minderheit in Geschichte und Gegenwart geworden.

Bewohnt hat das winzige Häusle mit angebautem Pferdestall Franz Reinhardt (genannt Mogele) mit seiner Frau Katharina als Winterquartier; im Wagen ging es auf Sommerreise. Wiewohl Analphabet, war Reinhardt als Pferde-, Möbel- und Hausratshändler geschickt und geachtet – wie sein in Schwenningen nicht nur als Geigenbauer namhafter Schwager Bernhard Heinrich Pfisterer. Beide sollten schwerbeschädigt von der erzwungenen Odyssee durch die KZ-Lager dorthin zurückkehren, wo ihnen Heimat verwehrt wurde; Pfisterer wurde gar in Mauthausen aus der Gaskammer geholt, da ein Musiker für die KZ-Kapelle fehlte.

Ermordete Angehörige mussten beide beklagen. Wie den wenigen Überlebenden erging es ihnen nach dem Ende des Dritten Reiches übel: Sie wurden diskriminiert und mussten um ihre Bürgerrechte kämpfen. Immerhin wird das frühere „Zigeunerzwangsarbeiterlager Schillerhöhe“ in Schwenningen nicht länger verschwiegen und in Schramberg ein wichtiges „Zeichen der Erinnerung und Verantwortung“ gesetzt.

Im „Zigeunerhäusle“ ist nichts ausgeblendet: vorab die Opfer nicht, die von der Wiedergutmachung ausgeschlossen wurden, so dass Franz Reinhardt sagte: „Lieber ein echter Zigeuner als gar kein Mensch.“ Und er mag an die „Mörder der Heimat“ gedacht haben: an den Schramberger Bürgermeister Fritz Arnold, der rassische Vermessungen vornahm und Menschen „ausmerzte“. Oder an Gottfried Mauch, den Protegé des Gestapo-Chefs Hermann Mattheiß, weiland Amtsrichter in Oberndorf; in Stuttgart war er unter anderem für die Deportation der Württemberger Juden zuständig. Oder an die Zuschauer, die verständnislos Vorurteile pflegten. Die wenigen Helfer hat er nicht vergessen, nicht den Schwenninger Polizeipräsidenten August Keller, der die „Zigeuner“ 1943 aus dem Zug nach Birkenau retten wollte, da „polizeilich nichts gegen sie vorliegt“. Der schwäbische Spruch des Tages kommt von Leserin Ruth Horak aus Waiblingen: „Fuirio, dr Neckr brennt, holad Schtrau ond löschad gschwend.“

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DEZ
17
23:24 Uhr, geschrieben von Irmgard Abt
"Zigeunerhäusle in Waldmössingen" M.J.H Zimmermann
Eine wunderbare und sogleich sehr traurige Geschichte. Es ist gut in der Adventszeit nach zu denken,was damals diese bedauernswerte Menschen und manchmal auch heute noch darunter zu leiden haben,eine andere Hautfarbe und Sprache zu haben. Meine Großeltern meiner Mutter und ihre Geschwister,sind alle gebürtige "Obendorfer"gewesen. Großvater arbeitete in der Waffenfabrik 'Mauser'.Wenn er nach Hause kam,erzählte er seiner Frau so manch schreckliches. Großvater bestand darauf ,wie viel später meine Mutter erzählte,dass sie und ihre Geschwister wegzogen und in Stellung in die Schweiz gingen.Einer der Brüder wanderte sogar nach Amerika aus.Aber wie viele Menschen mußten dieses Elend mit ansehen? Obwohl meine Mutter nach der Heierat gedacht hatte dies alles überstanden zu haben und in einem frmden Ort sich niedergelassen hat.Aber die schwarzen langen Haare und die schöne braune Haut sind geblieben. Da kam nicht selten der Spruch wo sie und später auch wir gemeint waren. "Dui' hen au Zigeiner em Galopp verlaur'a"
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