Gelungene musikalische Momente

Von "Fellbach und Rems-Murr-Kreis" 

Fellbach. Das Fellbacher Vocalensemble singt in der Pauluskirche auf hohem Niveau "Sende dein Licht". Von Frank Ebert

Fellbach. Das Fellbacher Vocalensemble singt in der Pauluskirche auf hohem Niveau "Sende dein Licht". Von Frank Ebert

Vielfältige Einblicke in die Welt der A-cappella-Chormusik gewährte am Samstag das Vocalensemble. Der 35-köpfige Chor hatte unter der Leitung seines Dirigenten Gerhard Möller Chorwerke einstudiert, die sich allesamt unter dem Aspekt des Lichts subsumieren ließen.

In der zur Hälfte besetzten Pauluskirche stellte der Chor dabei erneut sein aus- geprägtes musikalisches Geschick unter Beweis. Hohe Intonationssicherheit, wohl geformter Chorklang, präzise Textdeklamation und ausgeprägter Experimentierwille zeichnete auch diesen Konzertabend aus. Die Mischung aus Werken, die im kollektiven Gedächtnis der Musikliteratur obenan stehen, mit Chormusik moderneren Datums und weitgehend unbekannt erlaubte eine interessante Entdeckungsreise mit vielfältigen musikalischen Schattierungen.

Harmonisch reich ausdifferenzierte Chorwerke Max Regers wechselten mit linear gehaltenen Sätzen Mendelssohns und Rheinbergers und standen in Kontrast zur Musik Whitacres, die clusterähnlich eher sphärischen Charakter offenbarte. Petr Ebens "Cantico della creature" verlangte dem Chor hohe intonatorische Stabilität bei den harmonischen Rückungen und hohe Virtuosität in den polyphonen Fugatoteilen ab. Hübsche Kleinode boten sich bei den Bearbeitungen alter Weisen wie "Der Mond ist aufgegangen" von Tilman Jäger.

Abgerundet wurden die Darbietungen durch drei solistische Einlagen von Daniel Eisenhardt am Vibraphon, die sich naht- los in den Kontext des Programms einfüg- ten und sowohl das feine Gespür des Mu- sikers für die leisen, nicht minder intensiven Klänge der Musik herausstrichen, als auch dessen Virtuosität hervorhoben.

An diesem Abend voller gelungener musikalischer Momente, an dem das Vocalensemble zauberhafte Schlusspassagen kreierte und klanglich kaum Wünsche offen ließ, mutet es beinah kleinlich an, auch die wenigen Schwächen zu benennen. Zwar fehlte Ebens Vertonung die letzte Sicherheit, zwar hätte man sich Mendelssohns Psalmvertonung "Richte mich, Gott" weniger lyrisch und mit mehr Biss vorstellen können, dies schmälerte die Leistung des Ensembles jedoch nur geringfügig.

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