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Gedicht Schwäbische Lektion (I)

StN, vom 11.08.2011 15:03 Uhr
Toilette hoißt bei ons Abee! Foto: dpa
Toilette hoißt bei ons Abee! Foto: dpa
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Leser Konrad Zluhan aus Vaihingen-Enz hat bei einer Haushaltsauflösung folgenden schwäbischen Text entdeckt:

Wer em Schwobalendle net Schwäbisch ka,
der ischt a bissle bschissa dra!
Dui Sproch kennt bei uns jeder Ma,
a bissle soll a Fremder doch au wissa.
Afanga duat des glei recht schee:
Toilette hoißt bei ons Abee!
Anstatt Knabe sait mr bei ons Buale,
schafft oiner viel, no duat er wuala!
Steine hoißet bei ons Stoiner,
und Knochen des send bei ons Boiner.
Zum Trotz hoißt bei uns grad mit Fleiß
und Rheumatismus Reißmadeiß!
Hausschuhe send beim Schwoba Debber
ond jedermann isch bei uns ebber!
Goschahobel heißt die Mundharmonika
ond ziag am Leder d'Handharmonika!
Huckepack hoißt Buckelranza
und herumstreunen hoißt bei ons schwanza!
Ein Fetzen des isch bei ons a Flerra,
ond weinen des hoißt plärra!
Ein Geschrei hoißt bei ons G'schur
und närrisches Gehabe Kugelfuhr!
Missmutig brummeln des hoißt bruddla,
und: Nicht so rasch hoißt no net hudla!
A Glucksgere des isch eine Glucke,
und ein Verrückter isch meschugge!
Böß dreinschaun des hoißt glotza,
und lutschen isch so viel wia schlotza.
Die Kruste einer Wunde isch a Ruf,
und eine Sicherheitsnadel isch a Gluf.
Wenn alle Kinder tollen, sait mr bei ons buabla,
und in der Nase bohren, hoißt mr: em Zenga grubla!
Beeilen hoißt beim Schwoba nore macha,
ond a Häufchen setzen Bäbba macha!
Verstecken spielen hoißt verschlupfa,
ond statt heba deam mr lupfa.
Wenn der Moscht gärt, no isch 'r räs,
Quark isch bei uns Luggeleskäs!
Eine Kartoffel isch bei ons d'Äbbier,
mr saget Karrasalb statt Wagaschmir!
Statt bremsa dea mr migga,
ond Friederike hoißt halt Ricka!
Ein keifendes Weib dui isch a Bäffzga,
undWespen des send bei ons Wefzga!
Rälling heißen die männlichen Katzen,
und abbrechen des hoißt bei ons a'fatza.
Kruscht des ischt a alts Gerümpel,
und ein Einfaltspinsel isch a Sempel!
Baatscha isch a langer Tratsch,
und ein Händedruck des isch a Batsch!
Schmeicheln hoißt bei ons fladdiera
und jeden achten: äschtimiera!
Statt: Halt fest! saga mir halt: Heb!
Und zu einer alten Jungfer: dui Zibeb!
Eine Hetzjagd ischt bei ons a Rätz
und dummes Gerede Lättagschwätz!
Wer häufig ausgeht, schwidisiert,
wer auf was reinfällt isch bitschiert!
Ein hartnäckiger Mensch, der isch stärch,
ond ein Verkehrter, der isch überzwerch!
Ein Flicklappen, des isch bei ons a Blätz,
isch was schiefgelaufen, isch des lätz!
Krebsla hoißt so viel wie steiga,
und etwas aufschichten hoißt mr beiga.
Die Flasche für das Kleinkind hoißt mr Schoppa,
und nach dem Essen rülpsen hoißt mr kobba.
Statt Ball spielen saga mir viel scheener baala,
ond sich wälzen des hoißt waala . . .

(Fortsetzung folgt)

Der schwäbische Spruch des Tages kommt von Leserin Edeltraud Meng aus Rudersberg: "Wenn de mi so essa siesch, sotsch gar et glauba, wa i beim Schaffa fir a Dackel be!"

Schreiben Sie uns: Zentralredaktion, Postfach 104452, 70039 Stuttgart, Stichwort: Schwäbisch, Fax: 0711/7205-7309; E-Mail: land@stn.zgs.de

 

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Von Leser Wolfgang Schall aus Waldenbuch stammen diese Zeilen über eine junge Lehrerin.
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