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Gedicht D' Sonn scheint schau so schee

StN, vom 17.11.2011 10:13 Uhr
Sonne Foto: AP
Sonne Foto: AP
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Willi Lösch aus Waldenbuch schreibt uns: "Dem schwäbischen Pietismus in seiner strengen Form zu Beginn des vorigen Jahrhunderts sagte man neben einer ausgeprägten Religiosität und tiefen Frömmigkeit auch nach, er hätte wenig Sinn für Humor gehabt, man hätte sich zum Lachen in den Keller zurückgezogen und habe auch den kulinarischen Genüssen entsagt. Daraus resultierte der Dialog zwischen Großtante und Großneffen: ,Du sottescht oifach des Weitrenka bleibe lau, des passt sich doch et und ischt zutiefest ochristlich.' Der Großneffe versuchte es mit seinen theologischen Kenntnissen und meinte: ,Aber Christus hot doch au Wei tronke, und bei der Hochzeit zu Kana hot er sogar aus Wasser Wei g'macht!' Worauf die Großtante meinte: ,Jo, do wär er vielleicht au besser dahoim blieba!"'

Leser Gerhard Bäuerle aus Schorndorf freut sich, dass man der Mundart nun wieder mehr Aufmerksamkeit schenkt. Er erinnert sich an seine Kindertage: "Wenn am Sonntagmorgen die Sonne aufs Bett schien, konnte mein Vater sagen: ,Gerhard, woisch du, dass i Chinesisch ka?' Dann sagte er: ,D' Sonn scheint schau so schee iber ons ens Bett!' Bei den Mädchen, so erinnert sich Herr Bäuerle, gab es manche Singspiele. Eines lautete:

Frau, kaufet Se Besa? Ja kommet Se rei.
Hent Se z' Middag gessa?
Ja, om halber drei.
Ällaweil, ällaweil Luggeleskäs,
ällaweil, ällaweil 's gleiche Gfräß.
Frau, kaufet Se Besa ...

Ein anderes lautete:

Ou, ou, ou ond au, au
hett e no des Deng net dao,
hett e koine Zwetschga gschtohla,
wär e net en Bach neigfloga.

Und noch ein Kinderreim:

Hoppa, hoppa, Ressle,
z' Schtuagert schtoht a Schlessle,
z' Schtuagert schtoaht a Guggahaus,
gugget drei Mädala raus.
Oina, dia schpennt Seida,
die ander ka's net leida,
die Dritt, dia näht en roda Rock
fir mai liaba Lombadogg."

Der Spruch des Tages kommt von Heide Boger aus Mühlacker. Sie schreibt zum Thema Figur: "Die isch so dürr, dass se a Geiß zwischa de Hörner küssa ka."

Schreiben Sie uns: Zentralredaktion, Postfach 104452, 70039 Stuttgart, Stichwort: Schwäbisch, Fax: 0711/7205-7309; E-Mail: land@stn.zgs.de

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DEZ
12
11:15 Uhr, geschrieben von Ulrich Götz
Fiese ma denda
Häufig benutzt man im Ostalb-schwäbisch den Ausdruck: Ha, jetz mach abr koine " Fiese ma denda " - was soviel bedeutet wie: Mache nichts Unanständiges, oder mache keine unnötigen Schwierigkeiten. Das stammt der Überlieferung nach wohl aus der Zeit als Napoleon mit seinen Truppen eine lange Zeit auf dem Härtsfeld festsaßen. Die Härtsmädchen waren von den jungen Franzosen sehr angetan - vor allem wenn diese einluden zu "Visite ma tente" (z.dt.: "Besuche doch mein Zelt") Die besorgten Eltern warnten dann: " Mach koine Fiese ma denta".
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Lehrstunde für die junge Lehrerin
Von Leser Wolfgang Schall aus Waldenbuch stammen diese Zeilen über eine junge Lehrerin.
D’Hond leant dr laufa!
Hermann Schiek aus Urbach schreibt uns: „Der Vater meines Freundes sagte vor 50 Jahren diese Verse auf“.
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