Warum ist es wichtig, dass behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsame Erlebnisse haben?
Es ist wichtig für Kinder mit Unterstützungsbedarf, in ihren Möglichkeiten keine Sondersituationen zu erleben. Sie sollen so normal wie möglich aufwachsen. Natürlich auch im Bereich der Freizeit und das können nur integrative Angebote sein.
Wie erleben das nichtbehinderte Kinder?
Für sie sollte es ganz normal werden, auch mit behinderten Kindern etwas zu machen und zu erleben. In unserer Gesellschaft gibt es eben auch Menschen, die eine Behinderung haben und sie sollten nicht ausgegrenzt werden.
Wer profitiert dabei von wem?
Alle profitieren hier voneinander. Die Kinder mit Unterstützungsbedarf lernen von den anderen Jungen und Mädchen. Sie spüren, dass sie angenommen werden. Dass alle miteinander spielen. Die nichtbehinderten Kinder merken dass es da "andere" Kids gibt, die nicht "gefährlich" sind.
Was erfordert das von den Betreuern?
Das Personal muss darauf achten, dass niemand zu kurz kommt oder ausgegrenzt wird. Die Helfer müssen schauen, dass das Tempo im Miteinander stimmt. Und sie sollten darauf achten, dass auch die nichtbehinderten Kinder zu ihrem "Recht" kommen. Es dürfen und sollen die Defizite nicht im Vordergrund stehen.
Wie kann man das Bewusstsein für solche integrativen Angebote schärfen?
Da müssen wir einfach in die Öffentlichkeit gehen. Unsere Angebote publik machen. Kooperationen anstreben. Mit Vereinen und Kirchen zum Beispiel. Hier in Steinheim und Umgebung müssen die Kinder mit Unterstützungsbedarf einfach am Gemeinleben teilnehmen und auch die Möglichkeit haben, sich darzustellen.
Wie wichtig sind solche Angebote für die Eltern?
Die Eltern erfahren durch so eine Freizeit Unterstützung und Entlastung. Der Aspekt der Normalität ist ein wichtiger Punkt. Wenn Kinder mit Unterstützungsbedarf als normal angeschaut werden, ihnen Selbständigkeit und Selbstverantwortung eingeräumt werden, ist dies ein wichtiger Punkt für Eltern und nimmt auch ein Stück Verantwortung.
Das Gespräch führte Iris Voltmann