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Freizeitgestaltung Vorzeigeprojekt: Ehrenamtsbörse „Machen wir was“

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Behinderte und Nichtbehinderte gestalten gemeinsam ihre Freizeit Foto: dpa
Behinderte und Nichtbehinderte gestalten gemeinsam ihre Freizeit Foto: dpa

„Machen wir was!“ ist der Titel einer neuen Ehrenamtsbörse, die der Verein Kultur für Alle im Auftrag der Stadt Stuttgart seit Januar 2015 auf die Beine stellt. Mittlerweile sind 75 Personen dabei – Menschen mit und ohne Behinderung, die gemeinsam ihre Freizeit gestalten.

Stuttgart - Mit der kulturellen Teilhabe von Menschen mit Behinderung beschäftigt sich ein Projekt, das am Montag im Sozialausschuss des Gemeinderats vorgestellt wurde. „Machen wir was!“, so lautet der Titel dieser Online-Börse, mit deren Hilfe Menschen mit Behinderung ehrenamtliche Assistenten und Freizeitpartner finden können. Eine erste Probephase unter der Regie des Vereins Kultur für Alle ist gerade am Laufen, seit 28. Januar 2015 ist die Börse im Internet unter www.machen-wir-was.de abrufbar.

Wissenschaftlich betreut wird die Initiative durch das Institut für angewandte Sozialwissenschaften der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heilbronn. Dessen Leiter Professor Dr. Paul-Stefan Roß beschrieb jene Aktivitäten, für die sich die Teilnehmer verabreden können – etwa der Gang in eine Theateraufführung oder ins Fußballstadion, Grillabende oder das gemeinsame Schwimmen im Badesee. Roß lobte das „Prinzip auf Augenhöhe“. Und: „Es hat eine Leichtigkeit, nicht die ganz große Schwere; in kleinen Dingen wie beim VfB oder im Biergarten wird das große Thema Inklusion fassbar.“

In der Startphase haben sich 56 Menschen – 31 mit Behinderung und 25 ohne – angemeldet. 15 Freizeitverabredungen kamen in den ersten drei Monaten zustande. „Mittlerweile sind 75 Personen dabei“, erläutert Gabriele Reichhardt, Leiterin Sozialplanung im Rathaus. „Machen wir was!“ sei „ein einzigartiges und innovatives Vorzeigeprojekt mit bundesweiter Resonanz“, hieß es im Ausschuss. Damit setze Stuttgart „sicher neue Maßstäbe der Inklusion von Menschen mit Behinderung in die Stadtgesellschaft“. Es gebe Anfragen aus der ganzen Republik, wie das Projekt auf andere Städte übertragen werden könne. Die Verwaltung schlägt eine Weiterführung übers Projektende am 31. Dezember 2015 hinaus vor. Dadurch entstehen der Stadt Kosten in Höhe von 30 000 Euro, vorwiegend für eine Halbtagskraft, da Kultur für Alle keine Refinanzierung erwirtschaften könne. Die endgültige Entscheidung über diese Ausgaben fällt im Rahmen der Haushaltsberatungen.

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