Freiburger Barock Consort Das Schweigen des Höllenhundes

Von Susanne Benda 

Das Freiburger Barock Consort mit seiner Konzertmeisterin Petra Müllejans (vorne rechts) Foto: Stefan Lippert
Das Freiburger Barock Consort mit seiner Konzertmeisterin Petra Müllejans (vorne rechts)Foto: Stefan Lippert

Als Freiburger Barock Consort haben Mitglieder des Freiburger Barockorchesters Kantaten rund um den antiken Orpheus-Mythos im Mozartsaal aufgeführt.

Stuttgart - Der Sieg der Liebe über den Tod ist einer der größten Träume der Menschheit, also auch einer der beliebtesten Gegenstände ihrer Kunst. Vor allem im opernhaftesten aller Opernstoffe wird dieser Traum Wirklichkeit: dem Mythos vom Sänger ­Orpheus, der seine Gattin aus der Unterwelt zurückholt. Ihn hat am Montagabend die kleine Formation des Freiburger Barockorchesters, das Freiburger Barock Consort, mithilfe etlicher barocker Kantaten im Mozartsaal ganz in Heinrich Heines Sinne gedeutet: Es ist eine alte Geschichte, doch bleibt sie immer neu.

Bei den „Orfeo“-Kantaten von Giovanni Battista Pergolesi und von Johann Joseph Fux wäre tatsächlich hinzuzufügen: Und wem sie just passieret, dem bricht das Herz entzwei. So hingebungsvoll sang hier die mit einem wunderbar klaren, leichten, ja instrumental geführten Sopran gesegnete Dorothee Mields , und so farbig, so textnah verliehen die Musiker rund um die Konzertmeisterin Petra Müllejans den Qualen des verlassenen Orpheus Ausdruck. Zumal die finsteren Ufer des Höllenflusses bei Pergolesi wurden so zu sprechenden Klängen, umgeben von Pergolesi-typischen, halbtongesättigten, geschmeidig-satten Melodiebögen.

Die „unbekannten Klänge“, die in Alessandro Scarlattis Kantate „Dall’oscura magion“ den Höllenhund Kerberos zum Schweigen bringen, formte das Ensemble ebenfalls überaus plastisch – und machte so wenigstens ein bisschen vergessen, dass es am Anfang des Stücks um Intonation und Koordination noch nicht zum Besten bestellt gewesen war. Überprobt war Scarlattis Kantate auch von Dorothee Mields nicht, die hier noch sehr an ihren Noten klebte und einmal sogar den Faden verlor.

Vergessen wir’s. Spritzig wirkten die zwischengeschalteten Blockflötenkonzerte von Domenico Natale Sarro und Francesco Mancini, die, weil ihnen die virtuose Flötistin Isabel Lehmann den letzten Pfiff verlieh, sämtliche gebrochenen Herz spielend wieder heilen ließen.

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