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Forschungshalle am Campus Vaihingen Uni baut Fabrik der Zukunft

Von Carolin Stihler 

Eine 6500 Quadratmeter große Forschungshalle entsteht am Pfaffenwaldring. Foto: Christian Hass
Eine 6500 Quadratmeter große Forschungshalle entsteht am Pfaffenwaldring.Foto: Christian Hass

Auf dem Campus der Uni Stuttgart entsteht eine flexible Fabrik, in der die Automobil-Produktion weiterentwickelt wird. Dabei kommt es auf Praxiswissen der Industrie und Forschung der Uni an.

Stuttgart - Die Zukunft des Automobils wird mit dem Projekt Arena 2036 in einer flexiblen Forschungsfabrik gestaltet. Unter einem Dach sollen auf dem Campus der Universität Stuttgart in Vaihingen künftig Wissenschaft und Wirtschaft Seite an Seite zusammenarbeiten, um die Produktion von Autos komplett auf den Kopf zu stellen. Zur Grundsteinlegung am Donnerstag waren zahlreiche Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik gekommen.

„Das ist ein großartiger Tag für das Autoland Baden-Württemberg“, begrüßte Wirtschaftsminister Nils Schmid voller Begeisterung die Gäste. Mit Arena 2036 starte man ein Leuchtturmprojekt, das mehr Dynamik in die Automobilbranche bringen soll. Davon profitieren werden laut Schmid nicht nur Spitzenwissenschaftler und Großunternehmen, sondern auch Mittelständler. Die Zukunftsfabrik kommt dabei ohne Fließband, Takte und fixe Arbeitsplätze aus – stattdessen arbeiten Menschen und Roboter in Arbeitsstationen zusammen.

Studenten können sich ebenfalls an den Forschungsprojekten beteiligen

Bereits 2012 gewann das Projekt in einem Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. An vier Startprojekten wird seit 2013 bereits in einem provisorischen Gebäude auf dem Uni-Campus geforscht: Der Entwicklung des intelligenten Leichtbaus, der Fachkräfte entlasten und Ressourcen schonen soll; an der Digitalisierung der Produktionsabläufe; an einer wandelbaren Produktion; und an Strategien, wie Wirtschaft und Wissenschaft gemeinsam arbeiten können. Auch Studenten unterschiedlichster Studiengänge können sich – vor allem im Rahmen ihrer Abschlussarbeiten – an den Projekten beteiligen. Im Jahr 2016 sollen diese Projekte unter dem neuen Dach der Forschungsfabrik eine gemeinsame Heimat finden. „Wie Wissenschaft und Wirtschaft in Zeiten der Digitalisierung zusammenfinden können, zeigt Arena 2036“, sagte Forschungsministerin Theresia Bauer bei der Grundsteinlegung. Anstelle des Fließbands trete eine flexible Interaktion zwischen Mensch und Maschine. Sie legte einen Hochschulfinanzierungsvertrag, in dem die finanzielle Grundausstattung der Universitäten geregelt ist, in den Grundstein. Andere Symbole wie eine Gedenkmünze, Pläne für die Forschungsfabrik, eine Uni-Broschüre und ein Daimler-Modellauto landeten ebenfalls in der Kassette, die im Fundament der Halle einbetoniert wird. Wolfgang Ressel, Rektor der Uni Stuttgart, betonte bei der Gelegenheit, dass „Wissenschaft und Wirtschaft nicht miteinander in Konkurrenz stehen“. Die gemeinschaftliche Projektarbeit solle dazu beitragen, Forschungserkenntnisse optimal in industrielle Innovationen zu übertragen.

 

Forschungsfabrik Arena 2036:

Die Baukosten der Forschungsfabrik Arena 2036 in Höhe von 27 Millionen Euro werden jeweils zur Hälfte aus Mitteln der Universität und aus Mitteln des Europäischen Strukturfonds für regionale Entwicklung im Zuständigkeitsbereich des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst finanziert. Die Forschungsarbeit wird mit zwei Millionen Euro jährlich vom Bundesforschungsministerium finanziert. Das Projekt ist auf 15 Jahre angelegt.

Neben der Uni sind Bosch, Daimler, BASF, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Deutsche Institute für Textil- und Faserforschung und die Fraunhofer-Institute Gründungsmitglieder der Arena 2036.

Das Ministerium für Finanzen und Wirtschaft hatte im Februar 2015 die Baufreigabe erteilt. Seit Mai wird gebaut.

In dem Gebäude auf dem Campus der Universität Stuttgart in Vaihingen entstehen bis zu 160 Arbeitsplätze für qualifizierte Wissenschaftler.

Der Neubau wird insgesamt rund 7000 Quadratmeter Nutzfläche umfassen. Herzstück soll die fast 5000 Quadratmeter große Werkstatt- und Fabrikationshalle werden.

Ziel ist es, bis zum Jahr 2036 neue, effizientere und wettbewerbsfähige Produktionsmodelle und -systeme zu realisieren.

 

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