Flughafen-Zoll Zigaretten, Alkohol und exotische Tiere im Koffer

Johannes Fuchslocher/bel, 15.09.2010 15:35 Uhr
Die Schatzkammer des Flughafens: Wir haben uns in der Asservatenkammer des Zolls umgesehen.

Stuttgart - Raus aus dem Flieger, rein in die Zollkontrolle. Täglich landen im Schnitt 12000 Menschen am Stuttgarter Flughafen. Dabei entdeckt der Zoll neben der Stange Zigaretten zu viel auch mal Nacktkatzen im Gepäck. Beim Kampf gegen Rauschgiftschmuggel ist der Zoll auf eine feine Hundespürnase angewiesen.

Lori springt auf und kratzt mit beiden Vorderpfoten an dem blauen Gepäckstück - ganz schulmäßig. Der Koffer stammt aus der KLM-Maschine, die vor 20 Minuten aus Amsterdam angekommen ist. Mit fünf Jahren gehört Lori zu den jüngsten Mitarbeitern am Flughafen. Die Rauschgiftspürhündin scheint fündig geworden sein. Kokain? Cannabis? "Das können wir noch nicht sagen. Der Hund kann Rauschgift im Einzelnen nicht voneinander unterscheiden", sagt Jan Westphal, Zolloberinspektor am Flughafen Stuttgart, und verständigt seine Kollegen, die am Terminal 3 bei der Gepäckannahme stehen. "Der Koffer kommt mit den anderen auf das Gepäckband", erklärt Westphal. Wenn der Besitzer sein Gepäck gleich vom Band nimmt, erwarten ihn schon die Zollbeamten, die ihn auf den Verdacht ansprechen werden.

Flughafen als EU-Außengrenze

Insgesamt sind 150 Zollbeamte am Flughafen tätig. Jan Westphal ist einer von ihnen. Als Abfertigungsleiter sorgt er dafür, dass der Gang durch den Zoll ordnungsgemäß abläuft. Im Schnitt landen täglich 200 Maschinen. Bei der Einreise richten sich die Kontrollen von den Abfertigungsbeamten hauptsächlich auf Rauschgift- und Waffenschmuggel sowie auf die jeweils bestimmten Freimengen von verbrauchssteuerpflichtigen Waren.

16.15 Uhr: Die gelben Lämpchen an der Anzeigetafel leuchten: Die Maschine aus Belgrad, Serbien, ist soeben gelandet. Für Reisende gelten hier besondere Einfuhrbeschränkungen, da es ein Drittlandflug ist. Der Flughafen stellt im zollrechtlichen Sinne eine EU-Außengrenze dar, denn Serbien gehört nicht zur EU. Was jetzt kommt, ist für Westphal und seine Kollegen Routine. Stichprobenartig kontrollieren sie Passagiere, die den Terminal 3 durch den grünen Ausgang verlassen. "Dadurch erklären sie, dass sie ausschließlich Waren bei sich führen, die abgabenfrei sind und keinen Verboten und Beschränkungen unterliegen", sagt Juliane Fritz vom Hauptzollamt Stuttgart.

Ein Ehepaar wird in das Abfertigungsbüro des Zolls begleitet. Westphal kontrolliert zuerst das Handgepäck und legt dabei schon einmal vier Schachteln Zigaretten auf die Seite. Danach ist der Koffer dran, hierbei entdeckt der Zolloberinspektor in einem Necessaire einige Tabletten. Westphal gibt sofort Entwarnung. "Dies stellt keine auffällige Menge dar, die über den zulässigen persönlichen Bedarf hinausgeht." Er entdeckt zwischen Handtüchern und Hosen zwei weitere Stangen Zigaretten. "Das sind vier Schachteln zu viel. Erlaubt sind nur 200 Zigaretten pro Person, also eine Stange", sagt Westphal.

 
 
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