Flughafen-Anbindung Stuttgart 21: Neue Variante im Spiel

dpa/lsw, 25.05.2012 13:16 Uhr
Mehrere Kommunen schlagen vor, für die Anbindung des Flughafens die Neckartalbahn zu nutzen.

Stuttgart - Die Region Reutlingen/Tübingen hat in der Diskussion um die Anbindung des Landesflughafens an das Bahnprojekt Stuttgart 21 eine neue Variante ins Spiel gebracht. In einem Brief an das Verkehrsministerium schlagen mehrere Kommunen vor, die Neckartalbahn dafür zu nutzen. Die Züge Richtung Bodensee und in die Schweiz würden dann vom Flughafen über Reutlingen und Tübingen nach Horb zur Gäubahntrasse geführt. Unterschrieben ist der Vorschlag unter anderem von Reutlingen, Tübingen, Rottenburg und Metzingen.

Hermann: Für konstruktive Vorschläge offen

Diese Variante solle während sogenannten Filderdialogs geprüft werden, hieß es. Bei dieser Diskussionsveranstaltung sollen ab Mitte Juni Spezialisten und Bürger über Alternativen zu den S-21-Planungen der Bahn rund um den Landesflughafen diskutieren. Auch Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) zeigte sich offen dafür.

Mit der neuen Variante würden Probleme, die sich aus der von der Bahn geplanten Anbindung der Gäubahn über die S-Bahn-Trasse an den Flughafenbahnhof ergäben, gar nicht entstehen, ist in dem Brief zu lesen. Allerdings müsse die Wendlinger Kurve ausgebaut und die Strecke Tübingen-Horb elektrifiziert werden. Unterm Strich sei diese Planung aber kostengünstiger, argumentieren die Kommunen. Allerdings würde sich die Fahrzeit von Stuttgart nach Zürich verlängern.

Hermann sagte: „Wir nehmen grundsätzlich mit Interesse alle konstruktiven Vorschläge entgegen, die Lösungen für die bekannten Mängel der Antragstrasse bieten.“ Dieser Vorschlag habe den Vorteil, dass kein Mischverkehr auf der Flughafenanbindung mehr nötig sei. Er werde die Deutsche Bahn und die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg bitten, diese Variante näher zu untersuchen.

 
 
Lokale Favoriten - stuttgarter-nachrichten.de
Kommentare (26)
  1. (Logout)
  2. Die Redaktion veröffentlicht ausgewählte Kommentare auch in der gedruckten Ausgabe der Stuttgarter Nachrichten. Voraussetzung ist, dass der Beitrag mit Namen, Postanschrift und E-Mail (Adressen werden nicht veröffentlicht) vorliegt.
Melden Sie sich jetzt an!
Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich.

Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben.

Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt. Alternativ können Sie sich mit Ihrem Facebook-Account anmelden.
DonCarlos Ist schon länger als 1 Jahr her
Da hängt sich ein „DB AGler pro Infrastrukturrückbau“ ja wieder mächtig ins Zeug aber er hat auch eine Erkenntnis: „Schon heute verkehren viel weniger S-Bahnen als technisch möglich, weil die Auslastung einfach zu schlecht ist und keine weiteren Züge bestellt werden.“ Nur woher sollen denn dann mit S21 die Leute kommen, die am Flughafen umsteigen sollen? Wo die Leute am besten umsteigen könnten, wäre in Stuttgart-Vaihingen: http://filderbahnhof.net/wordpress/filderbahnhof-vaihingen-der-verkehrsknotenpunkt-der-gaubahn-auf-den-fildern/ In Stuttgart-Vaihingen ist auch entsprechendes Potential an Pendlern vorhanden, wie aus den Unterlagen der VVS zu erkennen ist. --------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- Ihre Behauptungen zum Umsteigen am Flughafen wird auch durch mehrfaches wiederholen nicht besser: „Das sind im östlichen Bereich 90m, im Zentralbereich 160m. Da machen Sie sich mal bitte keine Sorge, das können die Fluggäste schon laufen.“ Wenn Sie sich auf die bisherige Planung beziehen, dann vergessen Sie zu erwähnen, dass sich Ihre Angaben auf Luftlinie beziehen. Der geplante Bunkerbahnhof am Flughafen soll aber fast 30 Meter unter der Erde liegen. Für eine ähnlichen Abstand zwischen zwei Bahnhöfen mit Höhendifferenz geht die DB AG von 15 Minuten Umsteigezeit aus (Frankfurt Flughafen Fernbahnhof zu Regionalbahnhof). Falls Tunnel zwischen den Bahnhöfen geplant sein sollten, dann weisen Sie dies bitte Anhand von Unterlagen nach. Ihre folgende Behauptung ist daher falsch „Heute ist die Strecke beim Umsteigen zwischen Sackbahnhof und Hbf-tief länger und unkomfortabler“. Die DB AG geht heute in Stuttgart von einer maximalen Umsteigezeit von 9 Minuten zwischen Tiefbahnhof und Kopfbahnhof aus. Falls Sie sich jetzt wieder versuchen rauszureden mit dem Hinweis, dort oben wäre bisher noch nichts planfestgestellt, dann können Sie aber gar keine Aussagen zu den zukünftigen Umsteigezeiten treffen.
Antworten
Paul Stefan Ist schon länger als 1 Jahr her
„Stammheim.zwo“ haben Sie nicht widerlegt mit Ihrer Berechnung, weil Sie vom heutigen Fahrplan ausgehen. Natürlich wäre mit dem heutigen Fahrplan Vaihingen als Umsteigebahnhof zum Flughafen sinnlos. Natürlich wäre eine Fahrplanänderung notwendig. Mit Ihrer Logik (d.h. Anwendung des bestehenden Fahrplans) könnte man auch das ganze S 21 als sinnlos hinstellen. – Mit einem geeigneten Fahrplan hätte man schon vor 20 Jahren die Anbindung von der Gäubahn an den Flughafen verbessern können. Warum hat man es nicht getan? Nicht weil eine Fahrplanänderung unmöglich gewesen wäre, sondern weil die Bedeutung des Flughafens in Wirklichkeit viel kleiner ist, als sie heute vielfach dargestellt wird. Wenn es noch eines Beweises für die untergeordnete Bedeutung der Anbindung der Gäubahn an den Flughafen bedurft hätte, dann ist es genau die Tatsache, dass man die Gäubahn nicht schon längst besser an den Flughafen angebunden hat. – Übrigens verstehe ich nicht, dass Sie sich derart vor den Karren der Flughafengesellschaft spannen lassen. – Noch ein Übrigens: Ihre Anrede „Werter Herr ...“ stammt aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts, sie ist inzwischen nicht nur veraltet, sondern sie hat auch ein „Gschmäckle“ – und zwar ein abwertendes. Aber das nur nebenbei. (Ich hoffe, Sie und die Redaktion verzeihen mir diesen Hinweis. Er ist nicht bös gemeint.)
Antworten
Aufmerksamer Leser Ist schon länger als 1 Jahr her
@Rolf Dreher, Sie schrieben 'Ich sehe nicht, dass am Flughafenbahnhof mehr S-Bahnen verkehren werden. Diese Möglichkeit wird mit S21 genommen, weil dort statt bisher 2 S-Bahn-Gleisen nur noch eines für die S-Bahnen im Bahnhof und auf der Zulaufstrecke zur Verfügung stehen werden. Die von Ihnen vielbeschworenen Regionalzüge teilen sich mit den Fernzügen dann das andere Gleis.' Das ist falsch, nur 1/4 der Regionalzüge und die Hälfte der Fernzüge sollen an der S-Bahn-Station nach den bisherigen Plänen halten. Die anderen halten an der neu geschaffenen Station. --- Vorher sprachen Sie davon, dass mehr S-Bahn an den Finanzen mangeln sollte, jetzt ist es plötzlich die Kapaztiät. Das aber dort mehr S-Bahen fahren, sehe ich in der Tat auch nicht: wenn die Regionalzüge am Flughafen halten, werden viele Fahrgäste die schnelleren Regionalzüge benutzen, und die bestehenden S-Bahnen daher deutlich entlasten. Neue einzuführen wird dann in der Tat lange nicht möglich sein, aber das liegt eben am fehlenden Bedarf. Und sollte irgendwann mehr Bedarf sein, dann kann ja auch eine neue Strecke gebaut werden.
Antworten
Eisenbahner pro S21 Ist schon länger als 1 Jahr her
Werter Herr Dreher! 'Ich sehe nicht, dass am Flughafenbahnhof mehr S-Bahnen verkehren werden.' Müssen ja auch nicht. Schon heute verkehren viel weniger S-Bahnen als technisch möglich, weil die Auslastung einfach zu schlecht ist und keine weiteren Züge bestellt werden. _________________________________________________________________________ 'Diese Möglichkeit wird mit S21 genommen, weil dort statt bisher 2 S-Bahn-Gleisen nur noch eines für die S-Bahnen im Bahnhof und auf der Zulaufstrecke zur Verfügung stehen werden.' Wo sollen denn diese vielen S-Bahnen auch hin? Nach Bernhausen? _________________________________________________________________________ 'Beide Gleise müssen künftig Züge verkraften, die in entgegengesetzter Richtung fahren! Einen solchen Rückbau des Flughafenbahnhofs und der Filderstrecke kann ich nicht befürworten.' Es gibt keinen Rückbau, nur eine völlig andere Nutzung. Denn der Flughafenbahnhof und damit die Bewohner des Filderbereichs, auch jene, die künftig mit der U-Bahn bzw. Bus zum Flughafen kommen, bekommen ja viele weitere direkte schnelle Regional- und Fernzugverbindungen. Z.B. nach Böblingen, Horb und Herrenberg, was heute einen Krampf darstellt, ebenso nach Nürtingen, Reutlingen und Tübingen. Das bringt unterm Strich verkehrlich viel mehr als eine Taktverdichtung zwischen Bernhausen und Rohr, die heute schon schlecht genutzt wird. ___________________________________________________________________________ 'Mir ist wichtig, dass die Menschen (Berufspendler) auf den Fildern besser ins S-Bahn-Netz des Wirtschaftsraumes Stuttgart integriert werden' Ja, wie denn? Bitte um Beispiele, welche Linien Sie persönlich in welchem Takt einrichten würden, um wirklich ein besser genutztes Verkehrsangebot zu erreichen. ____________________________________________________________________________ 'wo die meisten Ankommenden dann sowieso erst einmal die Strecke vom neuen Filderbahnhof zum Flughafen zurücklegen müssen.' Das sind im östlichen Bereich 90m, im Zentralbereich 160m. Da machen Sie sich mal bitte keine Sorge, das können die Fluggäste schon laufen. Heute ist die Strecke beim Umsteigen zwischen Sackbahnhof und Hbf-tief länger und unkomfortabler...
Antworten
Rolf Dreher Ist schon länger als 1 Jahr her
Ich sehe nicht, dass am Flughafenbahnhof mehr S-Bahnen verkehren werden. Diese Möglichkeit wird mit S21 genommen, weil dort statt bisher 2 S-Bahn-Gleisen nur noch eines für die S-Bahnen im Bahnhof und auf der Zulaufstrecke zur Verfügung stehen werden. Die von Ihnen vielbeschworenen Regionalzüge teilen sich mit den Fernzügen dann das andere Gleis. Beide Gleise müssen künftig Züge verkraften, die in entgegengesetzter Richtung fahren! Einen solchen Rückbau des Flughafenbahnhofs und der Filderstrecke kann ich nicht befürworten. Mir ist wichtig, dass die Menschen (Berufspendler) auf den Fildern besser ins S-Bahn-Netz des Wirtschaftsraumes Stuttgart integriert werden, anstatt ein paar Urlaubern von außerhalb eine Direktverbindung zum Flughafen zu ermöglichen - wo die meisten Ankommenden dann sowieso erst einmal die Strecke vom neuen Filderbahnhof zum Flughafen zurücklegen müssen. Das kann man mit einem ausgebauten S-Bahn-Netz besser lösen.
Antworten