Kampf gegen Schleuserbanden Nato schickt sofort Schiffe in die Ägäis

Von red/dpa 

Entdecken die Besatzungen der Nato-Schiffe in Seenot geratene Flüchtlinge, sollen diese künftig  gerettet und in die Türkei zurückgebracht werden. Foto: Bundeswehr/Gottschalk/dpa
Entdecken die Besatzungen der Nato-Schiffe in Seenot geratene Flüchtlinge, sollen diese künftig gerettet und in die Türkei zurückgebracht werden.Foto: Bundeswehr/Gottschalk/dpa

Die Nato beteiligt sich am Kampf gegen Schleuserbanden in der Ägäis. Generalsekretär Stoltenberg sagte, es werde unverzüglich ein Marineverband entsandt.

Brüssel - Die Nato schickt unverzüglich drei Kriegsschiffe unter deutschem Kommando ins östliche Mittelmeer, um das Schleusen von Flüchtlingen zwischen der Türkei und Griechenland zu unterbinden. Die Schiffe „werden sich jetzt in Bewegung setzen“, sagte Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Donnerstag in Brüssel. Die Flotte soll aufklären und überwachen, aber nicht direkt Flüchtlingsboote stoppen. Die Nato will zudem an der türkisch-syrischen Grenze Geheimdienst-, Überwachungs- und Aufklärungsaktivitäten verstärken.

Mit der Entsendung der Kriegsschiffe in die Ägäis solle Griechenland, der Türkei und der Europäischen Union geholfen werden, die größte Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg zu bewältigen, sagte Stoltenberg. Die Schiffsbesatzungen seien beauftragt, der griechischen und türkischen Küstenwache sowie anderen Behörden „wichtige Informationen“ zur Verfügung stellen, um Menschenschmuggel und verbrecherischen Netzwerken entgegenzutreten.

Fast 2000 am Tag erreichen Europa über das Meer

Stoltenberg sagte, der oberste Nato-Kommandeur in Europa, Philip Breedlove, habe den ständigen maritimen Einsatzverband der Nato im Mittelmeer „ohne Verzögerung“ in die Ägäis geschickt. Er nannte die Lage ein menschliche Tragödie. Zuvor hatten die Nato-Länder Deutschland, Griechenland und Türkei einen Beitrag des Verteidigungsbündnisses zur Bewältigung der Flüchtlingskrise gefordert. US-Verteidigungsminister Ashton Carter sagte, es gebe ein verbrecherisches Syndikat, das die Flüchtlinge ausbeute. Dieses müsse getroffen werden.

Anfang der Woche hatte die Internationale Organisation für Migration mitgeteilt, in diesem Jahr seien bereits 409 Menschen beim Versuch gestorben, das Meer Richtung Europa zu überqueren. Fast zehn Mal so viele Flüchtlinge hätten in den ersten sechs Wochen 2016 das Meer überwunden wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. 76 000 Menschen, fast 2000 am Tag, hätten Europa seit dem 1. Januar über das Meer erreicht. Die meisten von ihnen versuchen von der Türkei nach Griechenland zu gelangen, um von dort aus weiter Richtung Norden in wohlhabendere Länder wie Deutschland oder Schweden zu reisen.

Am Mittwoch hatten der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu und sein niederländischer Kollege Mark Rutte übereingestimmt, mit der Nato und der EU-Grenzschutzbehörde Frontex im Kampf gegen Schleuserbanden zusammenzuarbeiten.

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