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Flüchtlinge in Stuttgart Vom Notquartier in die Wohnung

Von Hanna Spanhel 

Ein Junge aus Syrien beobachtet den Umzug aus der Notunterkunft in Obertürkheim Foto: Hanna Spanhel
Ein Junge aus Syrien beobachtet den Umzug aus der Notunterkunft in ObertürkheimFoto: Hanna Spanhel

440 Flüchtlinge ziehen derzeit innerhalb Stuttgarts um. Sie dürfen nach drei Monaten die Turnhallen verlassen, in denen sie bisher untergebracht waren. Doch die nächsten Bewohner stehen bereits in der Warteschlange.

Stuttgart - Um acht Uhr morgens herrscht noch etwas Verwirrung in der Notunterkunft für Flüchtlinge in Obertürkheim. Vor der Turnhalle stapeln sich zusammengeschnürte Matratzen, Pappkartons und gepackte Koffer – der Umzugslaster ist noch nicht in Sicht. Auf Klebeband sind Namen und neue Adressen notiert. Trotz der Hektik herrscht gelöste Stimmung – die Bewohner wissen: Nach rund drei Monaten dürfen die meisten von ihnen endlich die beengte Halle verlassen und in andere Quartiere umziehen. Telefonnummern werden ausgetauscht, die ehrenamtlichen Helfer umarmt.

Gut 30 Menschen sind am Freitag aus dem Notquartier ausgezogen. Sie finden Platz in Wohnungen der Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) in Wangen und Zuffenhausen, wo sich in der Regel drei Leute ein Zimmer teilen. An diesem Samstag und Montag folgen die restlichen Bewohner aus Obertürkheim. Danach wird geputzt – und die leere Halle für die Ankunft von Neuankömmlingen vorbereitet.

Alle Hallen werden sofort nachbelegt

440 Bewohner der Turnhallen in Obertürkheim, Hedelfingen und Weilimdorf sind bereits vor einigen Tagen umgezogen oder tun dies demnächst. Die Stadt Stuttgart hat sich entschlossen, die Menschen nicht dauerhaft in den Notunterkünften zu belassen, sondern sie umzuquartieren, sobald sich anderswo Lücken auftun.

Wer in den Hallen in Birkach und im Stuttgarter Osten lebt, muss sich noch gedulden: Vor Ende März oder Anfang April wird sich dort laut Sozialamt wohl nichts tun. Alle Hallen werden nachbelegt, sobald die Umzüge beendet sind. Ob und wann die Stadt auf die Notquartiere verzichten und die Turnhallen wieder für ihren ursprünglichen Zweck freigeben kann, ist derzeit völlig offen. Bis zum Jahresende erwartet die Stadt einen weiteren deutlichen Anstieg der Flüchtlingszahlen in Stuttgart.

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Stuttgart-Zuffenhausen Der neue Mobifant kommt sehr gut an

Von 25. Juli 2016 - 15:23 Uhr

Das neue Spielmobil ist am Freitag an der Flüchtlingsunterkunft an der Gottfried-Keller-Straße eingeweiht worden. OB Kuhn sowie Vertreter von Unicef und Porsche waren dabei.