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Finanzhilfe naht Finale Verhandlungen in Griechenland?

dpa, vom 07.02.2012 17:54 Uhr
Angela Merkel bleibt zuversichtlich. Foto: Adrian Bradshaw/Archiv Foto: dpa
Angela Merkel bleibt zuversichtlich. Foto: Adrian Bradshaw/Archiv Foto: dpa
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Athen/Berlin - In den monatelangen Verhandlungen um einen Schuldenerlass für Griechenland sind echte Fortschritte geschafft. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält es für möglich, dass die Verhandlungen bis Donnerstagabend abgeschlossen sind. Es sei denkbar, dass ein Bericht der internationalen Finanzkontrolleure - Voraussetzung für weitere 130 Milliarden Euro - bis dahin fertig sei. Ohne diese Hilfe wäre Griechenland bis Ende März pleite. Es sei wahrscheinlich, dass die Finanzminister der Eurogruppe am Donnerstagabend tagen könnten, sagte die CDU-Vorsitzende in der Sitzung der Unionsfraktion nach Teilnehmerangaben.

Barroso: "Ich glaube, dass wir einer Einigung sehr nahe sind"

Auch EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso zeigte sich am Dienstag zuversichtlich. „Ich glaube, dass wir einer Einigung sehr nahe sind“, sagte er in Brüssel. Die Märkte reagierten positiv auf die hoffnungsvollen Signale. Der Euro legte kräftig zu und übersprang die Marke von 1,32 US-Dollar. In Athen ging der Poker weiter. Wie die Nachrichtenagentur dpa aus Regierungskreisen erfuhr, ist die Sparliste fertig. Sie sollte am Abend von den Vorsitzenden der regierungsstützenden Parteien bei einem Spitzentreffen mit Ministerpräsident Lucas Papademos gebilligt werden. Bereits am Mittwoch könnte dann der Ministerrat das Papier auf den Weg bringen. Nach Informationen des staatlichen Rundfunks soll es etwa 15 Seiten haben.

Auf der Streichliste stehen neben Einschnitten im privaten Sektor auch Kürzungen der Ausgaben für Medikamente, für Rüstung sowie Kappung von Zuschüssen für Städte und Gemeinden. Papademos, ein parteiloser Finanzexperte, ist auf eine breite innenpolitische Unterstützung angewiesen.

Derzeit verhandelt Athen mit der „Troika“ aus EU, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Europäischer Zentralbank (EZB) über neue Sparmaßnahmen, ohne die keine weiteren Hilfen fließen und die Staatspleite droht. Insgesamt sollen 2012 weitere 4,4 Milliarden Euro eingespart werden. Geplant sind unter anderem kräftige Lohnkürzungen im Privatsektor zwischen 20 bis 30 Prozent. Die Regierung will zudem noch in diesem Jahr 15.000 Staatsbedienstete entlassen, bis 2015 sollen es 150.000 werden.

Aus Protest gegen das neue Sparprogramm machten tausende Griechen mit einem 24-Stunden-Streik ihrem Ärger Luft. In Athen demonstrierten nach Schätzungen der Polizei rund 10.000 Menschen bei strömendem Regen gegen die massiven Sparpläne. Am Rande kam es zu kleineren Zwischenfällen. Rund 200 rechtsorientierte Demonstranten versuchten, den Eingang des Parlaments zu erreichen. Sie forderten mit Sprechchören die Regierung zum Rücktritt auf, wie im Fernsehen zu sehen war. Zwei der Demonstranten trugen eine deutsche Fahne und eine Fahne mit einem faschistischen Symbol. Die Polizei setzte Reizgas ein. Ein Demonstrant zündete eine deutsche Flagge an. Die Streiks legten den öffentlichen Verkehr in der Hauptstadt vielerorts lahm. Zu den Arbeitsniederlegungen hatten die beiden größten Gewerkschaftsverbände GSEE für den Privatsektor und ADEDY für die Beamten aufgerufen.

Sonderkonto zum Schuldenabbau sorgt für Zündstoff

Die Regierung muss sich nicht nur mit den umstrittenen Einsparungen befassen. Auch die Verhandlungen mit den privaten Gläubigern für den dringend benötigten Schuldenschnitt in Höhe von 100 Milliarden Euro müssen erfolgreich zu Ende gebracht werden. Ein mögliches Sonderkonto zum Schuldenabbau Griechenlands, das Deutschland und Frankreich am Montag gemeinsam vorgeschlagen hatten, sorgte weiter für Zündstoff. So kam heftige Kritik von der Linkspartei, die in dem Vorstoß das Kalkül sieht, Griechenland aus der Eurozone und in die Staatspleite zu treiben. „Anders sind die völlig überzogenen Forderungen Deutschlands und der Troika nicht zu erklären“, monierte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht. Die Idee aus Berlin und Paris soll von den Euro-Finanzministern besprochen werden. „Wir freuen uns darauf, das mit den Partnern der Eurogruppe zu diskutieren“, sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn.

Zustimmung zu dem Vorschlag signalisierte Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker. „Dass man versucht sicherzustellen, dass unsere griechischen Freunde Schulden auch zurückzahlen, dies dann über ein Sonderkonto abzuwickeln, ist keine abwegige Idee“, sagte Luxemburgs Premierminister im rbb-Inforadio.

 

 

Kommentare (2)
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FEB
09
12:12 Uhr, geschrieben von Snowman
Und ewig grüßt das Murmeltier
Seit Tagen gibt es immer wieder ein Finale nach dem anderen. Und ewig grüßt das Murmeltier - an diesen Film fühlt man sich seit Tagen permanent erinnert. Kein Politiker in Europa wagt das gefürchtete Wort auszusprechen, nämlich dass Griechenland pleite und nicht zu retten ist. Auch weil es die dort lebende Bevölkerung nicht will und uns Deutsche lieber mit Nazivergleichen überzieht. Hitlervergleiche, Dachau-Vergleiche - all das kann die griechische Presse und natürlich auch die dortige Bevölkerung zu genüge. Aber diejenigen angreifen, die für das Schlamassel verantwortlich sind, das traut sich weder die griechische Presse noch die griechische Politik. Nämlich die Reichen, die sich schon längst nach Bulgarien abgesetzt haben, die Steuersünder, deren Steuersünden keine Behörde in Griechenland eintreiben will, auch weil mehrere Behörden dort gegeneinander arbeiten, die Fakelaki-Wirtschaft... Schlimm nur, dass unsere Politiker sich immer mehr blamieren und sich von den griechischen Politikern wie ein Ochse im Nasenring herumführen lassen, die nämlich nicht einen Cent einsparen möchten, sondern denen es lieber wäre wir würden ihnen immer wieder Geld zuschießen, welches wir niemals mehr wiedersehen würden.
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FEB
08
23:34 Uhr, geschrieben von Albert Seitzer
Europa ein Tollhaus!
In Deutschland gibt es viele wirklich gute Experten, auch für das griechische Problem, welches auch unseres ist. Warum wird dann so ein Bockmist von den Politikern veranstaltet? Wenn man erfährt, dass Herr Ackermann beteiligt ist, dann weiß man, welche Interessen hier durchschlagen. Schlicht menschenverachtende verbrecherische Energie. Griechenland ist längst überschuldet und pleite. Man sollte uns nicht so plump anlügen dürfen. Die Zahlungsfähigkeit wird künstlich durch EU-Zahlungen aufrecht erhalten. Die wirklichen Experten, die keine Lobbyisten der Finanzmafia sind, sind sich einig, dass dieses Sparen genau das verkehrte ist. Die Volkswirtschaft wird dadurch zusätzlich geschwächt, die Zahlungsfähigkeit völlig zerstört. Griechenland würde für immer abhängig, will man denn das? Ja, die Finanzmafia will es, auch Deutschland gerät dadurch in ihre Hand, was übrigens schon geschehen ist. Sogar der deutsche Geheimdienst arbeitet bereits für sie und gegen Deutschland. Die Sparvorschläge sind keine, es ist ein Armutserzeugungsprogramm! Wirkliches Sparen ist mit Investitionen verbunden, s=i! Ein Aufbauprogramm ist notwendig. Staatsanwaltschaft, Gerichte, Polizei: Bekämpfung der Mafia, Korruption, Steuerbetrug und anderer Verbrechen, neben der verbesserten Sicherheit werden hohe Einnahmen durch Strafgelder und Schadensersatz erzielt und Verbrechen lohnt sich nicht mehr. Steuern wieder senken, aber Eintreibungsmannschaften verstärken und Ausnahmen streichen. Mindestlohn belassen, stärkt die Nachfrage. Sozialsystem für alle gleich als gehobene Grundsicherung! Sofort keine Zinszahlungen und Rückzahlungen der staatlichen Kredite mehr. Schulden einfrieren, keine neuen Schulden machen. Alle Finanzgeschäfte ohne realwirtschaftlichen Nutzen verbieten, hohe Finanzstrafen eintreiben, nur noch eine staatliche Lotterie, ohne Werbung! Wenn das gelingt, wird Griechenland Vorbild in der EU und Nettobeitragszahler und wir werden gern nach Griechenland gehen! Noch etwas: Nicht an der Armee kürzen, da unten ist immer noch eine gefährliche Ecke!
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