Finale „I Got Rhythm“ Beschwingtes Staunen im Kunstmuseum Stuttgart

Von Nikolai B. Forstbauer 

Kees van Dongen, Josephine Baker au Bal nègre, 1925 Foto:  
Kees van Dongen, Josephine Baker au Bal nègre, 1925Foto:  

An diesem Sonntag um 21 Uhr ist Schluss. Endgültig. Die Ausstellung „I Got Rhythm – Kunst und Jazz seit 1920“ im Kunstmuseum Stuttgart endet. Zum Finale gibt es ein Festival mit Sven-Ake Johansson, Alexander von Schlippenbach, China Moses und anderen Größen des Jazz.

Stuttgart – - Man sieht dieser Tage Erstaunliches in den Räumen des Kunstmuseums Stuttgart. ­Menschen, die sich tänzelnd bewegen, Besucherinnen und Besucher mit einem immer wieder neuen und immer wieder anderen Lächeln im Gesicht.

Noch bis einschließlich diesen Sonntag und dann bis 21 Uhr wird dies so gehen. Die Ausstellung „I Got Rhythm – Kunst und Jazz seit 1920“ macht es möglich. „Das ist wirklich auch für uns eine ganz erstaunliche Erfahrung“, sagt Ulrike Groos beim „Ortstermin“ unserer Zeitung in den Ausstellungsräumen. Die Direktorin lenkte gemeinsam mit Kunstmuseums-Kurator Sven Beckstette ein ganzes Team, das „I Got Rhyhtm“ möglich machte.

Lenken aber sei, sagt Groos im Gespräch mit den ­Leserinnen und Lesern unserer ­Zeitung, das falsche Wort. Denn erst „wirkliche Teamarbeit“ habe das Entdecken immer neue ­Aspekte und immer neuer Dialoge zwischen künstlerischen und musikalischen Positionen überhaupt möglich gemacht.

Gegenwelten

Überraschende Begegnungen bestimmen die Ausstellung und erleben unsere Leserinnen und Leser bei den „Ortstermin“-Führungen. Etwa eine Arbeit von Marlene ­Dumas. Durchsichtig fast das mit beiden Händen vor die Brüste gezogene Kleid, durchsichtig fast auch die Figur selbst. Ein übergroßer Kopf auf schmalen Schultern, ein Willen, der sicht- und spürbar nicht zu dieser gefährdet wirkenden Figur passt. Oder gerade doch? 1997 malt die südafrikanische Malerin ­Dumas das großformatige Aquarell „Josephine (not tonight)“. Ein ­Verweis auf die 1925 erstmals aufgetretene Tänzerin ­Josephine Baker, wie stets bei ­Dumas auch ein Spiel mit den Ebenen von Porträt und Selbstporträt. Es ist weniger ein stilles, denn ein hoch konzentriertes Bild – und ­ damit typisch für die Phalanx der Überraschungen von „I Got Rhythm – Kunst und Jazz seit 1920“. Zu diesen zählt auch eine Bleistiftstudie zu Piet Mondrians „Broadway Boogie-Woogie“. Das Blatt aus einer Privatsammlung ist in seiner Studienhaftigkeit doch von höchster Spannung.

Finale mit Musik

Jazzkonzerte gab es zum Auftakt der Schau – eröffnet mit Wolfgang Dauner, der mit seinem Sohn Florian Dauner ein inzwischen als eigenes Album veröffentlichtes fulminantes Konzert gab. Jazz wird es auch zum Finale von „I Got Rhyhtm“ geben. „In der Auswahl der Musikerinnen und Musiker spiegelt sich auch auf der Bühne die Verbindung von Jazz und bildender Kunst genauso wider wie die Auseinandersetzung mit Geschichte und Tradition der Musikrichtung“, heißt es seitens des Kunstmuseums dazu offiziell. Peter Bötzmann und China Moses sind an diesem Samstag zu Gast, Rüdiger Carl und Sven-Åke Johansson eröffnen an diesem Sonntag um 11 Uhr musikalisch den letzten Tag der Schau. Es folgen um 17 Uhr Alexander von Schlippenbach und um 20 Uhr Rolf Kühn. Dessen Auftritt endet um 21 Uhr – „und damit auch unsere Ausstellung“, sagt Kunstmuseumsdirektorin Ulrike Groos.

Kunst bis 24 Uhr

An diesem Freitag ist das Kunstmuseum Stuttgart – und damit auch die Sonderschau „I Got Rhythm“ – bis 21 Uhr geöffnet. Noch länger kann man an diesem Samstag durch die Stockwerke flanieren. „Wir haben das Haus offen bis 24 Uhr“, sagt Ulrike Groos, die sich vor dem Finale noch gerne an die „wunderbare Eröffnung“ erinnert. „Diese Austellung“, sagt Groos, „hat eine eigene Stimmung in das ganze Haus gebracht“.

www.kunstmuseum-stuttgart.de
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