Filderstadt Neue Pedelec-Station schwebt am Bahnhof ein

Von Sascha Schmierer 

Rangierarbeit: Die  Container-Module für die neue Pedelec-Station an der Filderbahnstraße werden aufgestellt. Foto: Sascha Schmierer
Rangierarbeit: Die Container-Module für die neue Pedelec-Station an der Filderbahnstraße werden aufgestellt.Foto: Sascha Schmierer

Am Haken eines Lastkrans sind am Montag die Module für die neue Pedelec-Station am S-Bahnhof in Filderstadt-Bernhausen eingeschwebt. Bis zur Endmontage wird es noch einige Wochen dauern. In den Containern sollen zehn Mieträder und zehn Abstellplätze für private Drahtesel unterkommen.

Filderstadt - Gut Ding will mitunter Weile haben – das gilt offenbar auch für die neue Pedelec-Station am S-Bahnhof in Bernhausen. Vor gut eineinhalb Jahren, im Juli 2014, fiel im Filderstädter Gemeinderat der Grundsatzbeschluss für die Einrichtung der Abstellanlage. Doch die Hoffnung der Bürgervertreter auf einen baldigen Baubeginn wurde enttäuscht. Erst am gestrigen Montag schwebten im Ortskern von Bernhausen zwei mit dem Tieflader angelieferte Container-Module am Haken eines Lastkrans an ihren künftigen Standort in der Filderbahnstraße. Ein zusätzlich geordertes Element mit einem Vordach für den Regenschutz soll noch folgen.

Elektro-Fahrräder für Pendler, Touristen und das Image

Das Rathaus von Filderstadt erhofft sich von dem neuen Serviceangebot für Pendler und Touristen einen Imagegewinn als besonders fahrradfreundliche Kommune. Die E-Bikes am Bahnhof sollen den Umstieg auf die Schiene auch für Fahrgäste attraktiv machen, für die das bestehende Busnetz zu große Lücken hat. Nach wie vor kommt eine nicht unerheblicher Anteil der täglich etwa 8000 S-Bahn-Passagiere mit dem Auto zum Einstiegspunkt, weil es an einer komfortablen Alternative fehlt. Erklärtes Ziel ist, dass auch Ausflügler, die mit dem Zug anreisen und zu einer Radtour über die Filder in den Schönbuch starten wollen, die Elektro-Fahrräder nutzen.

Obwohl die Ladesäulen für die Pedelecs in der Fahrradstation schon vorinstalliert sind, wird es bis zur Aufnahme des Betriebs noch einige Wochen dauern. Jürgen Lenz, der sich im Rathaus von Filderstadt um den Ausbau des Fahrradverkehrs kümmert, geht davon aus, dass nach der Montage der einzelnen Komponenten noch im Februar die Testphase starten kann. Eine offizielle Einweihung der Pedelec-Station ist erst im April geplant – weil auch Vertreter des Verkehrsverbunds Stuttgart und des Regionalverbands erwartet werden, muss laut Lenz erst ein Termin gefunden werden.

Ausbau der Infrastruktur kostet über eine Viertelmillion

Für den Ausbau der elektromobilen Infrastruktur greift Filderstadt tief in die Tasche. Schon ohne den Preis für das 220 Quadratmeter große Eckgrundstück am Bahnhof in Bernhausen schlägt die überdachte Abstellanlage mit mehr als einer Viertelmillion Euro zu Buche. Schon für die Fahrradgarage selbst und die zehn künftig als Mieträder eingestellten Elektrobikes werden 172 000 Euro fällig. Für die Betriebskosten legt Filderstadt jährlich nochmals 25 000 Euro auf den Tisch.

Abgewickelt wird der Verleih von der Leipziger Firma Nextbike, die ihre Mieträder mittlerweile in mehr als 30 Städten auf dem Markt hat. Die Erfahrungen aus dem bisherigen Betrieb sind auch ein Grund, weshalb es mit der Pedelec-Station vom Beschluss bis zur Verwirklichung vergleichsweise lange gedauert hat. Die als Modellkommune ausgewählte Stadt Bietigheim-Bissingen, in der bereits im Herbst 2013 eine Verleih-Anlage für Elektrofahrräder eingerichtet wurde, musste in der Anfangsphase des Betriebs viel Lehrgeld zahlen, weil sich die auf dem Markt angebotenen Pedelecs nicht als tauglich erwiesen.

Nötig für den Verleihbetrieb ist ein robust gebautes Modell

Nextbike entwickelte deshalb ein besonders robust gebautes eigenes Modell, das besser für den Verleihbetrieb geeignet sein soll. Gewährleistet soll bei der neuen Generation der E-Bikes sein, dass sich die Elektrofahrräder beim Einrasten in den Ständer auch automatisch aufladen – und sich der nächste Kunde nicht über eine leere Batterie ärgern muss.

In der Pedelec-Station in Filderstadt sollen zehn E-Bikes stehen. Weitere zehn Plätze werden in der Fahrradgarage für privat untergestellte Elektro-Drahtesel eingerichtet. Dass sich die Planung verzögerte, liegt nicht nur am nötigen Grundstückskauf, sondern auch an der Finanzierung. Mit 60 000 Euro erhält Filderstadt weit weniger Fördergeld als gedacht.

Dennoch plant die Stadt, nach dem Ausbau der S 2 auch am künftigen S-Bahn-Halt in Sielmingen ein derartiges Angebot. Der Ballungsraum Stuttgart wurde von Berlin als eines von bundesweit vier „Schaufenstern für Elektromobilität“ ausgewählt. Das Pedelec-Projekt ist eine Idee, den öffentlichen Nahverkehr mit umweltfreundlichen Transportmitteln zu verknüpfen.

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