Filder-Dialog Region bereit für Flughafenbahnhof mehr zu bezahlen

Alexander Ikrat, 09.11.2012 08:02 Uhr

Stuttgart - Keiner wollte bisher für die Mehrkosten eines verbesserten Flughafenbahnhofs aufkommen, jetzt wirft der kleinste Projektpartner von Stuttgart 21 seinen Hut in den Ring. Die Region stellt allerdings nur knapp fünf von rund 224 Millionen Euro in Aussicht, mit denen die Bahn die Variante veranschlagt hat.

Es begann ganz unspektakulär am Ende einer langen Sitzung des regionalen Wirtschaftsausschusses am frühen Mittwochabend. Regionalpräsident Thomas Bopp (CDU) berichtete unter Verschiedenes von den jüngsten Geschehnissen um den vom Filder-Dialog als Verbesserung identifizierten Filderbahnhof plus. Nachdem Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Tag zuvor zumindest vorübergehend eine finanzielle Verantwortung des Landes gesehen hatte, wollte Bopp nun wissen, was die Regionalräte denken. Zumal aus Sicht des Trägers der S-Bahn klar sei, dass es sich um Zusatzkosten handle, die nicht aus dem Stuttgart-21-Topf zu finanzieren seien. Als Vorteile der neuen Variante stellt Wirtschaftsdirektor Jürgen Wurmthaler heraus, dass der S-Bahnhof Flughafen nicht umgebaut werden müsste und hier keine Fernzüge hielten und dass man die S-Bahn über Neuhausen ins Neckartal verlängern könnte.

CDU, SPD, Freie Wähler und FDP ­äußerten sich positiv zu einer Beteiligung im bisherigen Umfang. Dieser ist mit 100 Millionen von rund 4,5 Milliarden Euro vergleichsweise niedrig, weil die S-Bahn nur in relativ geringem Umfang vom Fernbahnhof Stuttgart 21 profitiert. Rainer Ganske (CDU) sieht auch beim Filderbahnhof plus „einen Nutzen für die S-Bahn und die Bürger“ und betonte: „Das hat null und nix mit dem Kostendeckel von S 21 zu tun.“ Harald Raß (SPD) sagte mit Bezug auf den Filder-Dialog, dass „wir nicht so tun können, als ob nicht diskutiert worden wäre“. Er verlangte eine Gegenüberstellung der Kosten beider Varianten, bevor seine SPD „in ein paar Wochen“ über die Beteiligung entscheiden könne. Bernhard Maier (Freie Wähler) schloss sich an, bezweifelte aber die Mehrkosten: „Ich dachte, das würde billiger, weil die Bahnhöfe nebeneinander liegen.“

Die S-21-Gegner von Grünen und Linken wähnten sich im falschen Film. Grünen-Sprecher André Reichel wunderte sich etwa, warum der umstrittene Filder-Dialog plötzlich ernstgenommen würde. Außerdem sei bei diesem vor allem die Anbindung der Gäubahn an den Hauptbahnhof gefordert worden, die nicht kommt.

 
 
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Der zornige Hans, 13:42 Uhr

Bezahlen, bezahlen, bezahlen......

Merkt hier eigentlich keiner, dass uns die Bahn AG und ihre Freunde des Schwarzen Filzes, über den Tisch ziehen wollen ? Dieses schäbige Verhalten wird auch noch aus Kreisen der SPD unterstützt. Diese Schuldenmacher haben wohl jegliche Hemmungen verloren. Pfui, schämt euch.

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Sturm, 11:17 Uhr

Die Region

soll erst einmal einen Fahrgast-Erhebung machen und sich danach mit Wollen auseinandersetzen. Bislang gibt es keine Zahlen wie viel Menschen mit einem ICE oder sonstigen Schnellzug auf den Flughafen fahren wollen. Besonders pikant ist, dass es kein Fahrplankonzept gibt das seinen Namen wert ist. Was passiert auf einem Bahnhof in dem keine oder nur ganz wenige Menschen aussteigen wollen? Hier muss eine Kosten-Nutzen-Analyse her. Aber diesmal nicht mit 'extra-leichten Güterzügen'.

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J. Klein, 08:52 Uhr

@Eisenbahner pro 21 9.11.

ob der Mischbetrieb funktioniert werden wir letztendlich erst wissen, wenn er in Betrieb geht. Ich kenne jedenfalls die Situation bei der S6 im Münchner Verkehrsverbund zwischen Tutzing (Endhaltestelle) und Starnberg. Auch dort besteht im Prinzip ein Zeitfenster von 20 Minuten. Trotzdem kommt es zu Problemen, weil der Fernzug nach München fahrplanmäßig eben erst kurz vor der S-Bahn den Bahnhof Tutzing passiert und bei Verspätung abgewartet werden muss, da er auf der zweigleisigen Strecke mit Zwischenhalten nicht hinter der S-Bahn herfahren kann.

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