Fernsehen ZDFkultur soll Sparmaßnahmen zum Opfer fallen

dpa, 22.02.2013 15:00 Uhr
Der digitale Spartenkanal ZDFkultur soll aus Spargründen eingestellt werden. Einen entsprechenden Vorschlag wolle Intendant Thomas Bellut dem ZDF-Fernsehrat und den Bundesländern machen.

Mainz - Der digitale Spartenkanal ZDFkultur soll aus Spargründen eingestellt werden. Einen entsprechenden Vorschlag wolle Intendant Thomas Bellut dem ZDF-Fernsehrat und den Bundesländern machen, teilte der Sender am Freitag in Mainz mit.

Die von der Politik geforderte Beitragsstabilität zwinge das ZDF zu Sparmaßnahmen, wurde Bellut zitiert. So rasch wie möglich soll ZDFkultur auf ein Wiederholungs- und Schleifenmodell umgestellt werden. Der Etat von ZDFkultur betrug den Angaben zufolge vergangenes Jahr 18 Millionen Euro.

Das ZDF muss auf Druck der Kontrollkommission KEF bis 2016 bis 75 Millionen Euro sparen und hat deshalb auch bereits angekündigt, insgesamt bis zu 400 Vollzeit-Stellen streichen zu wollen.

Der Marktanteil des im Mai 2011 gestarteten Kultur-Spartenkanals lag laut ZDF zuletzt bei 0,1 Prozent. Die beiden anderen Digitalangebote ZDFneo und ZDFinfo erreichten dagegen 0,8 und 0,5 Prozent.

"Versöhnung zwischen Feuilleton und Popkultur"

ZDFkultur wollte mit Konzertübertragungen von großen Festivals, Indie-, Pop-, und Rock-Abenden sowie Sendungen unter anderen mit den Moderatorinnen Katrin Bauerfeind und Charlotte Roche eine Stimme der Jugendkultur sein. Von der "Versöhnung zwischen Feuilleton und Popkultur" war zum Start die Rede.

Für einige Programmformate gibt es der Mitteilung zufolge Hoffnung: ZDFneo und 3sat sollen sie übernehmen. Um welche es sich dabei handeln könnte, sei aber noch nicht entschieden, sagte ein Sprecher. Zunächst müsse die Entscheidung über die Einstellung getroffen werden, dann werde über Inhalte gesprochen.

Als weitere Sparmaßnahme will das ZDF die bis vor kurzem von Guido Knopp geleitete Redaktion Zeitgeschichte mit der "Terra X"-Redaktion zusammenlegen. Gleiches gelte für die Redaktionen der Sendungen "Volle Kanne - Service täglich" und "WISO".

 
 
Kommentare (2)
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ku Ist schon länger als 1 Jahr her
Da wird von den Öffentlich-Rechtlichen erst per Gesetz eine Zwangsabgabe zur Finanzierung der Sender durchgedrückt, und kurz danach ist von Geldnot die Rede? Wie wäre es denn, wenn man zuerst mal den ganzen Öffentlich-Rechtlichen Wasserkopf ausmistet und sich auf den eigentlichen Auftrag (qualitativ hochwertiges Fernsehen bzw. Rundfunk, der nicht nur quotengetrieben ist) konzentriert? Oder wird das ganze Geld jetzt für die Altersvorsorge der jetzt quasi arbeitslosen GEZ-Schergen und deren Drückerkolonnen gebraucht?
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Zuschauer Ist schon länger als 1 Jahr her
Wetten dass man einen Haufen Geld sparen könnte, wenn man einen ad absurdum geführten Abklatsch einer ehemals niveauvollen Unterhaltungssendung samt Moderatorpraktikant inklusive rosa-plüsch-Assi aus dem Programm nimmt?
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