Fabian Hambüchen „Turnen hat sich krass entwickelt“

Von Marco Seliger 

Will in Stuttgart wieder hoch hinaus: Fabian Hambüchen. Foto: Baumann
Will in Stuttgart wieder hoch hinaus: Fabian Hambüchen.Foto: Baumann

An diesem Wochenende steigt der stark besetzte DTB-Pokal in der Porsche-Arena – mit dabei ist auch wieder Fabian Hambüchen, der in Stuttgart seinen letzten Wettkampf des Jahres turnt.

- Herr Hambüchen, sind Sie bereit für rockige Karnevalsmusik in Stuttgart?
(Überlegt kurz) Ja, natürlich. Sie spielen sicher aufs vergangene Jahr beim DTB-Pokal an.
Da haben Sie quasi in der Dauerschleife zur Musik der Kölner Band Brings in der Porsche-Arena geturnt.
Ja, das war für mich als Wahl-Kölner eine tolle Sache. Das Lied „Superjeile Zick“ ist ja ein echter Klassiker. Und ich wäre sicher nicht böse, wenn in diesem Jahr wieder kölsche Lieder in der Halle für mich erklingen würden (lacht).
Worauf freuen Sie sich denn noch in Stuttgart?
Auf die gewohnt tolle Stimmung – und auf ein fachkundiges Publikum. Man spürt, dass die Leute einfach Ahnung vom Turnen haben, das gibt einem immer ein gutes Gefühl. Und dazu wird jeder Turner einfach fair ­behandelt.
Was ist Ihr Ziel in diesem Jahr, nachdem Sie im vergangenen Zweiter im Mehrkampf geworden sind?
Ein Platz auf dem Podest. Aber ich bin auch Realist, ich weiß, dass das richtig schwer wird.
Was sich schon bei der WM in Nanning gezeigt hat, als Sie im Mehrkampf Achter wurden.
Ja, die Jungen werden einfach immer stärker, und das Starterfeld in Stuttgart ist dieses Jahr stärker denn je. Und wissen Sie was?
Bitte.
Erschwerend hinzu kommt, dass sich das Turnen in den vergangenen Jahren einfach krass entwickelt hat. Schneller, höher, weiter, das ist das Motto, und das viel intensiver als zuvor.
Das heißt konkret?
Die Übungen werden immer schwieriger, vor allem die Jungen riskieren immer mehr, es wird einfach Jahr für Jahr schwerer, bei dem Tempo Schritt zu halten.
Welche Konsequenzen ziehen Sie daraus?
Ich arbeite natürlich hart im Training, aber gewisse Belastungen steckt man natürlich nicht mehr so weg wie früher. Aber das Wichtigste ist, dass mir das Turnen nach wie vor tierischen Spaß macht. Ich werde allerdings in diesem Jahr auf den Weltcup in Glasgow (am 6. Dezember, d. Red.) verzichten, weshalb der DTB-Pokal der letzte Wettkampf des Jahres für mich sein wird.
Haben Sie angesichts der Probleme mal überlegt, sich nur auf Ihr Paradegerät, das Reck, zu konzentrieren und den Rest sein zu lassen?
Nein, dafür ist mir der Mannschaftsgedanke viel zu wichtig, auch im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2016 in Rio. Ich will fürs Team da sein und für das Team turnen, dieses Gefühl bei einem Großereignis ist einfach unbeschreiblich.
Ihr Ziel in Rio ist parallel dazu nach wie vor Ihre dritte Medaille bei Olympischen Spielen. Was kommt eigentlich danach, hören Sie auf?
Zunächst ist erst einmal alles auf Rio ausgerichtet. Mein Studium in Köln, der Trainingsalltag, die Planung der Wettkämpfe davor. Nach den Spielen in Rio werde ich sicher nicht von heute auf morgen aufhören, das geht nicht, allein schon körperlich.
Das klingt, als hätten Sie Ihr Karriereende dennoch schon im Blick.
Ich weiß es noch nicht. Ich werde mein Studium nach Rio sicher intensiver betreiben. Aber zurzeit muss ich sagen, dass mir das Turnen noch große Freude macht, und das kann auch nach den Spielen noch so sein. Das werden wir dann alles sehen.
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