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Ex-Landtagspräsident Stächele nutzt Netzwerk und wird Berater

Frank Krause, vom 06.02.2012 11:09 Uhr
Willi Stächele Foto: dpa
Willi Stächele Foto: dpa

Stuttgart - Es war still geworden um Willi Stächele, nun ist das Rätselraten um die Zukunft des CDU-Politikers beendet. Der 60-Jährige wird künftig als Berater tätig sein. „Ich habe meine Zulassung als Anwalt beantragt, werde aber nicht im allgemeinen Prozessgeschehen, sondern an der Schnittstelle zwischen Politik und Wirtschaft beratend arbeiten“, sagte Stächele unserer Zeitung. Es habe in den vergangenen Wochen „bereits zahlreiche Anfragen“ von Firmen und Verbänden gegeben. „Ich freue mich, meine Erfahrungen aus der Politik entsprechend einzusetzen.“ Stächele, der über ein großes Netzwerk an Kontakten verfügt, betonte, trotz der neuen beruflichen Aufgabe wolle er sein Landtagsmandat im Wahlkreis Kehl behalten: „Ich werde es weiter mit ganzer Kraft ausfüllen.“

Immer wieder war in den vergangenen Wochen über einen kompletten Rückzug Stächeles aus der Politik spekuliert worden, nachdem er im Oktober – nur wenige Monate nach seiner Ernennung – als Landtagspräsident zurückgetreten war. Stächele hatte damit die Konsequenzen aus dem Urteil des Staatsgerichtshofs gezogen, der seine Rolle beim umstrittenen EnBW-Aktiendeal als verfassungswidrig verurteilt hatte. Stächele, damals noch Finanzminister in der CDU-FDP-Landesregierung, hatte im Dezember 2010 auf Drängen von Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) und ohne ausreichende Kenntnis der Akten das sogenannte Notbewilligungsrecht in Kraft gesetzt und damit zugelassen, dass der fünf Milliarden Euro teure Wiedereinstieg des Landes bei der EnBW ohne Zustimmung des Landtags geschah. Nach dem Urteil der Richter war der Druck auf ihn als Landtagspräsident gewachsen, weil er nicht mehr glaubhaft die Rechte des Parlaments vertreten könne.

Stächele hatte sich nach dem Rücktritt fast komplett aus dem politischen Alltagsgeschäft zurückgezogen. Er habe diese Phase gebraucht, um sich zu sammeln, sagt er. Nun strebe er die neue berufliche Herausforderung an. „Ich freue mich auf die Aufgabe als Berater, zumal ich alle politischen Ebenen kenne.“ Stächele war nach seinem Jura-Studium in Freiburg einst Bürgermeister seiner Heimatstadt Oberkirch, ehe er 1992 erstmals in den Landtag einzog und danach unterschiedliche Positionen innehatte, unter anderem auch das Amt des Bevollmächtigten für Europa- und Bundesangelegenheiten.

Kommentare (3)
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FEB
06
16:59 Uhr, geschrieben von Nachbar Eisenbeiß
Nachtreten ist schlechter Stil
Ich bin ja nun wirklich kein Anhänger der hiesigen CDU, und der erste der meint der Verfassungsschutz sollte sich statt mit der Linken - mit der ich übrigens auch wenig am Hut hab' - mal eher damit befassen, inwieweit die organisierte Kriminalität inzwischen ihre Finger in der CDU hat, aber: Stächele ist in der ENBW Geschichte nun wirklich eher Opfer denn Täter gewesen. Landtagspräsident konnte er nach dem Verfassungsgerichtsurteil natürlich nicht bleiben, er ist letztendlich zurückgetreten, und damit sollte man's dann auch mal gut sein lassen!
FEB
06
13:34 Uhr, geschrieben von Weggezogener
Berater?
Wurde das Landesparlament nicht zu einem Vollzeitparlament mit entsprechenden Bezügen aufgewertet? Der Eindruck entsteht, dass hier einer den Rachen nicht voll genug bekommen kann. Der soll lieber vernünftige Politik jenseits von Lobbyarbeit machen. Für das wird er schliesslich von uns Bürgern allimentiert.
FEB
06
12:01 Uhr, geschrieben von Stuttgarter
Stächele als Anwalt ?
Wie kann ein Rechtsbrecher die Zulassung als Anwalt beantragen ? Also manche Menschen haben überhaupt keinen Anstand. Aber in Stuttgart ist alles möglich. Der Schwarze Filz lebt, in unserem Bananen-Ländle. Wahrscheinlich bekommt er moralische Unterstützung von Herrn Mappus.
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