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Evangelische Jugend Zuffenhausen Eine Detektivgeschichte als roter Faden

Malte Klein, 08.01.2013 10:57 Uhr

Stuttgart-Zuffenhausen - Gustav liegt auf der Lauer. Er beschattet Herrn Grundeis, der in einem Café in Berlin sitzt. Er lässt Grundeis nicht aus den Augen. Schließlich wird dieser verdächtigt, Emil Tischbein während einer Zugfahrt 140 Mark gestohlen zu haben.

Gustav und Grundeis sind nicht wirklich in Berlin, sondern auf der Bühne des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses in Zuffenhausen. Maximilian Sauer spielt Gustav und Valentin Gekeler Herrn Grundeis. Sie führen vor Kindern des Winterwaldheims das Theaterstück „Emil und die Detektive“ nach dem Buch von Erich Kästner auf. Diese Freizeit wird von der Evangelischen Jugend Stuttgart im Distrikt Zuffenhausen organisiert und findet im Winter nicht im Wald, sondern unterm Dach statt. Das Publikum besteht aus 32 Kindern. Die zwölfjährige Nadja kennt das 1929 erschienene Kinderbuch nicht, der zehnjährige Gerschom teilweise: „Wir hatten Geschichten daraus in der Schule. Aber alles kenne ich noch nicht.“ Im Waldheim hat er in der vergangenen Woche jeden Tag etwas mehr von der Geschichte erfahren. „Emil und die Detektive“ ist das Motto der Freizeit.

„Geschichten, in denen es ums Detektivspielen geht, sind auch heute für Kinder interessant“, sagt Anna Linder. Sie leitet mit Christian Bauer und Sandra Zehender die Freizeit. Sie haben die Geschichte etwas aufgepeppt. In einer Szene beraten die Freunde, bei wem die Fäden der Verfolgung zusammenlaufen sollen. „Welche Eltern gucken bei der Handyrechnung nicht aufs Geld?“, fragt Maximilian Sauer als Gustav. Im Buch haben nur die Eltern von Dienstag ein Telefon. Emil (Eric Saß) spricht in der heutigen Umgangssprache: „Meine Cousine Pony Hütchen ist voll cool drauf.“

„Im Waldheim erleben Kinder die Gemeinschaft“

Die Freizeit besteht aus mehr als nur dem Krimi. Die Kinder backen, basteln, gehen schwimmen, machen ein Liederquiz und Gruppenspiele. „Im Waldheim erleben Kinder die Gemeinschaft“, sagt Sandra Zehender. Das Winterwaldheim gibt es seit mehr als 20 Jahren. Viele der Kinder zwischen sieben und 13 Jahren nehmen regelmäßig daran teil. „Sie kommen aus verschiedenen sozialen Schichten und Schulformen und würden sich woanders eher nicht treffen“, sagt Anna Linder.

Nadja war schon oft beim Winterwaldheim. „Das Essen schmeckt gut, und die Ausflüge sind toll.“ Am Donnerstag waren die Kinder auf dem Fernsehturm. „Der Blick war toll. Es war aber etwas neblig“, sagt Gerschom. Im Waldheim singen die Kinder viel, auch christliche Lieder. „Religiöse Inhalte spielen für uns eine große Rolle. Wir beten auch vor den Mahlzeiten“, sagt Anna Linder. Die Kinder sollen einen strukturierten Tagesablauf erlernen und nicht vor dem Fernseher hocken. So sind auch die Eltern für ein paar Tage entlastet.

Der Dieb Grundeis hat im Theaterstück das Café verlassen. Emil und seine Freunde sind ihm auf den Fersen. Ob sie ihn überführen können, erfahren die Waldheim-Kinder erst am nächsten Tag.

 
 
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