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Esslingen B-10-Blitzer sind sprudelnde Geldquelle

Annette Mohl, vom 18.04.2011 09:58 Uhr
 Foto: Kraufmann
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Esslingen - Die vier neuen Blitzlichtanlagen an der B10 haben sich für die Stadt Esslingen schon bezahlt gemacht. Bis zu 600mal täglich machte es anfangs klick - so viele Fahrer waren schneller als mit den erlaubten 80 Stundenkilometer unterwegs. Inzwischen sind die Zahlen leicht rückläufig.

Ende Februar hat die Stadt die vier modernen Radargeräte scharf gestellt. Zwei stehen bei der historischen Pliensaubrücke, zwei weitere auf Höhe des Stadtteils Weil. Jeweils zwei der vier Geräte sind wechselweise mit Kameras bestückt.

Umstritten ist die Aufstellung nach wie vor. Von Abzocke ist vielfach die Rede. Der neu gewählte Esslinger Landtagsabgeordnete Andreas Deuschle (CDU) etwa polterte im Wahlkampf, man müsse doch froh sein, wenn man auf der B10 mal nicht im Stau stehe. Die Stadt argumentierte dagegen mit der deutlichen Mehrbelastung der B10 durch die großräumige Sperrung Stuttgarts für Lastwagen. Ein Tempolimit von 80 sei deshalb überfällig gewesen und müsse, damit es eingehalten werde, auch kontrolliert werden. Nur so sei die Vorgabe des Luftreinhalteplan zu erfüllen und der Kohlendioxidausstoß einzudämmen.

Immer noch bis zu 500 Temposünder täglich

Eher als angenehmer Nebeneffekt wurden die zusätzlichen Einnahmen gehandelt. Jetzt übertreffen sie alle Erwartungen. "Damit hatten wir wirklich nicht gerechnet", sagt Ordnungsamtsleiter Gerhard Gorzellik. Täglich sind in diesem Abschnitt der B10 jeweils 40.000 Fahrzeuge in beiden Richtungen unterwegs. 600 von ihnen waren in den ersten vier Wochen täglich zu schnell. Würde dies konstant so bleiben, wären es jährlich rund 210.000 Temposünder - gerechnet hatte die Stadt laut Gorzellik gerade einmal mit zehn Prozent davon.

Inzwischen haben einige Autofahrer, die die Strecke regelmäßig fahren, die Blitzer aber offenbar bemerkt. "Die Zahl ist nun kontinuierlich rückläufig", sagt Gorzellik und spricht momentan von 450 bis 500 Temposündern täglich. Dass die Zahl der Verstöße irgendwann einmal gegen null tendieren könnte, glaubt er nicht: "Einige bleiben immer, selbst wenn sie den Blitzer kennen." Manchmal fahre man einfach aus Unachtsamkeit zu schnell.

Egal, auf welchem Level sich die Zahl der Schnellfahrer künftig einpendelt - die Investition in die Geräte hat sich für die Stadt bereits gelohnt. 240.000 Euro haben die modernen Radargeräte gekostet. Allein in den ersten vier Wochen lagen die Einnahmen aber schon bei rund 270.000 Euro. Gorzellik rechnet dabei einen Mittelwert von 15 Euro Bußgeld im Durchschnitt, was bei 600 Geblitzten täglich 9000 Euro entspricht.

Reine Einnahmen sind das allerdings nicht. Die Stadt hat, allein um den Verwaltungsaufwand zu meistern, also Strafmandate zu verschicken und deren Bezahlung zu überwachen und anzumahnen, eine volle Personalstelle geschaffen. Deren Kosten müssten eigentlich von den Einnahmen abgezogen werden. Der Aufwand ist tatsächlich so hoch, dass nach einem Wirtschaftlichkeitsgutachten sogar zwei Personalstellen fällig wären. Der anfängliche Stau beim Verschicken der Bußgeldforderungen sei aber abgebaut, so Gorzellik. Ausfälle der Anlage durch Wartungsarbeiten müssen bei der Jahresrechnung ebenfalls berücksichtigt werden. "Je häufiger geblitzt wird, desto öfter muss gewartet werden."

Kommentare (7)
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APR
19
09:19 Uhr, geschrieben von Petra Schultz
"Über Sinn und Unsinn hier zu debattieren ist sinnlos"
Und genau das ist schade, denn eigentlich sollte grundsätzlich das Nachdenken über Sinn und Unsinn einer Vorschrift oder des Tun und Handelns Sitte sein. Das löst auch manche Akzeptanzprobleme, nicht nur bei Kindern.
APR
18
17:14 Uhr, geschrieben von Achim
Schwachsinn
Eine Frage sollte man sich schon stellen: Die 100 die vorher galten, waren die "gefährlich"? Gab es zu viele Unfälle? So viel ich weiß nicht! Die Geschwindigkeitsbeschränkung auf 80 zu senken geschieht rein willkürlich. Waren voher 100 ok, wird jetzt alles über 80 als "rasen" verpönt. Sind dann alle, als vorher noch 100 erlaubt war, damals auch gerast???
APR
18
17:12 Uhr, geschrieben von Andreas Schultz
Seltsam
Ich verstehe es wirklich nicht, wie man sich darüber aufregt. Wer meint an solchen Stellen schneller fahren zu müssen, dem gehört es auch nicht anders. Egal, ob hier eine Gefahrenstelle ist, oder etwas anderes. Wenn eine Geschwindigkeit gefordert ist, dann sollte man diese auch einhalten. Punkt aus. Über Sinn und Unsinn hier zu debattieren ist sinnlos. Wer meint schneller fahren zu müssen, muss sich damit zurecht finden, dass er Strafe dafür zahlen muss. Egal an welcher Stelle man einen Blitzer aufstellt. Es werden viele zuerst einmal reinfallen und geblitzt werden. Später wird es bekannter und die Blitzerwarner in den Navis sind aktuell. Das Ziel ist erreicht. Die Leute fahren hier langsamer. Mehr will man hier nicht erreichen. Was für Unfälle in unserer Gegend passieren, sieht man mittlerweile ja fast täglich in den Meldungen auf StN. Sei es wegen überhöhter Geschwindigkeit, oder wegen Unachtsamkeit. Es wird ZEit, hier Regeln zu setzen. Selbst bei kleinen Kinder macht man es so: Wer nicht hören will, muss fühlen.
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