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Erster christlicher Fanclub Im Glauben fest dem VfB verbunden

Von Saskia Drechsel 

Die CVJM Buaben – auch weibliche VfB-Fans sind willkommen Foto: StN
Die CVJM Buaben – auch weibliche VfB-Fans sind willkommenFoto: StN

Für seine Arbeit im ersten christlichen VfB-Fanclub wird Benjamin Hirzel vom Stadtjugendring und der Stadt Stuttgart geehrt. „Benjamin Hirzel hat es geschafft, ein Fanprojekt mit Inhalten zu füllen“, sagt Jörg Titze, erster Vorsitzender der Evangelischen Jugend Stuttgart.

Stuttgart - Wenn Benjamin Hirzel mit seinen Freunden auf der Tribüne des VfB Stuttgart steht und seine Mannschaft anfeuert, tut er das als Teil einer Gemeinschaft. Als Teil der CVJM Buaben, die der 27-Jährige vor elf Jahren mit zwei Freunden gegründet hat. Doch bei den CVJM Buaben spielt nicht nur der Fußball eine große Rolle, sondern auch der Glauben.

Für seine Arbeit im ersten christlichen VfB-Fanclub wurde Hirzel nun von dem Stadtjugendring und der Stadt Stuttgart geehrt. „Benjamin Hirzel hat es geschafft, ein Fanprojekt mit Inhalten zu füllen“, sagt Jörg Titze, Erster Vorsitzender der Evangelischen Jugend Stuttgart.

Angefangen hat alles mit einer fixen Idee: Drei Klassenkameraden, alle glühende Anhänger des VfB Stuttgart, wollten einen eigenen Fanclub gründen. Gemeinsam setzten sich Benjamin Hirzel, Timo Weil und Patrick Drotleff zusammen. Hirzel, schon seit einigen Jahren Mitglied im CVJM Möhringen, brachte die Idee ein, einen CVJM-Fanclub zu schaffen. „Zuerst war unser Plan, einen ganz allgemeinen Fanclub zu gründen. Benjamin hat uns aber überzeugt“, sagt Gründungsmitglied Patrick Drotleff. Zehn Mitglieder gründeten den Fußball-Fanclub dann im Jahr 2003. Da war Benjamin Hirzel gerade fünfzehn Jahre alt und übernahm den Vorsitz. „Der Fußball war uns wichtig. Wir wollten Jugendarbeit machen und vom Glauben erzählen“, sagt Hirzel.

Anfangs gab es einmal im Monat ein Fanclubtreffen, man diskutierte über Fußball und Glauben. Die Höhepunkte waren ­Ausflüge zu den VfB-Heimspielen. Über die Jahre wurde das Angebot der CVJM Buaben immer vielfältiger – und lockte jede Menge Jugendliche an. Von Freizeiten über Skiausfahrten bis hin zu Treffen mit VfB-Stars war alles geboten. Immer mit einem Ziel: „Wir wollen für die jungen Leute da sein, damit sie eine Anlaufstelle haben. Außerdem sollen sie ihre sozialen Fähigkeiten weiterentwickeln“, sagt Hirzel. Das lässt sich gerade über den gemeinsamen Nenner Fußball gut realisieren.

Inzwischen haben die CVJM Buaben über 200 Mitglieder, die zu fast jedem Spiel des VfB zusammenkommen. „Wir treffen uns eigentlich immer. Teilweise gehen wir ins Stadion, oder wir schauen das Spiel gemeinsam im Vereinsheim am Möhringer Bahnhof.“ Als der VfB im Jahr 2007 deutscher Meister wurde, durften sich die Buaben mit der Meisterschale fotografieren lassen.

Doch nicht nur der Fußball, auch der Glaube spielt im ersten christlichen VfB-Fanclub eine wichtige Rolle. Über den Fußball, der alle Mitglieder fasziniert, eine Brücke zum christlichen Glauben zu schlagen, das ist die Intention des Fanclubs. Das zentrale Glaubensangebot heißt „90 Minuten Trainingslager der besonderen Art“. Man trifft sich alle vierzehn Tage und beginnt gemeinsam zu singen, Bibelstellen zu lesen und darüber ins Gespräch zu kommen.

Alles in allem die perfekte Mischung für Preisträger Hirzel: „Man könnte sagen, unser Fanclub besteht zu einem Drittel aus Glauben und zu zwei Dritteln aus Fußball“, sagt Hirzel. „Natürlich haben wir das Ziel, jemanden auch über den Sport zum Glauben zu bringen. Schließlich ist die Gemeinschaft der gemeinsame Nenner.“ Im Mittelpunkt steht aber die persönliche Entwicklung der einzelnen Fanclubmitglieder. Viele dürfen bei den CVJM Buaben schon in jungen Jahren Verantwortung übernehmen und Veranstaltungen organisieren. „Das war auch ein Reifeprozess bei mir: zu erkennen, dass man anderen Leuten Freiheit geben muss, sich selbst zu entwickeln“, sagt Hirzel, der selbst während seiner elf Jahre als Vorsitzender der Buaben viel gelernt hat. „Meine Motivation war die Leidenschaft Fußball. Ich habe viel Zeit in den Fanclub gesteckt, aber es war ­immer Zeit mit Freunden.“

Jörg Titze zeigt sich begeistert über das enorme Engagement, das Hirzel im Rahmen seiner Arbeit für den Fanclub zeigt. „Er hat über all die Jahre viel auf die Beine gestellt. Die CVJM Buaben sind professionell aufgezogen. Man hat manchmal das Gefühl, dass Benjamin sein BWL-Studium optimal umgesetzt hat.“

Im Hinblick auf eine spätere Erwerbstätigkeit hat Hirzel viel von der Jugendarbeit gelernt. „Hier waren Fehler erlaubt, man konnte seine Fähigkeiten austesten und sehen, in welchen Bereichen man gut ist.“ Auch den starken Mitgliederzuwachs konnte Hirzel mit seinem Team von vielen engagierten Fanclubmitgliedern meistern. Mit 15 Jahren hatte Hirzel das Amt als Schüler übernommen, es begleitete ihn durch sein komplettes Studium. Oft investierte er bis zu 20 Stunden pro Woche. „Benjamin war immer sehr akribisch und hat sich mit viel Herz reingehängt“, sagt Weggefährte Patrick Drotleff.

Nun, mit 27 Jahren, war es an der Zeit, den Vorsitz an Julia Hermenau abzugeben. Nach vollendetem Studium ist Hirzel als Projektleiter von Bauprojekten in Basel tätig und findet nicht mehr die Zeit für regelmäßige Fanclubtreffen. Um gemeinsam mit seinen CVJM Buaben VfB-Spiele zu besuchen, reist er aber öfters in die Heimat. „Der VfB muss sich jetzt wieder auf seine typischen Tugenden besinnen. Wir steigen auf gar keinen Fall ab“, so der glühende VfB-Anhänger.

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