Magstadt - Der Mörder von Heiko S. in Magstadt (Kreis Böblingen) und Hans Friedrich L. in Südhessen hat womöglich ein weiteres Opfer gefunden: In Kerpen bei Köln wurde ein noch nicht identifizierter Toter entdeckt. Die Polizei prüft, ob er mit derselben Waffe getötet wurde.
Der Unbekannte wurde am 30. August in einem Waldgebiet bei Kerpen-Buir aufgefunden. Er soll 25 bis 35 Jahre alt sein, 1,82 Meter groß und gepflegt. Er war nur mit einem T-Shirt bekleidet. Der Fundort der Leiche ist in der Nähe eines Parkplatzes, der als Treffpunkt für Homosexuelle gilt. Dieser Aspekt stimmt mit den beiden anderen Mordfällen überein. Der 30-Jährige Heiko S. wurde am 8. Mai auf einem Parkplatz im Hölzertal zwischen Magstadt und Stuttgart-Büsnau umgebracht. Der Parkplatz ist als Treffpunkt für Stricher und Homosexuelle bekannt. Das Opfer saß mit heruntergelassener Hose hinter dem Lenkrad. Völlig nackt war der Körper des 70 Jahre alten Friedrich L., der am 2. Juli auf einem Parkplatz an der A5 bei Mörfelden-Walldorf in einem E-Klasse-Mercedes gefunden wurde. Auch dieser Parkplatz ist als Treffpunkt von Homosexuellen bekannt.
Beide Männer wurden mit einem Kopfschuss getötet. Medienberichte, dass dies auch bei dem unbekannten Opfer in Kerpen der Fall gewesen sei, werden weder vom zuständigen Landeskriminalamt bestätigt, noch von der Polizei in Köln. Sprecherin Dorothee Göbel nennt allerdings ermittlungstaktische Gründe, "weshalb wir nicht sagen, wie die Person verstorben ist". Bestätigen könne sie aber, dass die Polizei prüfe, ob die Sachverhalte in Kerpen mit den Morden in Baden-Württemberg und Hessen in Zusammenhang stehen.
Kölner zeigen Böblinger Fahndungsplakat
Auch Uwe Vincon von der Böblinger Polizei will nicht bestätigen, dass der Unbekannte in Kerpen mit derselben Schusswaffe getötet wurde wie die beiden anderen Männer. Den Zeitpunkt, wann die Untersuchung der Tatwaffe abgeschlossen ist, kennt er nicht.
Die Kölner Polizei hat im Rahmen einer bundesweiten Fahndung am 2. September damit begonnen, ein Plakat der Kriminalpolizei Böblingen sowie der Kripo in Rüsselsheim zu den ersten zwei Morden an Autobahnparkplätzen aufzuhängen. Hintergrund sind für die Mordkommission Buir ebenfalls Übereinstimmungen mit den Mordfällen in Süddeutschland. Die Böblinger Polizei bestätigte, dass sich Sonderermittlungsgruppen aus Böblingen, Köln und Rüsselsheim zum Informationsaustausch getroffen haben. Insgesamt seien rund 50 Ermittler mit den Fällen befasst.
Nach dem Mord bei Magstadt hatte die Polizei zunächst einen 33-Jährigen aus Sindelfingen in Untersuchungshaft. Er kam nach 53 Tagen frei, nachdem der wahre Mörder Spuren am Tatort in Mörfelden-Walldorf zurückließ. Bei dem Mord in Magstadt war die Polizei zunächst von einer Beziehungstat ausgegangen. Heiko S. habe offenbar keine Gefahr gewittert, sagte Vincon damals. Der frühere Bundeswehrsoldat war zuletzt Gelegenheitsjobber. Er hinterließ auch eine kleine Tochter.
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