Erneuerbare Energien Weltweites Solargeschäft vor dem Durchbruch

Von Walther Rosenberger 

Solarmodul beim Qualitätscheck Foto: dpa-Zentralbild
Solarmodul beim QualitätscheckFoto: dpa-Zentralbild

Im letzen Jahrzehnt wurden weltweit viel zu viele Solarfabriken errichtet. Das Überangebot stürzte das einstige Vorzeigegeschäft der deutschen Industrie in eine tiefe Krise. Derzeit beginnt sich der Markt wieder zu berappeln – denn weltweit boomt Sonnenstrom.

Stuttgart/Berlin - Nach Ansicht führender Experten steht das Geschäft mit Solarmodulen zur Stromerzeugung vor einem Paradigmenwechsel.

„2016 wird die Neuinstallation von Solaranlagen erstmals seit Jahren wieder die weltweit vorhandenen Produktionskapazitäten übersteigen“, sagte der Leiter des Freiburger Solarinstituts Fraunhofer ISE, Eicke Weber, unserer Zeitung. „2016 werden die Karten im Solarmarkt neu gemischt“, so der Experte.

Das weltweite Solargeschäft ist seit Jahren von großen Überkapazitäten gekennzeichnet. Durch den vor knapp zehn Jahren einsetzenden Solarboom stiegen innerhalb kurzer Zeit viele Investoren in das Geschäft ein, was zu einer rasanten Ausweitung der Fabrikkapazitäten – vor allem in Asien – führte. Auf dem Höhepunkt der Entwicklung im Jahr 2012 überstieg das Angebot an Solarzellen die Nachfrage um das Doppelte. Die Preise sanken drastisch. Jetzt wendet sich das Blatt offenbar wieder. Experten des Stuttgarter Solarforschungsinstituts ZSW gehen davon aus, dass die Nachfrage von 52 Gigawatt Zellleistung im vergangenen Jahr bald sogar auf mehr als 100 Gigawatt jährlich steigen könnte.

Dabei könnte es auch zu technologischen Verschiebungen kommen. Während heute rund 90 Prozent der Solarzellen als Ausgangsstoff Silizium nutzen, geht das ZSW davon aus, dass in Zukunft sogenannte Dünnschicht-Zellen eine viel größere Rolle spielen werden. Sie zeichnen sich durch einen geringeren Materialverbrauch und eine bessere Stromausbeute bei Schwachlicht aus. Marktführer ist hier First-Solar aus den USA.

Von den Entwicklungen könnte auch die deutsche Industrie profitieren. Während die reine Zellfertigung fast komplett nach Asien abgewandert ist, kommen viele der besten Solar-Maschinenbauer aus Deutschland, etwa Schmid, Manz, Kaco, SMA, Teamtechnik oder Centrotherm. Gerade für Modulhersteller und den Anlagenbau sei das jetzt eine Chance sagte ZSW-Fotovoltaik-Chef, Michael Powalla

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