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Erima-Mitarbeiter entlassen 80-Cent-Bon wird zum Verhängnis

dpa/lsw, vom 10.02.2010 15:41 Uhr
 Foto: Symbolfoto: AP
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Reutlingen - Erneut muss sich ein Arbeitsgericht mit einer fristlosen Kündigung wegen einer Bagatelle befassen. Ein 35 Jahre alter Mitarbeiter des Sportbekleidungsherstellers Erima (Pfullingen) wurde fristlos entlassen, weil er für seine Lebensgefährtin einen Essensbon im Wert von 80 Cent in der Kantine benutzt hatte.

Eine Sprecherin des Arbeitsgerichts Reutlingen bestätigte am Mittwoch einen Bericht der "Südwest Presse", wonach ein Gütetermin gescheitert sei. Das Gericht werde nun voraussichtlich im Mai über den Fall verhandeln, sagte sie.

Im vergangenen Oktober war die fristlose Kündigung einer Altenpflegerin aus Konstanz vom Arbeitsgericht Radolfzell für rechtens erklärt worden, die am Arbeitsplatz im Altenheim sechs Maultaschen eingesteckt hatte.

Betriebsrat stimmte der Kündigung zu

Im Erima-Fall hatte das Unternehmen argumentiert, dass der als Einkäufer tätigte 35-Jährige planmäßig vorgegangen sei, als er sich von einem Kollegen eine Essensmarke für seine Freundin besorgt habe. Die Essenmarken im Wert von 80 Cent stellen einen Zuschuss dar, es muss von jedem Mitarbeiter noch ein bestimmter Betrag in bar bezahlt werden. Die Essenmarken sind kontingentiert und mit dem Namen des Mitarbeiters versehen. Man habe durch die Tat das Vertrauen in den Beschäftigten verloren, der über einen millionenschweren Einkaufsetat verfügen kann.

Der Betriebsrat hatte der fristlosen Kündigung zugestimmt. Die Anwälte des Betroffenen meinten, im Rahmen einer Interessenabwägung, wie sie auch das Bundesarbeitsgericht fordere, hätte auch eine Abmahnung ausgereicht. Das Angebot, die fristlose in eine ordentliche Kündigung umzuwandeln, nahm der Kläger nicht an, so dass nun das Arbeitsgericht entscheiden muss.

Kommentare (4)
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MAI
11
11:14 Uhr, geschrieben von Anonymer Benutzer
80 Cent - Fristlose Kündigung durch Erima
Grundsätzlich ist es eine moralische und ethische Frage, einem Menschen aufgrund eines Begatellvergehens zunächst seine Existenzgrundlage zu entziehen. Eine solche Vorgehensweise ist in höchstem Maße unsozial und unverhältnismäßig. Dass unser Rechtssystem sich zu Symphatisanten der Skrupellosigkeit macht enttäuscht etwas, denn jeder Mensch erkennt unschwer: mit Gerechtigkeit im eigentlichen Sinne hat dies nichts mehr zu tun. Wo bleibt denn da die Wissenschaft des Rechts ? Ich würde sagen, da wäre noch etwas Grundlagenforschung im Sinne der Gerechtigkeit notwendig. Moral und der Stoff der uns Menschen zusammenleben läßt, läßt sich nicht in Schriftform meißeln. Im Übrigen, auch die Reputation einer Firma wie Erima wird durch solche Vorgehen in der Öffentlichkeit nicht unbeschadet bleiben. Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen.
FEB
11
13:17 Uhr, geschrieben von Berry
Da steckt sicher mehr dahinter!
Einen zuverlässigen langjährigen Mitarbeiter entläßt man nicht wegen solch einer Bagatelle. Sicherlich steckt auch hier wie in anderen Fällen mehr dahinter und es wurde nur noch nach einem Anlass gesucht den Mitarbeiter möglichst schnell loszuwerden. Die wahren Gründe bleiben im Verborgenen, kennen aber sicher sowohl das Unternehmen, wie auch der Mitarbeiter. Ob das wirklich eine Klage und die damit verbundenen Kosten wert ist beibt offen!? Wer wirklich glaubt der wahre Grund sind hier die 80 Cent oder in anderen Fällen die Maultaschen oder ein Pfandbon, der glaubt vermutlich auch noch an den Weihnachtsmann.
FEB
11
13:16 Uhr, geschrieben von Berry
Da steckt sicher mehr dahinter!
Einen zuverlässigen langjährigen Mitarbeiter entläßt man nicht wegen solch einer Bagatelle. Sicherlich steckt auch hier wie in anderen Fällen mehr dahinter und es wurde nur noch nach einem Anlass gesucht den Mitarbeiter möglichst schnell loszuwerden. Die wahren Gründe bleiben im Verborgenen, kennen aber sicher sowohl das Unternehmen, wie auch der Mitarbeiter. Ob das wirklich eine Klage und die damit verbundenen Kosten wert ist beibt offen!? Wer wirklich glaubt der wahre Grund sind hier die 80 Cent oder in anderen Fällen die Maultaschen oder ein Pfandbon, der glaubt vermutlich auch noch an den Weihnachtsmann.
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