Berlin/Landkreis Ludwigsburg 48 Mitglieder und Freunde des Vereins "Gentechnikfreie Landkreise Ludwigsburg/Rems-Murr" haben sich am vergangenen Wochenende mit dem Bus nach Berlin aufgemacht und nahmen an der zentralen Demonstration während der Landwirtschaftsmesse "Die Internationale Grüne Woche" in Berlin teil. Unter dem Motto "Wir haben es satt! - Nein zu Gentechnik, Tierfabriken und Dumping-Exporten" kamen 22 000 Menschen zusammen, um eine neue Landwirtschaftspolitik ohne Gentechnik und Massentierhaltung zu fordern. Bei der bislang größten Demonstration dieser Art zogen Bauern, Umweltschützer, Imker und Verbraucher gemeinsam vom Berliner Hauptbahnhof zur Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor. Die Botschaft der Demonstration richtete sich vor allem an die derzeitige Bundesregierung. Diese setzt trotz vieler Warnungen und Skandale weiter auf den Einsatz der Gentechnik in der Landwirtschaft, auf gesetzliche Privilegien für industrielle - sowie auf eine aggressive Export-Strategie und auf industriell erzeugte Agrarprodukte.
Die Sorge steigt, dass die Bundesregierung nach dem Durchmarsch der Atomindustrie auch noch den Durchmarsch der Agrarindustrie organisiert, auf Kosten von Umwelt, Tierschutz und Ernährungssicherheit. "Die Gesellschaft fordert die Durchsetzung einer artgerechten Tierhaltung, die Abkehr vom Irrweg der Gentechnik und die Umlenkung der Subventionen weg von der Agrarindustrie hin zur bäuerlichen und ökologischen Landwirtschaft", sagte der BUND-Vorsitzende Weiger. Die Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) Maria Heubuch betonte nochmals, dass die "Massentierhaltung und Gentechnik eine gefährliche Sackgasse für die Bauern und ein erhöhtes Risiko für die Verbraucher sind. Agrarfabriken gehören verboten und nicht weiter mit Steuergeldern subventioniert. Tiergerechte Haltung und Fütterung mit einheimischem Getreide und Eiweißfutter ohne Gentechnik - das ist unsere Zukunft!" Besonderen Beifall erhielt die Rede des diesjährigen alternativen Nobelpreisträgers Nnimmo Bassey aus Nigeria, Vorsitzender der internationalen Umweltorganisation Friends of the Earth (Freunde der Erde), der die Auswirkungen der europäischen Agrarpolitik für die Entwicklungsländer als verheerend beschrieb.
Ein Signal ging von den Teilnehmern in Berlin aus: Wichtig ist eine breite öffentliche Diskussion. Dazu tragen öffentliche Aktionen ebenso bei wie Podiumsveranstaltungen zu kommenden Wahlen.
So organisiert der Verein "Gentechnikfreie Landkreise Ludwigsburg/Rems-Murr" im Vorfeld der Landtagswahl 2011 in jedem der Wahlkreise eine Podiumsdiskussion zum Thema "Sicherheitsrisiko Agro-Gentechnik". Dabei wollen wir die Kandidaten auf "Herz und Nieren" prüfen und schauen, inwieweit sie sich für ein gentechnikfreies Baden-Württemberg stark machen. Wolfgang Manuel Simon, Pressesprecher
Die erste Veranstaltung dieser Reihe findet am Montag 7. Februar, in Murrhardt statt. Ort: Hotel "Sonne Post", Beginn 19.30 Uhr. Die zweite Veranstaltung findet am 8. Februar in Korb statt. Ort: Schwäbischer Hof, Dieselstraße 2. Infos unter www.gentechnikfrei21.de.