Energiekonzern EnBW baut 1350 von 20.000 Stellen ab

dpa, 21.12.2012 13:31 Uhr
Der Karlsruher Energiekonzern EnBW möchte ab Ende 2014 die Kosten um rund 750 Millionen Euro senken, um seine Bonität zu erhöhen. Dieses Ziel könne nun ein Jahr früher erreicht werden, heißt es.

Karlsruhe - Der Energiekonzern EnBW wird 1350 Stellen abbauen. Darauf habe sich der Vorstand mit den Arbeitnehmervertretern geeinigt, teilte das Unternehmen am Freitag in Karlsruhe mit. Die Maßnahme ist Teil des Effizienzprojekts „Fokus“, mit dem die EnBW ab Ende 2014 die Kosten um rund 750 Millionen Euro senken will, um seine Bonität zu erhöhen. EnBW beschäftigt bislang rund 20.000 Mitarbeiter. Der drittgrößte deutsche Energieversorger ist mit dem Atomausstieg, bei dem er zwei seiner vier Meiler abschalten musste, in finanzielle Schieflage geraten.

Der Stellenabbau soll bis spätestens Ende 2014 sozialverträglich organisiert werden. Das bedeutet unter anderem, dass freie Stellen nicht wiederbesetzt, Altersteilzeitangebote umgesetzt und Abfindungen gezahlt werden. Betroffen sind vor allem Mitarbeiter im Support und der Verwaltung. Zudem wurde vereinbart, die Erfolgsbeteiligung für Mitarbeiter in den kommenden drei Jahren abzusenken. Bereits vor einem Jahr hatte die Belegschaft auf eine bereits verabredete Tariferhöhung verzichtet.

Von dem Effizienzprojekt soll der Personalbereich rund ein Drittel - 250 Millionen Euro - erbringen. Zudem sollen Einsparungen etwa durch straffere Verwaltung und Organisation sowie durch günstigeren Einkauf umgesetzt werden. Hier hofft das Unternehmen bereits Ende 2013 die Ziele erreichen zu können. Im März hatte der Vorstand bekanntgegeben, dass bereits 190 Millionen Euro der geplanten 750 Millionen Euro umgesetzt worden sind.

 
 
Kommentare (5)
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Lehrer Justus Ist schon länger als 1 Jahr her
Wenn die Windrädlesbauer mehr Arbeitsplätze schaffen, als im KKW-Konzern verloren gehen, ist dann der Trittin schuld? Oder dachten Sie, die KKW-Betreiber behalten Ihre Mitarbeiter fürs Kartenspielen? Na, so schlimm kann es ja nicht sein, die Manager und Aufsichtsräte kommen ja ganz gut weg im Schwäbischen Staatsbetrieb.
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Sebastian Busch Ist schon länger als 1 Jahr her
Die EnBW hat jahrelang einseitig auf Atomkraft gesetzt und sich damit verzockt. Und obwohl Atomstrom ja so billig sein soll, waren die EnBW-Tarife nicht gerade günstig. Was bleibt von der EnbW, wenn man die vier Atomkraftwerke schließt? Ein paar Wasser- und Pumpspeicherkraftwerke und ein Leitungsnetz, wenn ich recht orientiert bin.
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Sebastian Busch Ist schon länger als 1 Jahr her
Das war nicht Trittin, das war Angela Merkel.
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tomtomtoy Ist schon länger als 1 Jahr her
Was hat uns dieser Trittin noch erzählen wollen ? Der Atomausstieg wird keine Arbeitsplätze kosten , zumindest werden die wegfallen von den der EE Industrie aufgefangen . Nun sehen wir , dass sich die Prognosen der Realisten bestätigen , Arbeitsplatzabbau im großen stiel , Verlagerungen was Arbeitslosigkeit zu folge hat . Danke für den Atomausstieg , die Verarmung Deutschlands ist die folge !!!
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dondolo06 Ist schon länger als 1 Jahr her
Das ist doch schon wieder ein deutliches Zeichen dafür, dass die Energiewendeblase kurz vor dem Platzen ist. Wenn man bewährte und wirtschaftliche Strukturen willkürlich zerstört, darf man sich nicht wundern, dass die Wirtschaft immer schneller auf die schiefe Bahn gerät. Die Leidtragenden sind nicht nur die Mitarbeiter der EnBW. Was völlig vergessen wird ist die Tatsache, dass sich die EnBW ja zu 90% in öffentlicher Hand befindet - und die Dividende den Eigentümern (den Landkreisen Oberschwabens und dem Land Baden-Württemberg) zugute kommt. Die ausbleibenden Dividenden spüren wir Bürger mit Sicherheit auch an weniger Geld in den öffentlichen Kassen. Aber wir wollen ja weiter mit Zappelstrom aus Windrädern und Sonnenplatten die Welt retten! Unseren Grünsen sei Dank dafür!
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