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EnBW Vorgang macht Staatsanwaltschaft hellhörig

Michael Isenberg, vom 15.02.2010 10:35 Uhr
Schornsteinfeger bei der Arbeit Foto: Piechowski
Schornsteinfeger bei der Arbeit Foto: Piechowski
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In Ballungsräumen könnten Kunden heutzutage aus rund 20 Gasanbietern den günstigsten auswählen, ergänzt Thorsten Storck vom Heidelberger Verbraucherportal Verivox. Falls der Schornsteinfeger aber nur die Tarife einer Firma empfehle, würde "Markttransparenz verloren gehen".

Der Vorgang macht auch die Staatsanwaltschaft Stuttgart hellhörig. Dass die EnBW auch Heizungsbauer für solche Kundenvermittlungen belohnt, stört die Ermittler nicht. Doch für Personen, die wie der Schornsteinfeger für hoheitliche Aufgaben verpflichtet sind, gelten im Strafgesetzbuch strenge Regeln: "Ein Anfangsverdacht auf Vorteilsannahme beziehungsweise Vorteilsgewährung scheint hier nicht von vornherein ausgeschlossen", sagt Staatsanwalt Per Krafft aus dem Dezernat für Korruptionsdelikte. Die Frage sei, ob der Schornsteinfeger der EnBW Gegenleistungen aus Diensthandlungen gewähre. "Das muss immer im Einzelfall geprüft werden", erklärt Krafft. Man werde das Thema im Auge behalten, kündigt der Staatsanwalt an.

Die EnBW Gas GmbH weist die Kritik an der 2010 gestarteten Marketingoffensive zurück. "Wir sehen darin keine Probleme", erklärt Pressesprecher Hans-Jörg Groscurth: "Unternehmen und Schornsteinfeger sind voneinander unabhängig. Die Schornsteinfeger informieren nur, sie verkaufen nichts." Die präsentierten Tarife seien günstig, stünden aber jedem Neukunden zur Verfügung. Derzeit hat die EnBW rund 270000 Gaskunden. Das erklärte Ziel heißt Expansion. Wie viele Schornsteinfeger für die Neukundenwerbung angesprochen wurden, behält der Energiekonzern für sich. Es dürften rund 200 Schornsteinfeger sein.

"Das Geschäft mit der EnBW ist legal und legitim", meint Walter Baum, Obermeister der Schornsteinfeger-Innung im Regierungsbezirk Stuttgart. Die Branche stehe vor einer Umwälzung, weil 2013 das Schornsteinfegermonopol falle. Darum seien neue Einnahmequellen gefragt. "Mit 60 Euro Aufwandsentschädigung verdient sich aber kein Kollege eine goldene Nase", beteuert Baum.

 

Kommentare (15)
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FEB
23
11:12 Uhr, geschrieben von Flocke
Der Schlotfeger ist das "Gesetz"
Es gibt in jeder Berufssparte sog. 'schwarze Schafe', bei den Schlotfegern ist die Häufung jedoch signifikant. Es beginnt schon bei der Terminvorgabe mit der Aufforderung ""an dem Tag meiner Wahl haben Sie, als mein Opfer, von 8-12Uhr auf mich zu warten, egal ob Sie Urlaub nehmen müssen, oder für Vertretung zu sorgen haben"". Der Vergleich mit dem TÜV/Dekra oder ähnlichen 'Vereinen' hinkt deutlich. Der Kaminkehrer ist -nach Einführung der modernen Heiztechnik- so überflüssig wie ein 'Kropf' (der oblgatorische Heizungskundendienst kann es besser, billigerund übernimmt auch noch die Verantwortung!). Die Zunft der schwarzen Männer und Frauen stammt noch aus der Zeit der alleinigen Holz- und Kohleheizung. Oder kennt jemand einen Feger, der schon mal einen Brand verhindert hat? Ihre Macht demonstrieren diese schwarz bekleideten Personen heute noch immer sehr scharfzüngig, der Kunde (ist gleich das Opfer) wird ständig für dumm gehalten. Wenn das nicht reicht, wird mit dem "Amt" gedroht. Dort sitzen Leute, die Ihren Stuhl warm halten müssen, ergo......der Schlotfeger hat immer recht! Jetzt kann man wenigstens seine Schornsteine vom Wettbewerb kehren lassen und die (vom Amt) verordneten 'überflüssigen Messungen' ebenfalls vom einem EU-Schornsteinfeger (z.B. Herrn Möck) durchführen lassen. Es wird billiger, besser und viel kundenfreundlicher, versprochen!
FEB
18
12:11 Uhr, geschrieben von Schinderhannes
@Joachim Datko
Verzweifelt? Also ich weiß ja nicht, ob das was mit Verzweiflung zu tun hat, wenn man einen Schornsteinfeger erschlägt, verprügelt oder bedroht. Die machen ihren Job, das kann einem gefallen oder nicht, aber das muss einen doch nicht zur Verzwiflung treiben! Ich glaube, das sind eher Menschen gewesen, die sich so in eine Kleinigkeit reingesteigert haben, dass sie den Bezug zur Realität verloren haben!
FEB
18
00:28 Uhr, geschrieben von Maik Wilhelm
Re Feger Katja Pastow
Aufgezwungene Scheindienstleistungen und neutrale Beratung? Das paßt zusammen wie Feuer Wasser.
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