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EnBW-Deal Hat Mappus Unwahrheit gesagt?

Frank Krause und Walther Rosenberger, vom 20.10.2011 19:22 Uhr
Im Streit um den Wiedereinstieg des Landes beim Energieversorger EnBW steigt der Druck auf den ehemaligen Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU). Der französische Energiekonzern EdF hat Mappus am Donnerstag vorgeworfen, die Unwahrheit gesagt zu haben. Foto: dpa
Im Streit um den Wiedereinstieg des Landes beim Energieversorger EnBW steigt der Druck auf den ehemaligen Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU). Der französische Energiekonzern EdF hat Mappus am Donnerstag vorgeworfen, die Unwahrheit gesagt zu haben. Foto: dpa
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Stuttgart/Paris- Im Streit um den Wiedereinstieg des Landes beim Energieversorger EnBW steigt der Druck auf den ehemaligen Ministerpräsidenten Stefan Mappus (CDU). Der französische Energiekonzern EdF hat Mappus am Donnerstag vorgeworfen, die Unwahrheit gesagt zu haben.

Es hätte ein Kabinettstückchen baden-württembergischer Wirtschaftspolitik werden sollen, nun aber droht es immer mehr zu einem Wirtschaftskrimi ohne Happy End zu werden. Kaum ein Tag vergeht derzeit, an dem nicht neue Details darüber bekannt werden, unter welchen Umständen das Land in der Nacht vom 5. auf den 6. Dezember 2010 den Wiedereinstieg bei der EnBW perfekt gemacht hat.

"Niemals auf einen Parlamentsvorbehalt bestanden"

Den neuesten Beleg lieferte die Electricité de France (EdF) mit einer überraschenden Erklärung am Donnerstag. Tenor der Depesche aus Paris: Man habe beim Verkauf der EnBW-Anteile an das Land niemals auf einen Parlamentsvorbehalt bestanden. Wörtlich heißt es: "Wir haben niemals gefordert, dass das Parlament nicht konsultiert werden soll. Im Übrigen haben wir vom Käufer die schriftliche Bestätigung erhalten, nach denen es nicht nötig ist, das Parlament hinzuzuziehen."

Aber hatte der frühere Ministerpräsident Stefan Mappus nicht immer wieder betont, er habe den spektakulären Fünf-Milliarden-Deal nur deshalb ohne Beteiligung des Landtags vollzogen, weil die Franzosen eben auf strikte Geheimhaltung bestanden hatten und man zudem eine Übernahme der EnBW-Anteile durch Finanzinvestoren oder Großkonzerne aus dem Osten vermeiden wollte?

Erst vor 14 Tagen hatte der Staatsgerichtshof des Landes bekanntlich das Vorgehen der damaligen Regierung gerügt und dem seinerzeitigen Finanzminister Willi Stächele (CDU) einen Verfassungsverstoß zugeschrieben, weil er mit der Freigabe der so genannten Notbewilligungsklausel den Deal am Parlament vorbei erst ermöglicht hatte. Wenige Tage nach dem Urteil war Stächele als Landtagspräsident bekanntlich zurückgetreten.

Wie aber ist es dann einzuordnen, dass der französische Staatskonzern EdF am Donnerstag nun seine Sichtweise der damaligen Vorgänge korrigiert hat? Noch im Februar dieses Jahres, also wenige Wochen vor der Landtagswahl, hatte EdF-Boss Henri Proglio seinen Geschäftspartner Mappus im damals schon schwelenden politischen Streit um den Kauf der EnBW-Anteile entlastet. "Wir haben verlangt, dass das Angebot unwiderruflich ist und an keinerlei aufschiebende Bedingungen geknüpft ist", hatte Proglio während der Bilanzpressekonferenz des französischen Energiekonzerns in Paris betont.

Kommentare (35)
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OKT
22
18:47 Uhr, geschrieben von scheißegal
mappus
und das alles unter dem seuchen-not-standsgesetz.
OKT
21
23:19 Uhr, geschrieben von bitteschön
Link zum Handelsblatt
Ob es das Handelsblatt besser weiß oder Smiley aus dem Forum, egal. Hier der Link dazu, soll sich jeder ein eigenes Bild machen: http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/staatsanwaeltin-zeigt-mappus-an/5335554.html
OKT
21
16:17 Uhr, geschrieben von Smiley
@Fragender
Selbstverständlich darf man, sofern man damit diejenigen meint, die die Lüge von der Anzeige der bayrischen Staatsanwältin und dem Widerspruch zwischen der Version Mappus und EdF verbreitet haben. Dann treffen Sie die Richtigen! :-)
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