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Stadt kauft Kangoo und ZOE E-Autos für Stuttgart: Renault macht das Rennen

Von Rainer Wehaus 

Ein Elektroauto von Mercedes beim Laden: Der Platzhirsch hat sich auf die Ausschreibung der Stadt Stuttgart offenbar gar nicht erst beworben Foto: dpa-Zentralbild
Ein Elektroauto von Mercedes beim Laden: Der Platzhirsch hat sich auf die Ausschreibung der Stadt Stuttgart offenbar gar nicht erst beworben Foto: dpa-Zentralbild

Als eine der ersten deutschen Städte will das von Schadstoffdebatten geplagte Stuttgart seinen gesamten Fuhrpark auf E-Autos umstellen. Den Zuschlag für die erste Tranche erhielt nun ein französischer Hersteller.

Stuttgart - Die Stadt Stuttgart fährt mit Elektroautos in die Zukunft – allerdings bis auf weiteres nicht mit Modellen deutscher Hersteller. Für die erste Tranche von 44 Fahrzeugen hat nach Informationen unserer Zeitung die französische Autofirma Renault den Zuschlag erhalten. Zum Preis von rund 1,2 Millionen Euro bekommt die Stadtverwaltung in diesem und dem kommenden Jahr 32 Kangoo-Transporter sowie zwölf Pkw des E-Modells Zoe. Deutsche Hersteller haben sich dem Vernehmen nach auf die europaweite Ausschreibung entweder gar nicht beworben oder waren zu teuer.

Kangoo und Zoe machen das Rennen

In den nächsten Jahren will die von Schadstoff-Diskussionen geplagte Stadt ihren gesamten Fuhrpark (243 Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen) durch Elektroautos ersetzen. Das Ganze ist nicht billig: Ein Elektroauto kostet zur Zeit um die 5000 Euro mehr als ein vergleichbarer Benziner. Die E-Kangoos zum Beispiel kosten die Stadt im Schnitt 28 000 Euro – einschließlich allerdings Batterie-Miete für mehrere Jahre. Bei einem herkömmlichen Kangoo mit Benzinmotor beginnt die Preisliste bei 17 150 Euro. Der E-Pkw ZOE wird zum Stückpreis von 23 150 Euro erworben – ein vergleichbarer Benziner ist deutlich billiger.

Mehrkosten von bis zu 300 000 Euro pro Jahr

Zudem müssen bei den Ämtern Ladestationen geschaffen werden. Der Gemeinderat hat für die erste Tranche bereits 300 000 Euro an Mehrkosten bewilligt. Die zuständige Stabstelle würde diese Summe gerne auch jeweils für die nächsten Jahre haben – auch um den Fahrrad-Bestand der Stadt auf Pedelecs umrüsten zu können.

Die Ausschreibung gestaltete sich zäh. Ein erster Anlauf musste Ende 2016 mangels akzeptabler Angebote abgebrochen werden. Im zweiten Anlauf haben nun gerade mal drei Autohäuser Angebote abgegeben.

Demnächst will die Stadt eine weitere Ausschreibung für Zweisitzer starten. Da dürfte dann mit der Daimler-Tocher Smart ein deutscher Hersteller zum Zug kommen.

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