Eislauf-Saison Spaß auf schmalen Kufen beginnt

Sascha Schmierer, 15.10.2011 05:50 Uhr
 Kunsteisbahnen in der Region haben von der zeitweiligen Schließung der Waldau profitiert.  

Stuttgart - Sobald es draußen kälter wird, packen die Eislauffreunde in der Region wieder ihre Schlittschuhe aus. Für den Spaß auf schmalen Kufen nimmt man auch weite Anfahrtswege in Kauf - selbst wenn im November die Eiswelt auf der Waldau nach einjährigem Umbau neu eröffnet.

Über mangelnden Besucherandrang konnten sich die Eislauf-Betreiber in der Region zumindest im vergangenen Jahr nicht beschweren. Wegen umfangreicher Umbauarbeiten war das Eissportzentrum auf der Stuttgarter Waldau über ein Jahr lang für den Publikumsverkehr geschlossen, nur die Eishockeyspiele der Stuttgart Rebels fanden in der gewohnten Umgebung statt. Für die Eislaufbahnen in der Nachbarschaft bedeutete die vorübergehende Schließzeit in Stuttgart einen deutlichen Anstieg der Gästezahlen - denn die Kufenfreunde wichen kurzerhand auf die Eishallen in der näheren Umgebung aus.

Dieter Fingerle, Vorstand der Eissportgemeinschaft in Esslingen, schätzt den zeitweiligen Zuwachs auf zehn Prozent. Und auch Astrid Schulte, Sprecherin der für den Betrieb der Ludwigsburger Eisbahn verantwortlichen Stadtwerke, räumt ein, von den Stuttgarter Umbauarbeiten profitiert zu haben - statt 51.000 kamen vergangenes Jahr 54.000 Gäste. "Wir haben das vor allem bei den Schulklassen gespürt", erklärt sie. In der Esslinger Eishalle können Schlittschuhfreunde bereits seit zwei Wochen ihre Kreise ziehen, die Eishalle in Ludwigsburg öffnet an diesem Freitag erstmals nach der Sommerpause wieder ihre Pforten. Auch in Adelberg im Landkreis Göppingen beginnt die Eislaufsaison an diesem Wochenende.

Eislaufen auf der Waldau nach Umbau

Umso gespannter sind die Betreiber, wie sich die Neueröffnung auf der Waldau auf die Besucherzahlen auswirken wird. Am 13. November soll das künftig auf den Namen "Eiswelt Stuttgart" getaufte Sportzentrum nach der Bauphase seinen Betrieb wieder mit zwei Eishallen aufnehmen. Kinder bis zwölf Jahre haben zur Eröffnung freien Eintritt, für Erwachsene wird an diesem Tag nur der Kindertarif verlangt.

Bemerkenswert: Den Titel "Eiswelt" hat sich kein Stuttgarter, sondern Jörn Hartmann aus Winnenden im Rems-Murr-Kreis einfallen lassen. Bei der kreativen Suche nach einem neuen Namen für die Waldau gingen im Frühjahr etwa 300 Vorschläge ein - das Spektrum reichte von Gletscherpalast und Coolinarium bis zu Frozen Fun oder der Hall of Ice.

Erhöhte Eintrittspreise

Mit dem Umbau hat die Stadt Stuttgart allerdings auch eine Erhöhung der Eintrittspreise beschlossen. Eine Einzelkarte für Kinder bis zwölf Jahre kostet in der neuen Saison 2,50 statt bisher zwei Euro, Jugendliche und Erwachsene müssen künftig fünf statt 4,50 Euro bezahlen. Auch Mehrfachkarten steigen im Preis. Weil das Rathaus vor allem Familien nicht über Gebühr belasten will, bleibt die Kombikarte für zwei Erwachsene und drei Kinder unverändert, fürs Saisonticket gibt es wegen des späten Starts einen Rabatt von 25 Prozent.

Die Stadt Stuttgart geht davon aus, dass durch die Preiserhöhung die Einnahmen der Eisbahn von zuletzt 308.000 auf 380.000 Euro steigen - und auch die verteuerten Tarife keine eislaufbegeisterten Gäste abschrecken werden. "Verglichen mit anderen Eisbahnen ist die Waldau nach wie vor eher günstig", heißt es im Rathaus.

Tatsächlich liegt der Eintrittspreis etwa in Adelberg schon für Siebenjährige bei 5,60 Euro, ein Erwachsener ist mit sechs Euro für den Kufenspaß nur unwesentlich teurer. Im ebenfalls privat betriebenen Eisstadion in Wernau werden für Kinder bis zehn Jahre immerhin vier Euro verlangt. Der Eintritt in die Bietigheimer Eishalle liegt bei Kindern und Jugendlichen für eine Drei-Stunden-Eiszeit bei drei Euro, auf der Ludwigsburger Eisbahn sind vier Euro fällig - nur Kinder bis vier Jahre stolpern kostenfrei.

Eislaufen in Esslingen dank eines Vereins

Die Esslinger Eisbahn lässt Kinder bis acht Jahre für 2,40 Euro aufs Eis, für Nachwuchs zwischen neun und 16 Jahren liegt der Eintrittspreis auf der Neckarinsel bei 3,60 Euro. Erwachsene zahlen 4,80 Euro. "Wir sind eine der ganz wenigen Eishallen, die nicht von einem Privatbesitzer oder von der Stadt, sondern von einem Verein betrieben wird", lobt Brigitte Böhner von der Geschäftsstelle der Eissportgemeinschaft das Engagement der vielen ehrenamtlichen Helfer. Über 60.000 Besucher sind zuletzt zum Schlittschuhspaß auf die Neckarinsel gekommen, Vorstand Fingerle hofft für die neue Saison mit ähnlich guten Zahlen. "Den Luxus, den Betrieb ein Jahr lang stillzulegen, könnten wir uns nicht erlauben", sagt er.

In Ludwigsburg wird gezielt um Schulklassen geworben, die den Eislauf mit einem Besuch im benachbarten Stadionbad verbinden. Behinderte können die Eisbahn kostenlos nutzen. Das jährliche Defizit liegt in Ludwigsburg bei 85.000 Euro - pro Besucher legen die Stadtwerke 1,65 Euro drauf.

Hier einige Eishallen in der Region im Überblick:

In Stuttgart eröffnet am 13. November die neue Eiswelt auf der Waldau. www.stuttgart.de/eissportzentrum-waldau

Die Eishalle auf der Esslinger Neckarinsel wird erreicht unter www.esg-esslingen.de

Die Kunsteisbahn Ludwigsburg findet sich im Internet unter www.swlb.de

Die Eishalle Bietigheim hat trotz des Baus eines neuen Stadions geöffnet. Kontakt im Internet unter www.sw-bb.de

In Wernau gibt’s Kufenspaß bei Heike Mack, www.eisstadionwernau.de

Die Eishalle in Adelberg findet man unter www.sunrise-adelberg.de

Für Kufenflitzer aus dem Kreis Böblingen interessant: das Eisstadion in Bad Liebenzell: www.polarion. de

 

 
 
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Kommentare (1)
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Göckele Ist schon länger als 1 Jahr her
Es würde mich wundern wenn die Waldau rechtzeitig aufmacht, der Termin wurde bereits von Oktober auf November verschoben. Da müssten schon viele Harry Potters zugange sein wenn das noch zu schaffen sein soll. Es ist eh schon versunderlich warum eine Sportstadt 1,5 Jaher braucht um eine Eishalle zu sanieren und ein neues Betriebsgebäude zu bauen und am Ende der Bauzeit Sichherheitsmängel in der Dachkonstruktion der anderen Halle feststellt. Nunja Herr Föll wird seine Mutter sicher nicht im Regen stehen lassen.
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