Eisbär in Schweden Wilbär wird vielleicht Vater

Michael Gerster, 21.03.2011 18:43 Uhr

Stuttgart - Der Schock aller Eisbärenfans sitzt weiter tief. Knut ist tot. Aus Stuttgarter Sicht gibt es einen kleinen Trost. Nach allem, was man aus Schweden mitbekommt, geht es Wilbär im Bärenpark Orsa gut. Vor zwei Jahren war er von der Wilhelma nach Schweden ausgewandert. Jetzt hat er sich verliebt.

Irgendeiner hält immer eine Kamera drauf. Und so lässt sich der Tod von Knut in einschlägigen Internetportalen nachträglich live verfolgen. Erst dreht sich der vierjährige Eisbär orientierungslos im Kreis, dann fällt er nach hinten ins Wasser. Verzweifelt versucht er im Todeskampf seinen Kopf oben zu halten. Vergeblich. Nach kurzer Zeit steigen nur noch Luftblasen auf, sein Körper schwimmt leblos im Wasser. Das jähe Ende eines Publikumslieblings.

"Wilbär geht es prächtig"

Aufgewühlte Menschen legen auch am Montag noch Kerzen und Abschiedsbriefe vor seinem Gehege nieder. Über 2500 haben sich bis zum Abend ins Gedenkbuch eingetragen, das der Berliner Zoo auf seiner Internetseite eingerichtet hat. "Auf der anderen Seite des Regenbogens siehst du endlich deinen Ziehpapa Thomas Dörflein", schreibt etwa Marion E. Konkrete Ergebnisse der Obduktion des Kadavers werden frühestens heute erwartet. Dann soll Klarheit darüber herrschen, woran Knut so plötzlich gestorben ist.

Angesichts dieser traurigen Nachricht stellt sich aus Stuttgarter Sicht natürlich die Frage, wie es um Wilbär derzeit steht. "Wilbär geht es prächtig, aber er kämpft gerade mächtig mit den Hormonen", sagt Pernilla Thalin, Pressesprecherin des Bärenparks Orsa Grönklitt. Wilbär war vor zwei Jahren von der Wilhelma in Stuttgart nach Orsa 300 Kilometer nördlich von Stockholm versetzt worden. "Nichts deutet auf gesundheitliche Probleme hin", sagt Isabel Koch, Kuratorin der Wilhelma, die regelmäßig Kontakt zum schwedischen Bärenpark pflegt. In dem riesigen Freigehege mit eigens aus Schneekanonen aufgeschüttetem Schneeberg darf er nach Herzenslust herumtollen und in einem Weiher Fische fangen. Und in Sachen Liebe hat sich womöglich auch etwas getan. Seine fünfjährige Partnerin Ewa, die aus dem Zoo in Rotterdam gekommen war, ist vielleicht schwanger. "Sie ist im Winter in ihre Höhle gekrochen, und das tun Eisbärinnen eigentlich nur für einen Zweck", sagt Thalin.

 
 
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Kommentare (1)
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MRZ
23
Wolfgang Schatz, 10:51 Uhr

Wilbär.

Ist das so wichtig? Haben wir eigentlich wirklich keine anderen Sorgen? Mein Nachbar kriegt Hartz4, redet nur noch über Knut (als er von dessen Tod hörte weinte er) und Wilbär, und neuerdings hat er Liebesgesänge über die in Brandenburg einwandernden Wölfe. Hat der eigentlich nichts anderes zu tun? Arbeit sucht er sich nicht. Jetzt ist er unterwegs nach Ostbrandenburg um mit Grünen vom NABU die Wölfe zu sehen und zu foto- grafieren. An Knuts Grab will er auch. Und Wilbär will er auch besuchen. Frage mich nur wer dem das alles bezahlt.

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