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Eine Menge Maschen für einen guten Zweck

"Fellbach und Rems-Murr-Kreis", vom 28.06.2010 02:40 Uhr
Schorndorf Die Ortsverband der Sockenstrickervereinigung macht mit ungewöhnlichen Aktionen auf sich aufmerksam. Von Oliver Hillinger

Auch strickend kann man die Nationalkicker unterstützen. Das beweist zurzeit der Schorndorfer Ortsverband der internationalen Sockenstrickervereinigung, der sich der Farben Schwarz-Rot-Gold angenommen hat. Etliche Stücke mit dieser Farbmixtur, vom Teil eines 13 Kilometer langen Fanschals bis hin zu in den Deutschlandfarben geringelten Kleinsöckchen, waren am Freitagabend bei einem Stand inmitten des Schorndorfer Mitternachts-Shoppings in der Arnoldgalerie zu bestaunen. Verkauft werden sie unter einer eindeutigen Ansage: "Deutschland macht sich auf die Socken".

Es mag ruhigere Plätze zum Stricken geben, aber die Aktiven der Sockenstrickervereinigung gingen inmitten des Trubels der Einkaufsnacht seelenruhig ihrem Tun nach. Umgeben von Einkäufern und in Sichtweite eines Public-Viewing-Bildschirms, zählten sie dort ihre Maschen ab und erklärten Interessierten von ihrer Leidenschaft. Die Tische waren gefüllt mit Wollresten und Kostproben der Strickkunst, auf den Auslagen wurden die kleinen Söckchen verkauft. Sie seien alle ehrenamtlich gestrickt worden, erklärt die Ortsverbandsvorsitzende Monika Schneider. Und die Söckchen seien gerade groß genug, dass ein 50-Cent-Stück darin Platz finde, das dann als Spende gedacht sei.

Seit drei Jahren hat sich in der Daimlerstadt ein Ortsverband des Themas Sockenstricken angenommen. Der Startschuss war ein Rekord im Jahr 2006. Damals hatte ein Hechinger Wollehersteller namens Opal zu einem kuriosen Wettbewerb ausgerufen. Es sei darum gegangen, aus Resten Babysöckchen zu stricken und sie ins Hohenzollerische zu schicken. "Man hat mit 500 Paar Socken gerechnet, aber dann kamen mehr als 12 000", weiß Monika Schneider zu berichten. Die fast 1300 Meter lange Leine mit den aufgehängten Söckchen fand Einzug in Guinnessbuch der Rekorde. Die Aktion war der Startschuss für den Verein "Internationale Sockenstrickervereinigung". Weil 500 Paar Socken aus Schorndorf beigesteuert wurden, fand sich Monika Schneider dazu bereit, im mittleren Remstal einen Ortsverband ins Leben zu rufen.

Seither hat die Gruppe, wie Monika Schneider berichtet, ein reges Eigenleben entwickelt. Von den Strickprodukten her habe man sich auf kleine Babysöckchen spezialisiert, aber auch auf Minisocken, die sich als Schlüsselanhänger eignen. Das passe gut zu den Wolle, die vom Hechinger Hersteller zu diesem Zwecke kostenlos zur Verfügung gestellt werde. Es handelt sich um Produktionsreste, die Monika Schneider zuhause in einer ehemaligen Werkstatt stapelt und verteilt. In Plastiktüten bekommen die Strickerinnen sie bei Bedarf zur Verfügung gestellt, die sich dann zuhause ans "Nadeln" machen, wie Monika Schneider das Stricken nennt.

Zu bestaunen und zu kaufen gibt es die Endprodukte bei etlichen Gelegenheiten wie etwa Weihnachtsmärkten oder bei einer Hobbyausstellung, die im November in der Landesmesse auf den Fildern stattfindet. Die Erlöse sind für einen guten Zweck bestimmt. Von den Minisocken etwa profitiert die karitative Aktion Herzenssache. Das verschaffte den Strickerinnen in den vergangenen Jahren einige Medienpräsenz, auch in Funk und Fernsehen.

Das Interesse wachse seither stetig, sagt Monika Schneider. Aktiv seien Damen zwischen 35 und 85 Jahren, aber auch manche 25-jährige interessiere sich für die Sockenstrickerei. Um dem ganzen einem festen Rahmen zu geben, wolle man die bisher gelegentlichen Treffen zu einer festen Einrichtung machen Die Volkshochschule hat dafür jetzt einmal monatlich einen Raum zur Verfügung gestellt, an dem gemeinsam genadelt wird und Tricks ausgetauscht werden. Ein wenig vertraut mit dem Nadelspiel sollte man im Vorfeld bereits sein, sagt Monika Schneider. Solche Grundkenntnisse des Nadelhandwerks vermittelten jedoch andere Kurse der VHS.

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