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Eine Kreuzung, die viele Probleme schafft

"Nord-Rundschau", 01.04.2011 02:46 Uhr
Stammheim. Nach dem Ortstermin am Marco-Polo-Weg überprüft das Amt, ob die Straße verbreitert wird. Von Marta Popowska

Wenn es nach einigen Stammheimer Anwohnern geht, steht die Ampel an der Kreuzung Marco-Polo-Weg zu lange auf Rot und es kommt häufig zu einem Rückstau, die Straßenverengung verstopft, und die Linksabbiegerspur in der Freihofstraße ist zu kurz. Um genau diesen Klagen auf den Grund zu gehen und mögliche Lösungen zu finden, trafen sich am Dienstagnachmittag Anwohner, Mitarbeiter des Stuttgarter Tiefbau- und des Planungsamts, sowie die stellvertretende Bezirksvorsteherin Susanne Laufenberg vor Ort.

Bereits seit dem vergangenen Jahr bemängeln Bürger, dass wer vom Marco-Polo-Weg in die Freihofstraße abbiegen möchte, seit einiger Zeit länger an der Ampel stehen muss. Diese ist im Zuge der dort ab Dezember 2011 verkehrenden U 15 aufgestellt worden. Sie ist notwendig, da die Stadtbahn in der Freihofstraße nicht über ein eigenes Gleisbett verfügt und Vorfahrt hat, um ihren Fahrplan einzuhalten.

Der von Stammheimern geforderte Grünpfeil wurde nach Prüfung durch die Stuttgarter Verwaltung aus Sicherheitsgründen bereits abgelehnt. Nun kommt hinzu, dass es sich beim Marco-Polo-Weg um eine Tempo-30-Zone handelt. Damit hier auch langsam gefahren wird, befindet sich kurz vor der besagten Ampel eine verkehrsberuhigende Verengung. Anwohner wie Adolf Litschko bemängeln, dass größere Kraftfahrzeuge, die bei einer roten Ampel in der Verengung zum Stehen kämen, diese verstopften und für den Gegenverkehr teilweise unpassierbar machten. "Wenn in der Folge mehrere Autos von der Freihofstraße in den Marco-Polo-Weg abbiegen, dann können im schlimmsten Fall Fahrzeuge auf den Schienen stehenbleiben, wenn gerade eine Bahn kommt", meint Litschko. Seiner Ansicht nach sollte man daher die Verengung komplett entfernen und die Straße begradigen.

Die stellvertretende Bezirksvorsteherin Susanne Laufenberg erklärte hingegen, dass die Verkehrssituation seinerzeit beruhigt werden musste. "Da wurde früher viel zu schnell gefahren." Direkt an der Straße befinden sich ein Kindergarten und das Jugendhaus. Sie befürchtet, dass die Autofahrer wieder durch den Marco-Polo-Weg rasen, wenn man die Straße verbreitert.

Stephan Oehler, Verkehrsplaner beim Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung, gab zu Bedenken, dass alles, was zu einer Verflüssigung des Verkehrs beitrage, nicht unbedingt positiv sei, da dies ein erhöhtes Verkehrsaufkommen nach sich ziehen könne. "Wir werden jedoch prüfen, ob und wie weit man die Straße an besagter Stelle verbreitern kann", sagte er.

Eine Verkürzung der Wartezeiten an den Ampeln, sowie die von einigen Bürgern vorgeschlagene Verlängerung der Linksabbiegespur auf der Freihofstraße seien nicht nötig, ergänzte allerdings Bernd Lempp vom Tiefbauamt. "Hier ist kein Bedarf, da kaum Engpässe bestehen. Auch ist die Wartezeit an dieser Stelle relativ kurz." Wenn die Stadtbahn ab Dezember 2011 die Straße befährt, müsse die Ampelanlage ohnehin nochmals überprüft werden, sagt er. Litschko ist vorerst damit zufrieden, dass geprüft wird, ob die Straße verbreitert werden kann: "Es ist ein Teilerfolg, der ein Schritt in Richtung flüssiger Verkehr ist. Man muss jetzt ohnehin abwarten, bis der Bahnbetrieb läuft."

 
 
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