Sie machten immer wieder Durchsagen an der Theodor-Heuss-Realschule und ließen einfach nicht locker: Die Schüler und Schülerinnen der achten Klasse der Realschule. Als Projekt im Sozialunterricht haben sie eine Päckchenaktion gestartet, mit der von Armut betroffenen Kindern in Rumänien und der Ukraine zu Weihnachten eine Freude gemacht werden wird. Stolze 200 gefüllte Kartons mit Spielen und Kleinigkeiten werden für eine willkommene Überraschung sorgen. Die fertigen Päckchen haben die Schüler Florian Fleischmann, dem Vertreter von Round table, übergeben. Die internationale Verbindung junger Männer organisiert jährlich einen Konvoi mit LKW Richtung Osten. 40 Laster seien es im vergangenen Jahr gewesen, die von der Bundesrepublik aus losgefahren seien, berichtet Fleischmann.
Bei den Päckchen werde vor allem darauf geachtet, dass die Inhalte jeweils für ein bestimmtes Alter geeignet seien. Es ginge vor allem um die Geste, daher seien auch gebrauchte Spielsachen willkommen, vieles sei aber neuwertig, berichtet er aus seiner bisherigen Erfahrung. "Die Kinder sind genauso dankbar, egal ob sie etwas Neues bekommen oder etwas Gebrauchtes."
Ein paar Tage zuvor sei nicht abzusehen gewesen, welche Resonanz die Aktion in der Realschule finden würde, berichtet Pfarrer Rüdiger Fett von der evangelischen Kirche. Er unterrichtet die Schüler. "Aber das hat eine Eigendynamik entwickelt, von Tag zu Tag wurden es mehr Pakete", erinnert er sich. Und auf den letzten Drücker gaben die Schüler und Schülerinnen nochmal richtig Gas. Sie brachten Schuhkartons mit in die Schule, verpackten, was sie herzugeben bereit waren, und schlugen die Päckchen sorgfältig in Geschenkpapier ein.
Wer ihr persönliches Präsent erhalten wird, werden die meisten wohl nie erfahren. Obwohl es ihnen erlaubt war, auch eine Karte mit Informationen über sich selbst in den Karton zu legen. Beim Übergeben der Geschenke sei zwar jemand dabei, der aus dem Englischen in die Landessprache übersetzen könne, aber, so Fleischmann, wenn die Beschenkten antworten wollten, müssten sie ja auch wiederum englisch schreiben - oder eben ukrainisch oder rumänisch. Und das beherrschen die Realschüler wiederum selten.
Ihre freundliche Geste mit den kleinen Päckchen dürfte aber verstanden werden. Über Landes- und Sprachengrenzen hinweg.