Ein Schaufenster für den Stadtbezirk

Von "Nord-Rundschau" 

Stammheim. Die dritte Auflage des Stammheim-Tages hat am Sonntag zahlreiche Besucher angelockt. Von Bernd Zeyer

Stammheim. Die dritte Auflage des Stammheim-Tages hat am Sonntag zahlreiche Besucher angelockt. Von Bernd Zeyer

Sportlich und gesund in den Frühling", so lautete am Sonntag das Motto des dritten Stammheim-Tages. Dabei konnten die Organisatoren von der Arbeitsgruppe Stammheim Aktiv, die zum Handels- und Gewerbeverein (HGV) gehört, auf himmlische Hilfe zählen: Petrus meinte es gut mit den Stammheimern und ließ den ganzen Tag die Sonne lachen.

So viele Menschen hat man in Stammheim wahrscheinlich schon lange nicht mehr auf einem Haufen gesehen: Als kurz nach 12 Uhr mittags die dritte Auflage des Stammheim-Tages offiziell eröffnet wird, tummeln sich weit über 100 Besucher auf dem Freihofplatz. "Wir möchten heute beweisen, dass unser Bezirk keine Schlafstadt, sondern ein lebendiger Stadtteil ist", sagt Axel Ueberschär, erster Vorsitzender des HGV. Je mehr Menschen dazu beitrügen, desto lebendiger könne man den Ort gestalten. Wie dieser Gedanke in die Praxis umgesetzt wird, das wird in den kommenden Stunden eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Mehr als 60 Gewerbetreibende und Vereine präsentieren sich zwischen 12 und 17 Uhr. Aktionen an der Freihofstraße, der Kornwestheimer Straße, der Korntaler Straße und an den angrenzenden Plätzen locken hunderte von Besuchern an.

"So etwas hat hier lange gefehlt. Ich wusste gar nicht, wie viele interessante Sachen es in Stammheim gibt", sagt Andreas Keil. Der Ludwigsburger arbeitet seit einigen Jahren in Stammheim und ist am Sonntag mit seiner Familie hergekommen. Seinen Kindern hat es vor allem der Flohmarkt angetan. Comichefte für ein paar Cent kriegt man schließlich nicht überall, und eine gebundene Ausgabe von "Der letzte Mohikaner", den seine beiden Jungs bislang nur vom Fernseher kannten, wird wohl bald einen Ehrenplatz im heimischen Kinderzimmer bekommen.

Gute Plätze sind auch vor der Bühne auf dem Freihofplatz gefragt. Dort zeigen zahlreiche Einrichtungen ein abwechslungsreiches Programm, es wird stundenlang gesungen und getanzt. Natürlich soll keiner der Besucher mit knurrendem Magen nach Hause gehen. Viele Spezialitäten verströmen verlockende Düfte. "Die besten Würste gibt es bei uns", dieser Ruf ertönt am Stand von "Freufis", dem Förderverein der christlichen Pfadfinder. "Wir verkaufen nur Würste von einem Stammheimer Bauern", erzählt Volker Maier und ist sicher, dass alle 300 Exemplare an den Mann beziehungsweise die Frau gebracht werden.

Auf der anderen Seite der Freihofstraße hat der Bürgerverein seinen Stand aufgebaut. Wer sich die dort aufgehängten Fotos genau anschaut, kann trotz der hohen Temperaturen ins Frösteln kommen. Auf einer Schauwand werden nämlich die Baufortschritte für die U 15 gezeigt, schneeverwehte Straßen und klaffende Baugruben erinnern die Betrachter daran, dass die härtesten Tage wohl endgültig hinter dem Bezirk liegen. "Die neue Stadtbahn ist gut für den Bezirk, zudem konnte dadurch auch die Freihofstraße deutlich aufgewertet werden", sagt Martin Hechinger, Vorsitzender des Bürgervereins. Den Stammheim-Tag hält er für eine hervorragende Idee: "Der Stadtteil kann sein Potenzial zeigen, es ist wie ein großes Schaufenster." Der Bürgerverein hat an der Freihofstraße ein großes gelbes Plakat aufgehängt. "Stammheim - in Stuttgart ganz oben!", ist darauf zu lesen, und das ist sicher nicht nur geographisch gemeint.

"Ich bin total begeistert", lautet das Fazit von Bezirksvorsteherin Tina Hülle. Besonders freut sie sich darüber, dass am Sonntag auch viele Menschen mit Migrationshintergrund unterwegs waren. "Es ist sehr wichtig, diese Mitbürger zu integrieren", sagt Hülle. Grundsätzlich stärke die Veranstaltung das Zusammengehörigkeitsgefühl im Bezirk. Hülle hofft, dass der Aktionstag für die Stammheimer bald den selben Stellenwert bekommt wie das Fleckenfest für die Zuffenhäuser.

Auch der HGV-Vorsitzende Axel Ueberschär wird den 10. April in bester Erinnerung behalten: "Das war ein Erfolg auf der ganzen Linie". Von der ersten bis zur letzten Minute wären Straßen und Plätze voll gewesen, mehr sei eigentlich kaum vorstellbar. Auf jeden Fall, das steht für Ueberschär jetzt schon fest, wird es auch im kommenden Jahr wieder einen Stammheim-Tag geben.

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