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Ein Erdmannhäuser auf dem Sprung in den Profi-Fußball

"Marbach und Bottwartal", vom 22.10.2010 02:46 Uhr
Erdmannhausen Der 17-jährige Marco Keuter hat sich in der B-Jugend der Stuttgarter Kickers etabliert. Der beidfüßige Defensiv-Allrounder muss aber noch torgefährlicher werden, um sein Ziel von der Regionalliga zu verwirklichen. Von Henning Maak

Mit der B-Jugend der Stuttgarter Kickers ist Marco Keuter aus der Oberliga abgestiegen. "Wir haben viele Spiele unglücklich verloren, weil wir in den letzten Minuten Gegentore bekommen haben", erklärt der 17-Jährige. Dennoch geht der Weg des Fußballtalents stetig aufwärts: In der E-Jugend hat der Erdmannhäuser beim GSV mit dem Kicken begonnen, bereits in der D-Jugend wechselte er in den Talentschuppen des SGV Freiberg. Seit dieser Saison trägt er das Trikot der "Blauen".

Das Ziel des Erdmannhäusers ist es, irgendwann einmal mit dem Fußball Geld zu verdienen. "In der Regionalliga würde ich schon gerne einmal spielen", sagt Marco Keuter selbstbewusst. Die Voraussetzungen dazu bringt er mit: Der Erdmannhäuser gilt als guter Techniker, der zweikampf- und kopfballstark und zudem beidfüßig ist. Obwohl er nur 1,75 Meter groß und 60 Kilogramm schwer ist, kann er sich gegen kräftigere Gegenspieler behaupten. "Ich kann gut antizipieren, wo der Ball hinkommt und habe ein gutes Timing beim Absprung", sagt Keuter über sich.

Er weiß aber auch, woran er noch arbeiten muss: "Ich muss auch als Verteidiger noch torgefährlicher werden. In der vergangenen Saison habe ich kein einziges Tor geschossen", zeigt sich der 17-Jährige kritisch. Ihm fehle bisweilen das Selbstbewusstsein, einfach durchzugehen und aufs Tor zu schießen, räumt er ein. In der D-Jugend hat er in einer Saison einmal 17 Tore geschossen - allerdings als Mittelfeldspieler. Seit der C-Jugend wird er in der Defensive eingesetzt, bei den Kickers hat er die linke Seite in der Viererkette beackert. "Ich kann aber auf allen Positionen spielen", sagt Keuter, dessen Vorbild der Nationalspieler Philipp Lahm ist.

Großes Potenzial bescheinigt dem Erdmannhäuser auch sein Trainer Uli Thon: "Er ist einer, der für den Fußball lebt, trainingsfleißig ist und Anregungen gut umsetzt", lobt er. In den vergangenen Monaten habe er einen großen Entwicklungssprung gemacht und viel Kreativität auf der linken Seite entwickelt. Entwicklungspotenzial sieht Thon noch im taktischen Bereich: "Er muss noch mehr einfache Pässe und den Ball an die entscheidenden Stellen spielen".

Neben den drei Trainingseinheiten bei den Stuttgarter Kickers steht bei dem Elftklässler der Freiberger Oscar-Paret-Schule auch auf dem Stundenplan dreimal Fußball. Im so genannten Fußball-Ausbildungs-Centrum unterrichtet der ehemalige VfB-Trainer Jürgen Sundermann die jungen Talente. "Er hat einfach große Routine und erkennt jeden Fehler sofort", schwärmt Marco Keuter vom ehemaligen Stuttgarter "Wundermann".

Dafür nahm der Erdmannhäuser auch in Kauf, dass er den Unterrichtsstoff, den er durch das Training verpasst hatte, nachmittags nachholen musste. Im Moment macht der 17-Jährige allerdings eine Pause vom aktiven Fußball: Da er sich auf das Abitur vorbereitet, hat er seine Fußballschuhe vorübergehend an den Nagel gehängt. Nach dem Abitur will er sie jedoch wieder anziehen - und dann im bezahlten Fußball Fuß fassen.

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