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Durchgefallen Südwest-FDP: Elterngeld abschaffen

dpa/lsw, vom 08.08.2011 13:17 Uhr
Die Südwest-FDP hält das Elterngeld für einen Reinfall und plädiert für die Rückkehr zum einkommensabhängigen Erziehungsgeld. Foto: dpa
Die Südwest-FDP hält das Elterngeld für einen Reinfall und plädiert für die Rückkehr zum einkommensabhängigen Erziehungsgeld. Foto: dpa
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Stuttgart - Die baden-württembergische FDP hält das 2007 eingeführte Elterngeld für einen Flop. Die neue Generalsekretärin der Südwest-Liberalen, Gabriele Heise, forderte in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa in Stuttgart, die Lohnersatzleistung wieder abzuschaffen. Die FDP-Politikerin verwies auf die neue Kinderstudie des Statistischen Bundesamts, die ergeben hatte, dass Deutschland das kinderärmste Land in Europa ist. „Das Elterngeld hat die Anreizfunktion, die es setzen sollte, nicht erfüllt“, sagte Heise. Aus ihrer Sicht wäre es sinnvoll, zum alten einkommensabhängigen Erziehungsgeld zurückzukehren. „Die, die es finanziell wirklich nötig haben, sollten Unterstützung bekommen.“ Beim Elterngeld gehen Hartz-IV-Empfänger so gut wie leer aus.

Positiv sei, dass mehr Väter in Elternzeit gingen

Das politische Ziel, mit Hilfe des Elterngeldes vor allem Akademiker dazu zu bewegen, mehr Kinder zu kriegen, sei verfehlt worden. Der einzige positive Effekt sei, dass mehr Väter für ein bis zwei Monate in Elternzeit gingen. Somit stünden Kosten und Nutzen in keinem vernünftigen Verhältnis zueinander, sagte die 45-jährige FDP-Politikerin. „Wenn man das hochrechnet, kommt man auf horrende Summen.“ Die schwarz-gelbe Bundesregierung müsse angesichts der ernüchternden Zahlen den Mut haben zu sagen: „Das Ziel lässt sich leider nicht erreichen. Also müssen wir darüber nachdenken, ob wir daran noch festhalten.“

Die Statistiker in Wiesbaden hatten herausgefunden, dass nur noch 16,5 Prozent der über 81 Millionen Menschen in der Bundesrepublik jünger sind als 18 Jahre. In den vergangenen zehn Jahren sank die Zahl der Minderjährigen um 2,1 Millionen auf 13,1 Millionen.

Heise: Kinderfreundliche Rahmenbedingungen schaffen

Heise hält den Ansatz, fiskalische Anreize zum Kinderkriegen zu geben, für falsch. „Ich glaube nicht, dass es staatliche Aufgabe ist, dafür zu sorgen, dass mehr Kinder geboren werden.“ Deutschland müsse sich sowieso daran gewöhnen, dass die Geburtenraten eher niedrig seien. Es könne nur darum gehen, kinderfreundliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Die Liberale plädierte deshalb auch dafür, mit einem Teil der vier Milliarden Euro, die das Elterngeld im Jahr kostet, die Kinderbetreuung zu verbessern. „Ich muss doch darüber nachdenken, wie kann ich angesichts dieser Haushaltslage dafür Ressourcen schaffen.“

Die FDP-Politikerin schloss aber auch Einsparungen durch eine Abschaffung des Elterngelds nicht aus. Das hänge auch davon ab, wieviel Geld man für den Ausbau der Kinderbetreuung brauche.

Elterngeld gut zwei Drittel des durchschnittlichen Nettogehalts

Das Elterngeld war eine zentrale Reform der großen Koalition und der früheren Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU). Es wird seit 2007 bis zu 14 Monate an Väter und Mütter bezahlt, die weniger oder vorerst gar nicht mehr arbeiten und sich zu Hause um ihr Kind kümmern. Es beträgt in der Regel gut zwei Drittel des durchschnittlichen Nettogehalts, das durch die Elternzeit wegfällt. Die Höchstgrenze liegt bei monatlich 1800 Euro, das Minimum bei 300 Euro. Diese Summe wird auch gezahlt, wenn es vor der Geburt des Kindes kein Einkommen gab. Seit 2011 wird das Elterngeld als Einkommen auf Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe und beim Kinderzuschlag angerechnet.

Kommentare (7)
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AUG
10
13:41 Uhr, geschrieben von Auch einer
@WB
Also daß der EInkauf beim Discounter auf die Lebensqualität geht, kann ich in keiner Wiese nachvollziehen. Ich kaufe gern und oft beim Discounter und spare dabei eine Menge Geld. Wenn man glaubt, dies nicht machen zu müssen, so ist das die eigene Entscheidung. Nur darf man dann auch nicht über angeblich zu teure Preise meckern.
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AUG
09
20:45 Uhr, geschrieben von WB
Nachdenken erlaubt
Nachdenken und die Bewertung von Massnahmen sind in der Politik erlaubt. Das einmal vorweg. Der Bericht stellt doch eine sachliche Bewertung dar, was der Staat erreicht hat mit den Mrd. die er vorher über Steuern, oder über Schulden finanzieren muß. Somit ist dies grundsätzlich sogar richtig das etwas im Verhältnis betrachtet wird. Alle Politiker die dies nicht tun, und da haben wir zuviele davon handeln eigentlich fahrlässig. Viele denken wohl auch nicht darüber nach das der Staat nur was geben kann was er vorher von uns Bürgern erhalten hat. Er kann es nur gezielt verteilen. Und das ist das entscheidende. Persönlich muß ich sagen das bei uns die Tatsache das es Elterngeld gab nicht die Grundsatzentscheidung ob man Kinder will beeinflußt hat. Aber es hat den Übergang erleichtert. Die Beschwerlichkeiten fingen erst nach der Elternzeit mit der Frage geeigneter Betreuung an. Und der Verbindung von Beruf und Erziehung, da man halt zwei Einkommen braucht wenn man ein Häusle in Baden Württemberg abzahlen will. Und nicht nur noch beim Discounter einkaufen will, was ja auch auf Lebensqualität geht. (aber das ist eine andere Geschichte, da krieg ich immer das k... wenn ich die dicken Autos vor dem Laden mit dem blau orangen Logo sehe.
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AUG
09
14:04 Uhr, geschrieben von maped
Noch dringlicher!
Dieser Vorstoß der FDP kommt doch nur, um von den eigenen Problemen abzulenken und um ein Absinken in die drohende vollkommene Bedeutungslosigkeit zu verhindern. Wenn die FDP damals ihre Bedenken vorgebracht hätte, als diese Regelung getroffen wurde, dann hätte das noch etwas glaubwürdiges gehabt. Fazit: Die FDP ist eine Klientelpartei, denen Hoteliers wichtiger sind als Familien. Besser daher: FDP abschaffen!
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